BundesratStenographisches Protokoll883. Sitzung, 883. Sitzung des Bundesrates am 12. Juli 2018 / Seite 14

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Grundlage für die Leistungsvereinbarungen der Universitäten bildet. Das heißt, ab Sep­tember tritt jede Universität zu inhaltlichen und finanziellen Zielen in Verhandlungen mit dem Ministerium beziehungsweise mit unserem Minister Dr. Faßmann.

Vieles wird möglich, das zuvor nicht möglich war: Es gibt erstens eine deutliche Bud­getsteigerung für die Universitäten, ein Plus von 1,35 Milliarden Euro, und zweitens wird ordnungspolitisch die Beliebigkeit in Bezug darauf, wie viele Studierende an Ös­terreichs Universitäten betreut werden können, beendet. Das sind die zwei Kernpunkte.

In Summe bedeutet das 11 Milliarden Euro in den kommenden drei Jahren für unsere Universitäten in Österreich. Dieser Betrag setzt sich aus 840 Millionen Euro für die Fortführung begonnener Vorhaben sowie zusätzlichen 510 Millionen Euro, um insbe­sondere die Betreuungsrelationen zu verbessern, und aus weiteren Positionen zusam­men. Es gibt also mehr Budget und alle Universitäten profitieren.

Allein für Personalressourcen werden 510 Millionen Euro investiert. Rund 500 Profes­suren sowie Assistenzpersonal und Ausstattungsoverhead können dadurch zusätzlich finanziert werden.

Neu ist, dass nun viel stärker auf die individuellen Rahmenbedingungen an den Univer­sitäten eingegangen wird. Qualitätsaspekte wie Studierendenzahl, Studiendauer und Betreuungsverhältnis stehen im Vordergrund. Die Anzahl der prüfungsaktiven Studien und das Forschungspersonal rücken ins Zentrum.

Digitalisierung und soziale Dimension sind die zwei neuen Schwerpunkte der kommen­den Leistungsvereinbarungen.

Geregelter Zugang für bundesweit besonders stark nachgefragte Studien wird auch ein wesentlicher Aspekt sein. Dazu gehören deutlich bessere Betreuungsrelationen zwi­schen Massenfächern und betreuungsintensiven Fächern, auch das ist ein wesentli­cher Schlüssel.

Die Universitätsfinanzierung wird transparenter und effizienter und ist als Struktur auf drei Säulen aufgebaut. Die Bereiche Forschung, Lehre und Infrastruktur beziehungs­weise strategische Entwicklung werden getrennt betrachtet und zusätzlich werden die Studienrichtungen in Fächergruppen eingeteilt. Diese unterscheiden sich durch den Bedarf an Ausstattung und Betreuung, etwa haben die Buchwissenschaften, wie mein Studium der Geisteswissenschaften, einen anderen Bedarf als die technikorientierten Mint-Fächer, wie zum Beispiel jene der Johannes Kepler Universität in Linz, oder auch bestimmte künstlerische Fächer.

Ein wesentlicher Aspekt ist auch mehr Wettbewerb, denn für die Universitäten soll es stärkere Anreize geben, zusätzliche Mittel zu erhalten. In der Forschung sind die einge­worbenen Drittmittel oder die Anzahl der angebotenen strukturierten Doktoratspro­gramme entscheidend. Je mehr Absolventinnen und Absolventen das Studium ab­schließen beziehungsweise je zügiger die Studierenden sind, desto mehr Mittel können Universitäten für die Lehre akquirieren.

Nun zurück nach Oberösterreich und Linz, zur Johannes Kepler Universität als aktuel­lem Beispiel: Die JKU besteht seit 1966, betreibt vier Fakultäten und 20 000 Studie­rende gehen hier ein und aus. Es gibt 130 Professoren, 127 Institute, und das Jahres­budget von 150 Millionen Euro wird zu drei Vierteln vom Bund und zu einem Viertel vom Land getragen.

Der Standort Oberösterreich braucht aufgrund seiner Stärke im industriellen Sektor dringend Absolventen von Mint-Fächern. Deshalb ist das oberste Ziel der JKU eine
25-prozentige Steigerung der Zahl der Mint-Studenten bis 2021, und um das zu errei­chen, muss die JKU budgetär gut ausgestattet sein. Zurzeit laufen die Budgetverhand­lungen mit dem Ministerium. In konkrete Zahlen gegossen heißt das, die JKU Linz


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