äußeren Verletzungen aufweisen und müssen noch gehen können. Ob die Lkws geeignet sind, wird selten überprüft. (Zwischenruf des Bundesrates Saurer.)
Wie schaut es beim Transport von Kälbern aus? – Eigentlich müsste man sagen, wir müssen aufhören, männliche Kälber als Abfallprodukte zu bezeichnen. Aus wirtschaftlichen Gründen werden die preislich nahezu wertlosen männlichen Kälber von Westösterreich nach Spanien oder Italien verbracht. Dort werden sie in Großbetrieben einige Monate lang unter deutlich niedrigeren Haltungsstandards als in Österreich gemästet. (Bundesrat Gfrerer: Das ist ja das Problem!)
Als Vergleich: Hunde und Katzen dürfen erst frühestens nach acht Wochen von den Müttern getrennt werden. Diese kleinen Kälber sind aber gerade zwei bis drei Wochen alt und schon über 19 Stunden im Lkw. (Ruf bei der FPÖ: Tierquälerei!) Sie müssen während dieser Zeit auch mit Flüssignahrung gefüttert werden, weil sie noch nicht an Festfutter gewöhnt sind. Sie verstehen aber die ihnen unbekannten Trinknippel im Lkw nicht: Sie müssten erst herangeführt werden, um dort die kontrollierte Menge an körperwarmem Milchaustauscher zu bekommen.
Theoretisch ist alles machbar, aber es dauert Stunden. 200 Kälber auf einem Sattelschlepper individuell zu versorgen, ist zum Beispiel nicht durchführbar und wird deswegen auch nicht gemacht.
Und warum tut man das den Kälbern an? (Ruf bei der ÖVP: Wegen dem billigen Essen!) – Würden die Kälber länger bei den Mutterkühen bleiben, würden sie neben der Milch auch Gras und Heu zu fressen beginnen. Das hat zur Folge, dass sich dann das Fleisch zu verfärben anfängt, dann ist es nicht mehr weiß, sondern wird rosarot. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Und das ist dann die Begründung der Fleischwirtschaft, nämlich dass der Konsument nur weißes Kalbfleisch haben möchte; dunkles ist unverkäuflich. Daher werden aufgrund des Farbvorteils für das zu verkaufende Kalbfleisch all die Kälber von Österreich nach Spanien und Italien transportiert. Dann kommen sie nach einigen Monaten wieder zurück und werden hier als österreichisches Kalbfleisch verkauft. (Ruf bei der FPÖ: Das ist ja richtig pervers!)
In Kärnten ist die Kärnten-Koalition da schon einen anderen Weg gegangen. Gemeinsam mit der Landwirtschaft hat die Gesundheitslandesrätin Beate Prettner eine Forcierung des Kärntner Biokalbfleisches Rosé ins Leben gerufen und so in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft für 1 000 Kälber im Jahr diese unwürdige Behandlung der Jungtiere unterbunden. (Beifall des Bundesrates Pisec.)
In Österreich wird in Sachen Tierschutz sehr oft behauptet, dass man einen tollen Tierschutz hat; wenn man das aber genau betrachtet, erkennt man die Missstände. 98 Prozent der österreichischen Schweine verbringen ihr Leben zum Beispiel in der tristen Umgebung konventioneller Haltungssysteme, auf Vollspaltenböden, über ihren Exkrementen und ohne jegliche Einstreu. Was die Käfighaltung für die Hennen bedeutet, ist für die Schweine die Vollspaltenbodenhaltung. (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Das sind nicht von mir selbst ausgedachte Positionen, sondern das sind Zitate aus einem Interview mit dem Tierarzt Dr. Alexander Rabitsch, der, glaube ich, der grünen Fraktion kein Unbekannter ist. Dr. Alexander Rabitsch ist einer der gefragtesten Experten in Europa. Er hat sich als Kärntner Tierarzt nicht nur Freunde gemacht. Er schult Verkehrspolizisten, Amtstierärzte in Österreich, Deutschland, Polen, Bulgarien, Lettland, Litauen und ist gerichtlich beeideter Sachverständiger. Das sind also alles Fakten, die auch in Fachjournalen nachzulesen sind.
Und wenn man sich jetzt hierher ans Rednerpult stellt und behauptet, dass es von Österreich keine Tiertransporte ins Ausland gibt, so entspricht das nicht der Wahrheit. Wie schaut es mit den Rindfleischexporten aus Österreich aus? – 50 Prozent der Rind-
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