Das, was ich mir erwarten würde, ist, dass sich diese Bildungsregion oder dieser Campus in den urbanen Regionen viel stärker vernetzt, auch mit der Gemeinde, mit der Kommune, dass er auch Ideen und Problemfelder aus der Kommune aufnimmt, zur Bearbeitung an den Schulen beispielsweise, sich auch stärker mit der Wirtschaft vernetzt, um auch Anforderungen, die seitens der Wirtschaft da sind, stärker im Schulkonzept und in den Schulstrategien abzubilden. Also diese Verankerung in den Regionen wird mit diesem Bildungsregionspaket, das die Cluster wieder zusammenfasst und im Rahmen dessen man auch Pflichtschulen und Bundesschulen clustern kann, ermöglicht. Da erhoffe ich mir eine sehr viel intensivere Zusammenarbeit und eine Strategieentwicklung in der Bildungsregion, im Campus, passend zur Region. Das ist damit aufgemacht.
Die autonome Unterrichtsorganisation ist ein weiterer Punkt. Da flexibilisieren wir weitgehend, um Unterricht auch wirklich neu gestalten zu können, neu denken zu können. Ich hebe hier immer als Beispiel hervor, dass wir eigentlich viel, viel stärker themenspezifisch unterrichten, projektorientiert unterrichten müssen, weil wir in der Zukunft auch andere Skills brauchen, die mit dem – unter Anführungszeichen – „normalen“ Unterricht in dieser Form nicht adressiert werden können.
Was meine ich damit? – Ich stelle mir vor, dass unsere Schulen zum Beispiel beim Thema Klimawandel gemeinschaftlich unterrichten, dass der Geografielehrer sich gemeinsam mit dem Biologielehrer, mit dem Chemiker, mit dem Mathematiker das Thema Klimawandel im Zusammenhang mit den Schülerinnen und Schülern überlegt, vielleicht in größerer Runde einen Input gibt, um dann die Kinder und Jugendlichen in Kleingruppen am Thema, an Fragestellungen arbeiten zu lassen, die erarbeiteten Lösungsvorschläge in einem größeren Plenum wieder zusammenbringt, um Zusammenhänge viel, viel besser zu vermitteln. Das adressiert Skills wie Problemlösungsorientierung, Selbstorganisation, Teamfähigkeit, auch, kreativ zu denken, neugierig zu sein, und, einfach dieses Lernen zu lernen. Das steht da ganz stark dahinter.
Es sind ganz andere Skills, die in der Zukunft ganz stark gefordert werden. Diese kann man mit themenspezifischem Unterricht, projektspezifischem Unterricht in vielerlei Gestaltung ermöglichen. Da muss man aber aufmachen, da muss man die 50-Minuten-Grenze aufmachen, da muss man auch Klassengrößen und Teilungszahlen aufmachen. Das muss man gestalten können. Wir wollen da keineswegs Ressourcen herausziehen, sondern wir wollen Gestaltungsmöglichkeiten geben. Die Pädagoginnen und Pädagogen sollen wirklich neu denken können. Sie sind dafür ausgebildet, sie wissen, was zu tun ist. Also da in der Organisation entsprechende Freiheiten zu geben, das ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt.
Was ich aber wirklich betonen möchte, ist die Ressourcenausstattung an den Schulen: Die Berechnungsgrundlagen bleiben unverändert, aber die Gestaltung mit den Ressourcen ist dann an den Schulstandorten frei.
Der Punkt Auswahl der Lehrkräfte ist ja schon massiv durch die Medien gegeistert. Wenn wir so unterrichten, wenn wir themenspezifisch unterrichten, wenn wir sehr viel interdisziplinärer unterrichten, Schwerpunkte setzen, dann muss der Schulleiter, die Schulleiterin auch die Möglichkeit haben, Teams zu gestalten – im besten Sinne. Deshalb wollen wir dieses Entscheidungsrecht, sich an den Schulstandorten Lehrerinnen und Lehrer auch wirklich aussuchen zu können.
Wir wissen, dass es in einigen ländlichen Regionen, in abgelegenen Regionen an der einen oder anderen Schule damit Probleme geben könnte. Deshalb bleibt auch die Behörde in der Verantwortung. Überall dort, wo das gut gelingt, wo es mehrere Bewerberinnen und Bewerber für einen Schulstandort gibt, soll der Direktor, die Direktorin gemeinsam mit dem Kollegium auswählen. Überall dort, wo sich niemand meldet,
HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite