gruppe, deren Anbringung ich mir erlaubt habe in der Wirtschaftskammer zu beantragen, was dankenswerterweise auch umgesetzt wurde.
An dritter Stelle der Aktualität ein Forscher aus den Geisteswissenschaften, um zu zeigen, dass auch Geisteswissenschaften Publizitätskraft haben: der Vielschreiber und international hoch angesehene Fakultätsvorstand im Institut Osteuropäische Geschichte Oliver Jens Schmitt, der vor Kurzem eine Monographie über Albanien verfasst hat, die sogar die albanische Regierung zu Repliken veranlasst hat. Er hat über Skanderbeg geschrieben und hat diesem Skanderbeg praktisch das Kleid ausgezogen. Seine Monographien und wissenschaftlichen Aufsätze sind wie gesagt ein Beispiel dafür, dass die Geisteswissenschaften sehr wohl Potenzial haben und international auch als Grundlagenforschung apostrophiert werden können.
Zum Schluss darf ich sagen, der Wissenschaftsstandort Österreich als Erfolgsmodell bedarf ständiger Aufmerksamkeit und muss selbst zum permanenten Innovator im Schumpeter’schen Sinne werden. Zugleich ist ein funktionierender Wirtschaftsstandort auch identitätsstiftend – für Österreich als kleines Land ganz wichtig. Alle Voraussetzungen für einen Erfolg sind vorhanden. Alles Gute, Herr Minister! (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
9.45
Präsidentin Inge Posch-Gruska: Danke schön.
Für eine erste Stellungnahme hat sich der Herr Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung zu Wort gemeldet. – Bitte sehr.
Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung Dr. Heinz Faßmann: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Mitglieder des Bundesrates! Sehr geehrte Vorrednerinnen und Vorredner! Herzlichen Dank für Ihre Statements. Frau Mag. Schulz, danke für Ihre elegante Weiterleitung der Wünsche der Johannes Kepler Universität. Ich glaube, Sie sind eine gute Vertreterin Ihres Bundeslandes, und die Botschaft, die Sie hier gesendet haben, ist auch angekommen. (Heiterkeit und Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Sehr geehrte Frau Präsidentin, danke auch für Ihre Einleitungsrede. Ich teile vollkommen Ihren Stolz auf die Entwicklung der österreichischen Bildungslandschaft. Wir haben flächig verteilte Volksschulen, die für eine solide Grundlage der Qualifikationsentwicklung unserer Kinder sorgen. Wir haben hervorragend aufgestellte berufsbildende mittlere und höhere Schulen, die nicht nur für eine theoretische Ausbildung sorgen, sondern auch für eine praktische Ausbildung. Wir haben ein gut entwickeltes duales System der gewerblichen Ausbildung, welches für eine vergleichsweise niedrige Jugendarbeitslosigkeit in Österreich sorgt und gerade für Jugendliche mit Migrationshintergrund das Hineinwachsen in die Mehrheitsgesellschaft erlaubt und fördert. Wir haben unsere Gymnasien, die – das sage ich offen – vergleichsweise billig sind und für ausgezeichnet ausgebildete Absolventen und Absolventinnen sorgen. Wir haben unsere Fachhochschulen, denen es auch hervorragend gelungen ist, eine neue Form der akademischen Ausbildung zu entwickeln. Und wir haben unsere Universitäten, die sowohl in der Grundlagenforschung als auch in der Lehre ihr Bestes geben und auch in der Vergangenheit für eine erhebliche soziale Mobilität gesorgt haben.
Ich finde kein Argument, um in den Chor jener einzustimmen, die manchmal den Abriss unseres Bildungssystems und eine Neuerrichtung fordern. Ich bin für das Renovieren dort, wo es notwendig ist, aber nicht für das, was eben aufgrund eines manchmal vorherrschenden politischen Populismus so leicht über die Lippen geht: Alles ist schlecht, es gehört abgerissen und neu errichtet! Das, glaube ich, trifft nicht auf das österreichische Bildungssystem zu. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
HomeGesamtes ProtokollVorherige SeiteNächste Seite