BundesratStenographisches Protokoll862. Sitzung / Seite 68

HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite

Daher hoffe ich sehr, dass dadurch, dass es genau festgehalten ist, auch lückenlos vollzogen wird, denn es geht um zwei Dinge: selbstverständlich in erster Linie um die absolute Qualitätssicherung für die Betroffenen, aber, wie ich glaube – auch wenn sie wegen der Kosten Sorgen haben –, gerade auch um die Betreuer. Ihnen möchte ich sagen, es geht ja auch um ihre Absicherung. Ich denke, wir wollen uns alle nicht vor­stellen, wie es ist, wenn es in den Nachtstunden einen Notfall gibt und keine Pfle­geperson vor Ort ist, die die Kompetenzen hat, Maßnahmen zu ergreifen oder einzu­leiten. Aber ich hoffe, dass das dann wirklich auch der Vergangenheit angehört.

Beim stationären Bereich wurde festgehalten, dass man, wenn möglich, nur ab der Pfle­gestufe 4 aufnimmt. Aber auch da bin ich dankbar, dass es einen zusätzlichen Aspekt gibt. Wenn es nämlich soziale Gründe gibt, werden auch niedrigere Pflegestufen auf­genommen. Das ist sehr oft im Demenzbereich der Fall, aber auch bei jenen – diese Fälle gibt es auch –, die keinen Menschen in der nahen Umgebung haben, die sie pflegen können, oder wo Angehörige diese Arbeit nicht übernehmen wollen. Deswegen finde ich es wichtig, dass es auch hierbei die Möglichkeit einer stationären Aufnahme gibt. Darüber hinaus halte ich es für zentral, dass bei den Kostenbeiträgen die sozialen Aspekte berücksichtigt werden, und vor allem auch, dass man einen Schwerpunkt setzt betreffend die Versorgung zukünftiger demenzieller Erkrankungen. Ich glaube, auch das ist ein Thema, das uns immer mehr beschäftigen wird.

Ein Teil – und über den freue ich mich wirklich sehr –, der ganz klar festgehalten ist, sind die zusätzlichen 18 Millionen € jährlich für den Hospiz- und Palliativbereich. Die Enquete-Kommission „Würde am Ende des Lebens“ hat diese Empfehlung im März 2015 abgegeben – eine Enquete-Kommission, bei der ich selber dabei war. Sehr viele Menschen haben sich über ein Jahr lang sehr intensiv mit diesem Thema aus­einandergesetzt. Wenn man selber dabei war, freut es einen natürlich umso mehr, dass solche Maßnahmen auch sehr zeitnah ergriffen werden und Empfehlungen aufge­nommen wurden.

Parallel zu diesem Thema sei es mir erlaubt, sehr aktuell aus Tirol Folgendes zu be­richten: Nach der heutigen Regierungssitzung unter Federführung unseres Landeshaupt­mannes wurde festgehalten und verkündet, dass sich Tirol zum Ziel gesetzt hat, bis 2018 eine flächendeckende Hospiz- und Palliativbetreuung mit verschiedenen Maßnah­men auszubauen.

Diese reichen von einem neuen Hospizhaus – das derzeit schon gebaut wird; aber das ist ja ein sehr vielfältiges Thema – bis hin zu Projekten betreffend Palliativ- und Hos­pizbegleitung in Pflegeheimen, im Krankenhaus, was den mobilen Bereich betrifft, den ehrenamtlichen Bereich, in dem alle zusammenspielen – das Land, die Sozialversiche­rungen und auch die Hospizgemeinschaft –, um auf besondere Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen.

Gerade in diesem Zusammenhang bin ich dankbar für einen Beschluss, der gestern in der Zielsteuerungskommission in Tirol gefasst wurde – in dieser sind ja das Land, der Bund, die Sozialversicherungen und der Gemeindeverband vertreten –, nämlich dass es auch ein eigenes Konzept für Kinder- und Jugendhospiz-Betreuung geben wird. Ich glaube, da dieses Thema jedes Jahr leider auch sehr viele junge Menschen betrifft, ist es wichtig, dass man auch diesbezüglich eigens Vorkehrungen trifft.

Deshalb bin ich stolz darauf, dass wir in diesem Sinne auch eine Vorreiterrolle ein­nehmen, aber umso mehr hoffe ich auch, dass es sehr viele Nachahmer gibt, denn ge­nau dieses Thema muss auch dem ganzem Land ein großes Anliegen sein. Diese Menschen sollen am letzten Lebensweg eine würdige, ja, die bestmögliche Begleitung und Betreuung haben.

Als sehr wichtig empfinde ich auch die Einführung der mehrstündigen Alltagsbegleitung und Entlastungsdienste. Es ist meiner Meinung nach ein Lückenschluss zwischen mo-


HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite