Wir haben heute davon gesprochen, wie es mit der Globalisierung aussieht, wie wir uns da durchsetzen können. Wir wissen, dass das nur mit Qualifikation, mit Ausbildung geht. Wir sehen auf der einen Seite, dass wir sehr vom Export abhängig sind: Sechs von zehn Euro verdienen wir im Export, deshalb sind für uns Freihandelsabkommen auch sehr wichtig. Auf der anderen Seite sind aber auch unsere gut ausgebildeten und wirklich qualifizierten jungen Menschen wichtig. Ich würde mir auch sehr wünschen, da bin ich bei dir, dass mehr Mädchen eine HTL besuchen – warum auch nicht, wir sind ja nicht technisch unbegabter! (Demonstrativer Beifall der Bundesrätin Blatnik.)
Wichtig ist ganz einfach, dass bei öffentlichen internationalen Ausschreibungen unsere Betriebe auch zum Zug kommen. Der österreichische HTL-Ingenieur hat eben keine Anerkennung seiner Qualifikation im internationalen Umfeld, und diese erreichen wir nun damit. (Zwischenruf des Bundesrates Stögmüller.)
Wir wollen ja genauso auch, dass unsere Meister – David, da auf Level 6, wo sie jetzt auch eingestuft sind – anerkannt werden, dass sie dann auch die Chancen haben, da auch noch weiterzugehen. Diese Ausbildung, die qualitativ hochwertige Ausbildung, die wir anbieten, muss ganz einfach auch gewürdigt werden. (Zwischenruf des Bundesrates Stögmüller.)
Ich denke, dass das ein ganz wichtiger Schritt ist, dass die HTL-Ingenieurin und der HTL-Ingenieur als dem Bachelor gleichwertig anerkannt werden. Ich sage gleichwertig und nicht gleichartig, das ist ein großer Unterschied. Es geht darum, dass wir auch, und da hast du recht, in der Bereinigung der heimischen Akademikerquote im europäischen Vergleich nicht immer wieder das Schlusslicht sind, denn ich finde das ehrlich gesagt lächerlich, dass wir da als Nachzügler hingestellt werden.
Es wäre wirklich ganz gut, wenn man da einmal nachliest bei Dr. Nida-Rümelin, der geschrieben hat: Stoppt den Akademisierungswahn!, und der sagt, dass man diese hochwertigen Berufsausbildungen gleichwertig machen und dafür sorgen soll, dass da die Anerkennung da ist.
Angesprochen hast du das Fachgespräch, und du hast bedauert, dass es keine Prüfung ist. Ich freue mich, dass es ein Fachgespräch ist, weil diese jungen Leute fünf Jahre hindurch eine äußerst hochwertige Ausbildung bekommen. (Zwischenruf des Bundesrates Stögmüller.) – Schau dir das bitte einmal an: Die müssen während ihrer Ausbildung schon Praktika in den Betrieben absolvieren. (Bundesrat Stögmüller: … Zentralmatura!) – Nein, nein! Du musst dir das einmal anschauen, David, seien wir nicht immer so geringschätzig. Die HTL ist wirklich eine beinharte Ausbildung.
Unsere jungen Leute können sehr viel, und ich finde, dass es Zeit ist, dass ihre Ausbildung einem Bachelor gleichgestellt wird. (Bundesrat Stögmüller: Die anderen nicht?!) Wenn sie dann noch drei Jahre Praxis machen und dann zu diesem Fachgespräch gebeten werden, sitzt ja dort nicht einer, der von allem keine Ahnung hat, egal, ob es jetzt die Arbeiterkammer oder die Wirtschaftskammer ist – ich würde mich natürlich freuen, wenn wir von der Wirtschaftskammer diese Fachgespräche mit unseren Experten durchführen dürften. Das sind dann jedenfalls Experten aus der Praxis und nicht jemand, der von der Materie keine Ahnung hat. Und dann kommt ja noch entweder von der Hochschule oder von der HTL die zweite Person, die dieses Gespräch führt.
Um die Wettbewerbsfähigkeit und die Anerkennung der Ausbildung unserer österreichischen Jugend und Fachleute sicherzustellen, sodass diese auch im internationalen Wettbewerb die Anerkennung bekommen, die ihnen zusteht, halte ich das für ganz wichtig und freue mich, dass wir heute hier diesen Beschluss fassen.
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