einen Psychologen oder einen Sozialarbeiter brauchen, diesen auch bekommen. Diese Wahlfreiheit, um zu unterstützen, ist ganz wichtig.
Die Steuerungsstruktur und das Qualitätsmanagement sind auch noch ein wesentliches Thema. Was heißt Autonomie? – Autonomie heißt Verantwortung am Schulstandort, ausgeprägte Verantwortung am Schulstandort, das heißt aber auch im Nachzug: Wir brauchen qualitätssichernde Instrumente, wir brauchen ein entsprechendes Controlling dazu, damit wir auch sehen, ob Autonomie am Schulstandort gut gelingen kann.
Da haben wir zwei wesentliche Punkte zu adressieren: Die Schulaufsicht bekommt eine neue Rolle dahin gehend, dass sie sehr viel mehr Begleiter, Berater, Unterstützer, Mentor von Schulen sein wird, um neue Pädagogik, um Autonomie an den Standorten wirklich gut ins Leben zu bekommen und dort zu implementieren. – Das ist die eine Geschichte.
Wir brauchen aber auch Controllinginstrumente im Sinne von Messung: Was passiert an den Schulstandorten? Erreichen die Kinder und Jugendlichen das Wissen, das sie haben sollten, die Kompetenzen, die sie haben sollten? Wir müssen dazu in der Diagnostik quasi zusätzliche Monitoringinstrumente implementieren. Wir haben ja die Bildungsstandards nach der vierten Schulstufe und in der achten Schulstufe. Da braucht es noch ein Stück mehr, aber wir sind dabei, diese Instrumente zu entwickeln, um zu sehen, ob sich die einzelnen Schulstandorte gut entwickeln. Also diese Controllinginstrumente sind noch ein Stück weit zu entwickeln.
Wir müssen zeitgleich auch Diagnostikinstrumente entwickeln – Diagnostikinstrumente, die wir den Lehrerinnen und Lehrern geben können, mit denen sie vor Ort arbeiten können, damit sie jederzeit nachschauen können, ob ihre Schülerinnen und Schüler dort sind, wo sie sie im Sinne der Kompetenzentwicklung und der Wissensentwicklung haben wollen. Da ist also noch ein Bündel an Maßnahmen zu setzen.
Zusätzlich wünsche ich mir für die Pädagogischen Hochschulen auch noch, dass sie auch noch ein Stück weit Begleiter sein werden, vor allem in der strategischen Entwicklung.
Ich merke, ich rede zu lange; ich höre schon auf. (Allgemeine Heiterkeit.) – Aber Sie sehen meine Begeisterung für dieses Paket.
Präsident Mario Lindner: Wird eine Zusatzfrage gewünscht? – Bitte.
Bundesrätin Ana Blatnik (SPÖ, Kärnten): Danke für diese ausführliche Beantwortung. Das Paket ist sicherlich zukunftsorientiert. Mich würde jetzt Folgendes interessieren: Wann startet dieses Schulautonomiepaket an den Schulen?
Präsident Mario Lindner: Bitte, Frau Bundesministerin.
Bundesministerin für Bildung Mag. Dr. Sonja Hammerschmid: Ich habe gerade auch das Bild der Rahmenmaßnahmen gezeichnet, die noch gebraucht werden, damit wir Autonomie gut an unsere Schulen bekommen. Das heißt, dieses Paket ist jetzt schnellstmöglich zu entwickeln. Was wir tun wollen, ist, wirklich mit den ersten Schulen im nächsten Schuljahr durchzustarten, vor allem mit jenen Schulen, die Autonomie schon ein Stück weit implementiert haben, weil sie beispielsweise über Schulversuche schon damit gearbeitet haben. Das sind für uns die Leuchtturmschulen, mit denen wir voranschreiten sollen.
Das Modell wäre, da wirklich ein Buddy-System zu entwickeln, in dessen Rahmen ein erfahrener Schulstandort einen weniger erfahrenen in der Umsetzung coacht und begleitet. Deshalb ist das auch nichts, was von heute auf morgen passieren kann. Es
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