Die Digitalisierung von Quellen und Literatur ist ein wichtiges Thema für die Forschung, die natürlich mit der Digitalität, mit dieser Zugriffsmöglichkeit einen Quantensprung gemacht hat.
Ein Problem für junge Wissenschafter – und das muss man auch sehen – ist, dass die Verlage, die Buchverlage Liquiditätsschwierigkeiten haben. Das heißt, junge Forscher haben Schwierigkeiten, einen Verlag zu finden, der ihre wissenschaftlichen Arbeiten publiziert. Hier springen zwar deutsche Verlage ein, jedoch mit Eigenbeteiligung, weil es kein Geschäft ist und weil, wenn man nicht populärwissenschaftlich schreibt und publiziert, dieses Buch auch nicht verlegt wird, weil man nicht eine Auflage von Tausenden produzieren kann. Wenn man heute bei Amazon schaut – das kann jeder nachvollziehen –, wird man feststellen, dass Bücher, Standardwerke, die vor zehn, 20 Jahren noch reihenweise zum Verkauf im Einzelhandel angeboten worden sind, nicht mehr aufgelegt werden, nicht mehr auffindbar sind. Daher haben die Bibliotheken und die Archive meiner Meinung nach in Zukunft eine wesentlich zentralere Bedeutung als heute und ist es noch wichtiger, dass diese Bestände wirklich gepflegt und für eine Onlinebibliothek gescannt werden. Ich ersuche darum, dass dies im Rahmen der öffentlichen Bibliotheken in Österreich vorangetrieben wird und die entsprechenden Budgetmittel dafür zur Verfügung gestellt werden.
Weg von den Universitäten hin zur außeruniversitären Forschung: Wenn man sich die Patenterteilungen des Österreichischen Patentamtes von 2017 ansieht, stellt man fest, unter den Top Ten sind neun Unternehmen. Das heißt, Forschung und Entwicklung, die Erfindung von neuen Technologien findet heutzutage zentral im Rahmen der angewandten Forschung im Betrieb selbst statt. Die Technische Universität Wien ist immer dabei. Wenn man die Jahre zurückgeht, 2015/2016, sieht man, es sind immer dieselben Unternehmen, zwar in einer anderen Reihenfolge, aber es ist ein ziemlich statischer Weg. Das heißt, die innerbetriebliche Forschung, die Innovation, der Innovator, der unternehmerische Innovator hat offensichtlich eine wichtige Stellung in Österreich, und das ist auch eine gute Entwicklung.
Da darf ich auf Joseph Schumpeter zurückkommen, der bis heute aktuell ist und den Forschungsstand auch diesbezüglich mitbestimmt. 1912 schrieb er in seinem Werk „Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung“: Der innovative Unternehmer, der permanente Innovator will auch im internationalen Umfeld bestehen und mithalten. – Das heißt also, er muss forschen, er muss erfinden. Das sieht man heute an Apple und an all den technologischen Entwicklungen, wie rasant, wie rapide sie voranschreiten und wie sehr notwendig permanente Erfindungen und Patente sind.
Erfindungen sind Eigentumsrechte; das englische Wort intellectual properties sagt das besser aus. Plagiate sind kein Kavaliersdelikt, es ist ein Eigentumsdiebstahl, und da sollte man China jedenfalls in die Schranken weisen.
Ich möchte zum Schluss drei österreichische Erfinder und Forscher aus den Bereichen Naturwissenschaften sowie Sozial- und Geisteswissenschaften erwähnen. Das ist erstens der großartige Forscher Carl Auer von Welsbach. Sein Porträt fand sich auf der 20-Schilling-Note. Er hat mit Seltenen Erden experimentiert und so viel experimentiert, dass er es mit seinem Leben bezahlen musste, weil radioaktive Strahlen offensichtlich seine Gesundheit schädigten. Seine unternehmerische Kraft wirkt bis heute: Die Treibacher Industrie und Osram haben Tausende Mitarbeiter, Osram hat es vor wenigen Jahren sogar an die Börse in Deutschland geschafft – ein Erfolg Auer von Welsbachs, der ihm persönlich als Erfinder und Unternehmer und damit Innovator zuzuschreiben ist.
Der für mich zweite größte Forscher, meines Erachtens der absolut größte Thinktank, den Österreich je hervorgebracht hat, ist Ludwig von Mises und sein Kreis. In der Wirtschaftskammer Wien erinnert heute eine Erinnerungstafel an diese große Forschungs-
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