BundesratStenographisches Protokoll859. Sitzung / Seite 9

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muss die Behörde nachsteuern. Es darf keine Schule ohne Lehrerin, ohne Lehrer enden. Das darf nicht sein. Das heißt, die Behörde hat nach wie vor eine steuernde Funktion.

Was auch nicht vergessen werden darf: Die Verwaltungsteile bleiben in der Behörde. Das Anstellungsverhältnis bleibt in der Behörde, sonst müssten wir jeden einzelnen Schulstandort mit einer riesigen Personalverwaltung ausstatten, die dann am Standort erfolgt. Das wäre die falsche Lösung. Das heißt, das Anstellungsverhältnis, das Dienst­verhältnis bleibt bei der Behörde implementiert; das wird dort gesteuert, und auch die Kriterien bei der Formalauswahl werden von der Behörde her adressiert.

Die Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte ist auch ein wesentlicher Punkt. Gerade wenn es um neue Pädagogik geht, wenn es um neue Lern- und Lehrkonzepte geht, wird die Fort- und Weiterbildung der Pädagoginnen und Pädagogen auch ein ganz wesentliches Thema sein. Wir gehen weg davon, dass sich einzelne Lehrerinnen und Lehrer – so war es ja weitgehend der Fall – einfach an den Pädagogischen Hoch­schulen Kurse aussuchen und diese dann absolvieren. Wir gehen hin zu einem viel stärker standortgesteuerten Weiterbildungssystem, in dem die Weiterbil­dungs­möglich­keiten von der Schule her breit definiert werden, vom Kollegium definiert werden, vom Direktor, von der Direktorin definiert werden. Sie können direkt bei der Pädagogischen Hochschule, zugeschnitten auf ihre Fragestellungen und auf ihre Problemfelder, Unterstützungsmaßnahmen, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen anfordern. Diese finden dann in Form von SCHÜLFs und SCHILFs an den Schulstandorten direkt statt, also das wird in Zukunft sehr viel stärker an den Bedarfen des Schulstandortes orientiert, zugeschnitten auf die jeweiligen Problemfelder, stattfinden.

Die Qualifikation der Schulleiterinnen und Schulleiter und auch der Objektivierungs­prozess sind das nächste Thema. Wenn wir das Autonomiepaket in der Breite imple­mentieren, heißt das auch für den Schulleiter, für die Schulleiterin, für den Clusterleiter, für die Clusterleiterin, echte Führungskraft zu sein, die die Personalentwicklung und die Schulentwicklung machen, die Organisation gestalten und die pädagogischen Kon­zepte entwickeln muss. Das ist ein anderes Berufsbild. Deshalb ist es auch so wichtig, dass wir diese Schulleiterinnen und Schulleiter ausbilden. Wir dürfen sie dabei nicht alleinlassen, wir müssen sie ausbilden.

Dazu sind jetzt schon Teile von Ausbildungskonzepten an Pädagogischen Hoch­schulen implementiert, aber das müssen wir weiter gestalten, für die neuen Anforde­run­gen an den Schulen ausbauen, um da treffsicher zu sein und die Direktoren ent­sprechend zu unterstützen. Daran wird intensiv gearbeitet.

Die DirektorInnenauswahl ist der nächste Punkt. Da wollen wir sehr viel transparenter und sehr viel objektivierter arbeiten. Wir haben zurzeit den Fall, dass es in den Bun­des­ländern komplett unterschiedliche Auswahlverfahren gibt, die in keinster Weise miteinander vergleichbar sind. Da wollen wir wirklich einen einheitlichen, standardisier­ten Rahmen mit klaren Kriterien, mit klaren Anforderungsprofilen hinterlegen. Wir wollen auch eine Kommission einsetzen, der durchaus, wenn es nach mir geht, auch jemand Externer, externe Experten angehören können, um das zu objektivieren. Das ist wirklich das Thema. Wir wollen ein qualitätsgesichertes, ein objektiviertes Verfahren implementieren.

Zum Unterstützungspersonal: Ja, wir haben besondere Herausforderungen an unseren Schulen, wir sind an den Schulen immer stärker gefordert. Deshalb ist es auch wichtig, dass Unterstützungspersonal treffsicher für den Standort – was der Standort eben braucht – angefordert werden kann und dass auch Unterstützungspersonal zur Verfügung steht. Deshalb wird auch da die Gestaltungsfreiheit ein Stück weit offener sein, um punktgenau zu agieren und die Schulen so auszustatten, dass sie, wenn sie


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