BundesratStenographisches Protokoll883. Sitzung, 883. Sitzung des Bundesrates am 12. Juli 2018 / Seite 15

HomeGesamtes ProtokollVorherige SeiteNächste Seite

braucht 60 Millionen Euro mehr Mittel für die Periode 2019 bis 2021, um den Fach­kräftemangel in dem Industriebundesland Österreichs nicht noch schlimmer werden zu lassen. Der Herr Minister ist darüber schon informiert.

Ein weiteres Positivbeispiel dafür, was Lehrende bewirken – auch das ist einer der As­pekte der Universitätsfinanzierung Neu –, ist: Durch den Bekanntheitsgrad von Profes­sor Sepp Hochreiter, der ein Experte für künstliche Intelligenz und Bioinformatik ist, konnte die Anzahl der Studienanfänger in Informatik innerhalb von zwei Jahren um 35 Prozent gesteigert werden. Solche Koryphäen der Wissenschaft können aber nur durch entsprechend attraktive Forschungsprojekte gehalten werden. Daher gibt es auch weitere Projekte, die das Land Oberösterreich mit Unterstützung des Bundes trägt.

Vielleicht noch ein letzter aktueller Aspekt: 2014 wurde an der JKU Linz die Medizini­sche Fakultät errichtet, in der jährlich 350 Medizinerinnen und Mediziner ausgebildet werden. Die Ausbildung ist für die Arbeitswelt wichtig und Antwort auf den prognosti­zierten Ärztemangel in ganz Österreich.

Die Universitätsfinanzierung Neu – 11 Milliarden Euro für die kommenden drei Jahre – bietet viele Möglichkeiten – viel Erfolg bei den Verhandlungen! –, damit die Zukunft un­seres Landes zu unserem Wohle gestaltet wird. (Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie des Bundesrates Todt.)

9.26


Präsidentin Inge Posch-Gruska: Danke sehr.

Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Bundesrätin Doris Hahn. – Bitte.


9.26.26

Bundesrätin Doris Hahn, MEd MA (SPÖ, Niederösterreich): Sehr geehrte Frau Präsi­dentin! Geschätzter Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Zuschauerinnen und Zuschauer auf der Galerie und zu Hause via Livestream! Zu­nächst sei auch mir gestattet, dir, liebe Präsidentin, sehr herzlich zu gratulieren, näm­lich zur Präsidentschaft ganz allgemein und auch zu deiner heutigen sehr eindrucksvol­len Antrittsrede. Alles Gute jedenfalls auch von mir! (Allgemeiner Beifall.)


Präsidentin Inge Posch-Gruska: Danke schön.


Bundesrätin Doris Hahn, MEd MA (fortsetzend): Wir haben, wie ich meine, heute ei­ne spannende Aktuelle Stunde zum Thema Wissenschaftsstandort Österreich. Im inter­nationalen Vergleich zeigt sich eindeutig, dass besonders jene Länder und Regionen wirtschaftlich profitieren und im globalen Wettbewerb bestehen können, die einen An­ziehungspunkt für Wissenschaft und Forschung darstellen.

Wichtige Grundvoraussetzung dafür sind natürlich erstklassige Universitäten und Hoch­schulen, aus denen bestausgebildete Jungakademikerinnen und -akademiker sowie Jung­wissenschaftler hervorgehen können. Daher werde ich mich an dieser Stelle besonders diesem Bereich widmen.

Zunächst zum Positiven – meine Vorrednerin hat es auch schon angesprochen –: Auf Betreiben und Drängen der SPÖ wurde immerhin für die kommende Leistungsverein­barungsperiode 2019 bis 2021 eine Erhöhung des Universitätsbudgets um 1,35 Millio­nen Euro (Rufe bei der ÖVP: Milliarden!) beschlossen – so weit, so gut. Berücksichtigt man den Inflationsausgleich von rund 840 Millionen Euro, so bleibt immerhin ein reales Plus von 510 Millionen Euro pro Jahr.

Dieses Budgetplus hätte eine wichtige Absicherung dargestellt, um Studienplätze aus­zubauen und damit auch Betreuungsverhältnisse mittels Erhöhung der Anzahl an Pro­fessuren weiter zu verbessern, doch dann wurde im Februar die Novelle zum Univer­sitätsgesetz beschlossen. Dazu gibt es nicht nur seitens der Sozialdemokratie einige


HomeGesamtes ProtokollVorherige SeiteNächste Seite