BundesratStenographisches Protokoll856. Sitzung / Seite 135

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Wenn es um die Befürchtungen geht, die jetzt auch von Herrn Krusche erläutert oder in manchen E-Mails thematisiert wurden – das wurde auch vorgestern im Ausschuss be­handelt –, möchte ich schon eines sagen: Ich denke, da liegt auch ganz viel in den Kom­petenzen der Länder, sei es von der Ausbildung her – wo bilde ich wieviel in welcher Form aus – oder wenn es um die Steuerung geht, um den Personalschlüssel.

Ich weiß auch, dass es ja Wünsche in Richtung eines bundesweiten Schlüssels gege­ben hat. Ich halte aber nichts von einem bundesweiten Schlüssel, denn das ist kein Pauschalsystem, über das man drüberfahren kann. (Bundesrat Stögmüller: Mindest­schlüssel!) – Lieber David, ich denke, man muss auch unterscheiden, was es betrifft: Ist es eine Krankenanstalt? Ist es extramural? (Weiterer Zwischenruf des Bundesrates Stögmüller.) Ist es ein Langzeitpflegebereich? Vor allem auch: Wie schaut die Betreu­ung aus? – Das ist in den Krankenanstalten nicht überall gleich, aber auch nicht in der Langzeitpflege. Auch da wird ja jährlich der Personalschlüssel errechnet: Wie viele Be­wohner/Bewohnerinnen haben wir in welcher Pflegestufe und was brauchen wir, um das abzudecken?

Wenn es um die Errechnung des Schlüssels pro Haus geht, dann beschließt das ja nicht irgendjemand, sondern da reden – Gott sei Dank – in erster Linie die Pflegedirektorin­nen und Pflegedirektoren mit. Ich denke also, dass es in der Verantwortung jener vor Ort liegt, dass sie sagen: Das ist wirklich gut aufgeteilt.

Ich komme langsam zum Schluss meiner Ausführungen. Es ist ein bisschen schwierig für mich, denn ich glaube, über die Pflege könnte ich sehr lange sprechen, aber in Rück­sicht auf die noch offenen Punkte der Tagesordnung und da ja noch mehr KollegInnen dazu sprechen werden, werde ich das jetzt abkürzen.

Ich denke, es ist wichtig, zu sagen: Es ist eine gute gesetzliche Vorlage. Es ist eine Vorlage, die jetzt aber mit Leben erfüllt werden muss, und das liegt in den Händen der entscheidenden und handelnden Personen vor Ort. Ich denke, diese Chance muss man auch geben, und ich finde es auch richtig, dass man den Mut hat, zu sagen, dass man das 2020 bereits wieder evaluiert. Auch jene, die das jetzt noch kritisch sehen, sollte es eigentlich zur Zustimmung bewegen, dass man sagt, man hat einen guten Ausgangswert, man lebt das und schaut sich an, wo man noch etwas verbessern kann.

Ganz zum Schluss noch eine persönliche Anmerkung oder eine Anmerkung aus der Pflegepraxis: Wir sprechen auch immer wieder von gesetzlichen Grundlagen, von Kompetenzen, von der Ausbildung. Dabei ist, denke ich, eines ganz entscheidend, und das dürfen wir einfach nie vergessen: Wie wird die Pflege gelebt? – Ich denke, dass all jene, die in irgendeiner Form schon damit zu tun gehabt haben, sehr schnell gemerkt haben, ob jene, die mich oder einen Angehörigen von mir betreuen, mit einer gewissen Begeisterung und Liebe zum Beruf dabei sind oder nicht. Das macht letztendlich die Qualität mit aus.

Ich denke, ein Spruch aus Tibet bringt es auf den Punkt: „Das Herz muss Hände ha­ben, die Hände ein Herz.“ – Ich denke, das zeigt, wie wichtig die Pflege ist, wie wichtig es ist, dass die Menschen mit Herz dabei sind, dass sie mit Liebe zum Beruf dabei sind.

Eines wünsche ich mir für uns alle: dass wir der Pflege auch in Zukunft diese Präsenz geben, diese Wichtigkeit, diese Wertigkeit, denn wir werden sie in Zukunft brauchen. – Vielen Dank. (Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen.)

17.03


Vizepräsidentin Ingrid Winkler: Als Nächster ist Herr Bundesrat Stögmüller zu Wort gemeldet. – Bitte, Herr Kollege. (Bundesrat Mayer: Mit Liebe und Herz, David! – Bun­desrat Stögmüller – auf dem Weg zum Rednerpult –: Bitte?! – Bundesrat Mayer: Mit Liebe und Herz! – Bundesrat Stögmüller – auf dem Weg zum Rednerpult –: Mit Liebe und Herz!)

 


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