Meine lieben Kolleginnen und Kollegen, es sollte uns alle mit Stolz erfüllen, Mitglied in dieser Wertegemeinschaft zu sein, und es gilt, diese Gemeinschaft mit allen Mitteln gegen rechtspopulistische und nationalistische Kräfte zu schützen. – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
22.30
Präsident Robert Seeber: Zu Wort gemeldet ist Herr Bundesrat Stefan Schennach. Ich erteile ihm dieses.
Bundesrat Stefan Schennach (SPÖ, Wien): Herr Präsident! Lieber Herr Gesundheitsminister! Zu meiner Vorrednerin möchte ich sagen: Ihre Rede hat mir sehr gut gefallen – Frau Steiner hat überzogen, indem sie gemeint hat, die EU habe komplett versagt –, denn die EU ist noch immer die Summe ihrer Mitgliedsländer, und wenn die Mitgliedsländer plötzlich anfangen, den Soloweg und nicht die Abstimmung zu wählen, ist das eben so. Im Hintergrund hat die EU da sehr wohl gewirkt, dass diese Abschottung der einzelnen Nationalstaaten eine vorübergehende ist, aber sie kann nicht mehr sein als die Summe ihrer Mitgliedsländer. (Zwischenruf bei der SPÖ.)
Die Gesundheitskommissarin, Stella Kyriakides, ist ja eine sehr, sehr enge Freundin von mir (Zwischenruf des Bundesrates Rösch), und ich weiß, dass sie wirklich mit allem das Ziel verfolgt – ich war gerade in einer Videokonferenz zur Überwindung der Covid-Pandemie-Krise seitens europäischer Gesundheitsexperten und -expertinnen mit Stella –, und ich denke, da wird einiges kommen, und auch der Europarat bereitet derzeit sechs entsprechende Resolutionen vor.
Was die vorliegende Jahresvorschau betrifft, muss ich sagen – ich habe es zwar schon einmal gesagt –, die Gründe dafür, dass wir hier eine reduzierte Fassung vorliegen haben und es kürzer ist, sind: Zu diesem Zeitpunkt hat es noch keine Kommission gegeben, die musste erst gebildet werden. Im heimischen Bereich hat es noch keine Bundesregierung gegeben, die musste erst noch gebildet werden. Das heißt, wir hatten die Übergangsbundesregierung, und Frau Bundeskanzlerin Bierlein hat dann eine Fristerstreckung gemacht.
Das ist aber nicht das Programm des Ministeriums, das ist das Vorhaben der Kommission und das ist das Vorhaben der jeweiligen Ratspräsidentschaft; allein die Überschriften der kroatischen Ratspräsidentschaft: die Bewältigung der demografischen Herausforderungen – hallo, wie kann man das in einer Pandemiezeit machen? –, die Förderung der Geschlechtergleichstellung und die Stärkung der Frauen, die Stärkung des Wohlbefindens von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern am Arbeitsplatz und die Entwicklung von Fähigkeiten für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation. Das haben die Kroaten vorgehabt. Ich nehme an, vieles davon werden die Deutschen übernehmen und weiterführen. Wie ich von Kollegen Buchmann weiß, werden wir in Kürze im EU-Ausschuss den deutschen Botschafter empfangen, und dann können wir ganz intensiv über die Vorhaben der Deutschen während ihrer Präsidentschaft sprechen.
Ich möchte hier nur auf drei Verordnungen eingehen: erstens: HTA, also Health Technology Assessment. Das erspart vieles. Das ist eine Bewertung von Gesundheitstechnologie, Vermeidung von Doppelarbeit, und – für jene, die die Subsidiarität als heilig empfinden – die ökonomische Frage, der Einsatz dieser Technologie bleibt national.
Zweitens: die Koordinierung der sozialen Sicherheit. Da gibt es die Modalitäten der Durchführung und den Teil des Mobilitätspaktes. Da kommen Arbeitslosenversicherung, anwendbares Recht und die Familienleistungen hinein. Wir hören – und das steht in diesem Bericht, liebe Frau Steiner –, dass der Trilog eine vorläufige Einigung gebracht hat.
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