BundesratStenographisches Protokoll885. Sitzung, 885. Sitzung des Bundesrates am 8. November 2018 / Seite 139

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schmutzung ein nach wie vor großes und immer noch nicht gelöstes Umwelt- und Ge­sundheitsproblem dar.

Die Luftverschmutzung ist aktuell die größte Gesundheitsgefahr in Europa. Das zeigt ein aktueller Bericht der Europäischen Umweltagentur, EEA. Grundlagen sind Daten von 2 500 Messstationen in ganz Europa, die oftmals die vorgegebenen Grenzwerte deutlich überschreiten. Allein für das Jahr 2015 kommen die Forscher in der EU auf rund 391 000 vorzeitige Todesfälle im Zusammenhang mit Luftverschmutzung. Ursa­chen sind Feinstaub, bodennahes Ozon und Stickstoffoxid. Sie verursachen Atembe­schwerden, Herzkreislauferkrankungen oder Krebs. Hauptverursacher sind laut EEA Verkehr, Energieerzeugung, Industrie, Landwirtschaft und Haushalte.

Die Luftverschmutzung ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation, WHO, auch jedes Jahr für den Tod von Hunderttausenden Kindern verantwortlich. Allein im Jahr 2016 seien etwa 600 000 Kinder an durch verschmutzte Luft ausgelösten Lungenerkrankun­gen verstorben. Jeden Tag atmen demnach 93 Prozent aller Kinder unter 15 Jahren weltweit zu einem gefährlichen Grad verschmutzte Luft. Das sind 1,8 Milliarden Kinder, 630 Millionen von ihnen sind jünger als fünf Jahre.

Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wenn man sich diese Statistiken vor Augen hält, dann kann einem schon angst und bange werden. Die Frage wird sein: Welche Maßnahmen können und müssen wir setzen, damit Verbesserungen erzielt werden können?

Oberösterreich zum Beispiel leistet im Gebäudesektor einen wertvollen Beitrag zur Energiestrategie und liegt bei der thermischen Sanierung seit Jahren klar im Spit­zenfeld. Dies wurde unter anderem durch attraktive und zielgerichtete Sanierungsför­derungen erreicht. Dies trägt zur Reduzierung der CO2-Emission bei und ist unerläss­lich für die Umsetzung der Klima- und Energiestrategie des Bundes.

Oberösterreich übernahm beim Klimaschutz bereits durch die Einführung des Gesamt­energieeffizienzsystems im geförderten Wohnbau eine Vorreiterrolle. Diese Maßstäbe waren beispielgebend für ganz Österreich.

Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die neuen EU-Klimaziele legen den Staaten ambitionierte CO2-Vorgaben vor, aber ein Sektor kommt kaum vor, trotz jeder Menge Schwefel, Ruß und CO2, die dadurch anfallen: die internationale Schifffahrt. Vielleicht liegt das daran, dass wir den riesigen Ozeantankern und Frachtschiffen kaum bis nie­mals begegnen oder dass Bilder uns nicht wirklich ihren Lärm und Gestank vermitteln. Es wäre aber höchst an der Zeit, sich den weltweiten Schiffsverkehr im Hinblick auf das Klima intensiver vorzunehmen. Derzeit produziert der internationale Gütertransport auf hoher See mehr Abgase als die meisten Industrienationen.

Wenn die internationalen Gewässer ein Land wären, dann wären sie mittlerweile der sechstgrößte Produzent von Treibhausgasen, zwischen Industrienationen wie Japan und Deutschland. Es wird sehr schwierig bis unmöglich, die Klimaziele auch nur an­nähernd zu erreichen, wenn wir Sektoren wie die Schifffahrt beinahe ausklammern.

Ebenso der Flugverkehr: Wenn man an manchen Tagen bei guter Sicht nach oben schaut, bekommt der Ausspruch: am Himmel ist die Hölle los, eine beinahe plakative Bedeutung. Was aber kann ich persönlich tun, was ist mein eigener CO2-Fußabdruck?

Klimaschonend zu leben ist im Prinzip gar nicht so schwierig. In vielen Bereichen des Alltags kann man schon durch kleine Veränderungen positive Auswirkungen auf die ei­gene CO2-Bilanz erzielen.

Zunächst einmal gilt es, Strom zu sparen, wo dies eben möglich ist. Dass der Betrieb einer fast leeren Waschmaschine nicht umweltschonend ist, eine LED-Lampe besser als die alten Glühbirnen ist und die Elektrogeräte nicht im Stand-by-Modus laufen soll-


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