BundesratStenographisches Protokoll878. Sitzung, 878. Sitzung des Bundesrates am 5. April 2018 / Seite 119

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sind. Ich glaube, es ist schon auch wichtig, nicht sofort zuzusperren, sondern zu schau­en, wie man diese Bahn attraktiver machen kann, wie auch dort die Zahl der Personen, die mit dieser Nebenbahn fahren, gesteigert werden kann. Das sind ja auch Zulauf­strecken für die Hauptstrecken, die für uns so wichtig sind – ich habe gesehen, es wird heute auch ein Antrag betreffend Ausbau und Erhalt der österreichischen Neben­bahnen eingebracht werden –, und ich glaube, dass das ein sehr, sehr wichtiger Beitrag auch für die Wirtschaft in Österreich ist.

Dazu kommt noch der Ausbau der viergleisigen Westbahnstrecke Linz–Marchtrenk; sie wird bis Wels weitergeführt. Für den Güterverkehr ist der Umbau des Terminals Fürnitz vorgesehen. Das kommt später auch in der Beantwortung einer Frage, die Sie eingebracht haben, vor. Die Mattigtalbahn von Steindorf nach Braunau – wir haben es hier vorhin kurz diskutiert – wird für den Personennahverkehr attraktiviert werden. Auch diesbezüglich gab es Medienberichte, die eigentlich das Gegenteil behauptet haben – das ist tatsächlich nicht der Fall.

In Summe wird somit ein Paket beschlossen, das den wirtschaftlichen Standort Öster­reich weiter stärkt und – meiner Überzeugung nach – zur Umsetzung der integrierten Energie- und Klimastrategie beitragen wird. Wir alle wissen, wir können noch so viel in den Individualverkehr investieren – wir haben jetzt bei den Elektrofahrzeugen eine Zulassungsquote von etwa 2,5 Prozent –, wir werden unsere Ziele nicht ohne den öffentlichen Verkehr und ohne die Bahn erreichen.

Wenn in Zukunft die Koralmbahn fertiggestellt ist – ich werde auch auf die Verzögerung eingehen, die Gott sei Dank keine zwei Jahre dauern wird, sondern ein Jahr; im Dezember 2025 wird es so weit sein –, wenn Koralm- und Semmeringtunnel fertig­gestellt und in Betrieb sind, dann wird man von Wien nach Klagenfurt in 2 Stun­den 40 Minuten reisen. Das werden Sie mit einem Pkw nicht schaffen, außer Sie sind auf eine Art und Weise unterwegs, die weit weg von allen legalen Geschwindig­keitslimits ist. Man wird von Graz nach Klagenfurt in 40 Minuten reisen. Ich bin fest davon über­zeugt, dass mit dieser Leistung noch viel mehr Menschen als bisher mit der Bahn unterwegs sein werden. Wir sind, was die Kundenzufriedenheit betrifft, wirklich top. Die Österreicher reisen im Schnitt über 1 400 Kilometer pro Jahr mit der Bahn. Wir belegen damit den zweiten Platz in der Europäischen Union. Ich bedanke mich auch bei allen Verantwortlichen bei den ÖBB und auch bei allen Politikern, die vor mir Verantwortung getragen haben, dass das möglich geworden ist.

Damit darf ich zur konkreten Beantwortung der Fragen kommen.

Zur Frage 1:

Die Arbeiten an der 130 Kilometer langen Koralmbahn laufen auf Hochtouren. Ich habe mich vor einiger Zeit bei einem Besuch im Tunnel davon überzeugen können. Ich darf Sie ebenfalls dazu einladen, man freut sich dort sehr, wenn politisch Verantwortliche sich das auch vor Ort ansehen und sehen, welche Leistungen die Mineure und Tunnelbauer dort erbringen. 90 Prozent sind bereits in Bau oder fertiggestellt. Der 33 Kilometer lange Tunnel ist zu 90 Prozent vorgetrieben. Das sind rund 58 Kilometer von in Summe 66 Kilometern, also wir haben zwei Röhren mit je 33 Kilometern Länge.

Es ist beim Tunnelbau generell kaum möglich, alle geologischen Risken vorweg vollk­ommen zu erfassen. Beim Koralmtunnel war das noch schwieriger, weil aufgrund der topografischen Verhältnisse die Risken besonders hoch waren. Er verläuft 1 200 Meter unter der Koralpe. Genau diese geologisch schwierigen Verhältnisse haben eben zu einem angespannten Zeitablauf geführt. Die Arbeiten mussten in den vergangenen Monaten immer wieder unterbrochen werden. Die Tunnelvortriebs­ma­schinen sind stellenweise dem extrem hohen Gebirgsdruck nicht gewachsen gewesen, sind stecken


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