BundesratStenographisches Protokoll921. Sitzung, 921. Sitzung des Bundesrates am 28. Jänner 2021 / Seite 149

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können! So können Sie aktiv etwas gegen die Jugendarbeitslosigkeit tun, liebe Regie­rung. (Beifall bei der SPÖ sowie des Bundesrates Ofner. – Bundesrat Köck: Bei uns werden dreimal so viele Lehrlinge gesucht, wie es gibt!)

Denken wir an die Schüler, die für die Matura lernen! Ich glaube, uns allen geht es gleich – der Kollege schüttelt den Kopf –: Nach 8, 9 Stunden vor dem Bildschirm brummt einem der Schädel, und ich glaube, es ist wahrscheinlich auch aus ärztlicher Sicht nicht das Klügste für die Gesundheit, den jungen Menschen das so lange zuzumuten. Da sollte man auch auf die Bildschirmpausen achten, aber wer tut das schon wirklich? Da müssen wir wirklich achtgeben.

Es sind die jungen Leute, die die Matura machen wollen, die unter diesen Umständen das Beste geben, muss man ehrlich sagen, und danach vielleicht den ersten Job suchen wollen, das erste Mal auf eigenen Füßen stehen, sich vielleicht sogar mit ihrer eigenen Idee oder mit ihrem eigenen Unternehmen selbstständig machen wollen oder vielleicht auch weiterstudieren wollen. Diesen Menschen sollten wir auf jeden Fall die entspre­chenden Perspektiven geben – und wir sollten auch nachfragen, wie es den Eltern geht.

Da würde ich schon an Ihr Herz, an Ihre Vernunft und Menschlichkeit und an den gesun­den Hausverstand appellieren: Nehmen wir die türkise Brille einmal ab, denn es gibt außerhalb dieser Bubble auch Leute, die sich nicht den neuesten Laptop leisten können, die sich nicht einen extra Bildschirm zu Hause leisten können, die sich nicht die neueste Magic Mouse leisten können, die nicht das schnellste Internet haben. Nein, es gibt auch Menschen und Schülerinnen und Schüler, die diesen Heimunterricht am Handy verfol­gen müssen – und das kann es nicht sein, denn sie gehören genauso zu den fleißigen Leistungsträgerinnen und Leistungsträgern in diesem Land, und wir dürfen sie einfach in dieser Krise nicht zurücklassen! (Beifall bei der SPÖ.)

Ich habe noch einen guten Kontakt zu meinen ehemaligen Arbeitskollegen, und die ha­ben gesagt: Es ist nicht so leicht, ganz ehrlich, es ist nicht lustig, diesen Spagat zwischen Herd, auf dem vielleicht etwas überkocht, der Waschmaschine, dem Homeschooling und dem Videomeeting – auch wenn es vielleicht ganz witzig ist, wenn hinten der Kleine rein­lacht – zu schaffen. Das ist Belastung! Das ist eine richtige Belastung, und das sollten wir ernst nehmen. Da sollten wir den Leuten Perspektiven geben, denn das ist die Reali­tät der fleißigen Menschen draußen.

Ich sage an dieser Stelle auch: Die wahren Krisenmanager waren vermutlich nicht wir hier herinnen, die wahren Krisenmanager waren nicht die Mitglieder dieser Bundesregie­rung, nein, die wahren Krisenmanager, das waren – wir haben es heute schon gehört – auch die Bürgermeister, zusammen mit den Rettungskommandanten, die den Scherben­haufen draußen zusammengeräumt haben. (Beifall bei der SPÖ.)

Die wahren Krisenmanager waren die KindergartenleiterInnen, die Seniorenwohnhaus­leiterInnen, die wahren Krisenmanager, Herr Minister – das muss man ganz ehrlich sa­gen –, waren die SchulleiterInnen, die KindergartenleiterInnen gemeinsam mit den El­tern und den Schülern, denn die haben in dieser herausfordernden Pandemie wirklich Unglaubliches geleistet. (Beifall bei BundesrätInnen der SPÖ.)

Ich bin froh, dass heute auch der Herr Kanzler die Zeit gefunden hat – ich bin froh, dass Sie heute hier sind –, denn auch die Söhne einer guten Freundin, auch das Enkerl mei­nes Nachbarn oder auch gute Bekannte von mir – die sind LehrerInnen – sind betroffen von den Maßnahmen, die wir hier setzen.

Die Ausstattung der fünften und sechsten Schulstufe – Stichwort Digitalisierung – ist ja schon erfolgt. Das ist auch gut so, dass irgendwann endlich eine IT-Ausstattung den Weg in die Schulen findet, denn die Realität schaut leider immer noch ein bisschen an­ders aus. Wenn man hört, dass man WLAN an einer Schule erst vor zwei Jahren instal­liert hat, dann fühlt man sich ein bisschen in die Neunziger und an den Anfang der


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