stattgefunden hat, weil eben die Kultur genau der Ort ist, weil Künstlerinnen und Künstler genau diejenigen sind, die so ein Weltereignis auch sehr gut reflektieren und unserer Gesellschaft auch Denkimpulse geben können, intellektuelle oder auch sinnliche Impulse geben können, was diese Coronakrise für uns alle bedeutet.
Ich denke da zum Beispiel – das fand ich eine super Sache – an die „Standard“-Bühne, gestern mit derWooster Group, eine ganz tolle Sache. Ich denke an Festivals, die ins Netz gegangen sind, wie die Diagonale. Ich habe mir einige Filme zu Hause auf der Couch angeschaut, unter anderem beispielsweise auch den Film „Die Dohnal“, den man sich mit einer Eintrittskarte ins Kino dann zu Hause anschauen konnte und damit Teil eines Festivals war. Das war eine sehr spannende Sache. Es gab unzählige Homekonzerte von Künstlerinnen und Künstlern. Ich möchte hier auch die Digitalangebote der öffentlichen Bibliotheken wie der Büchereien Wien hervorheben, die ganz viele E-Books, Hörbücher, Medien und Filme auch online anbieten, ein Angebot, das von den Menschen auch tatsächlich angenommen worden ist.
Sehr spannend habe ich die Museen gefunden, die gesagt haben, wenn die Menschen nicht zu uns kommen können, dann gehen wir zu den Menschen. Ich möchte ein Museum besonders erwähnen, und zwar das Belvedere. Da habe ich mich jeden Tag um 15 Uhr gefreut – muss ich ehrlich gestehen –, wenn in einem Livestream ein anderes Kunstwerk präsentiert worden ist, mit einer Leidenschaft und mit einer Lust, dass man dort wirklich wieder hingehen möchte. (Bundesrat Steiner: Das nützt alles nichts, wenn nichts reinkommt!)
Das ist etwas, was wir wirklich unterstützen möchten. Daran sieht man auch, wie wichtig Kultur für unser Leben geworden ist. Hermann Hesse hat einmal gesagt: „Das Paradies pflegt sich erst dann als Paradies zu erkennen zu geben, wenn wir aus ihm vertrieben sind.“ – Wenn man Kultur nicht wahrnehmen kann, dann fehlt uns Menschen etwas, wenn wir nicht in Konzerte gehen können, wenn wir nicht Veranstaltungen besuchen können. Jetzt gibt es wieder Lockerungen, jetzt können Proben wieder stattfinden, und das halte ich für eine ganz wichtige Sache. Im künstlerischen Prozess sind wir es gewohnt, immer das Endergebnis zu sehen, ich als ehemaliger Max-Reinhardt-Seminarist kann aber nur betonen, wie wichtig das Proben für das künstlerische Entwickeln von Theaterprojekten ist.
Vom regen Interesse an den Museen, das wir jetzt sehen, nachdem wieder geöffnet worden ist, konnte ich mir selbst ein Bild im Kunsthistorischen Museum machen, wo die Leute mit Pay as you wish – selber entscheiden, wie viel sie zahlen wollen – die Museen jetzt wieder genießen können. Genießt es, geht in die Museen, es gibt jetzt so eine einzigartige Möglichkeit, die Museen in einem ganz besonderen Ausmaß zu frequentieren! Schaut euch die Albertina Modern an oder schaut euch die Ausstellung – da ja Oberösterreich jetzt noch die Präsidentschaft hat – Josef Bauer im Lentos Kunstmuseum Linz an, ein Chronist von Demonstrationen, die genau jetzt in der Black-Lives-Matter-Bewegung eine ganz interessante Widerspiegelung dessen ist, was Demonstrationskultur bedeutet.
Und auch Theater kann wieder stattfinden: Schauen Sie sich im TheaterArche „Hikikomori“ an, ein Stück, das genau die jetzige Zeit sehr gut reflektiert, in dem es um soziale Isolation geht, in dem es um eine Person geht, die sich von der Welt sozial abkapselt. Das ist wahrscheinlich eine ganz spannende Sache.
Was bedeutet diese Öffnung jetzt? Was bedeutet es, dass wir jetzt wieder Museen, Theater, Kabaretts und so weiter besuchen können? Wir haben seit dem 29. Mai wieder die Möglichkeit, dass 100 Personen Kultureinrichtungen wie Theater besuchen können. Das ist eine wunderbare Sache, wobei natürlich unter den gegebenen Umständen ein Schutz vor Ansteckungen gegeben sein muss. Danach wird es schrittweise zu weiteren
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