9.31

Bundesrätin Dr. Andrea Eder-Gitschthaler (ÖVP, Salzburg): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren via Livestream oder von wo immer Sie uns zuhören und zusehen! Waren Sie in letzter Zeit einmal in der Stadt Salzburg? (Rufe bei ÖVP und SPÖ: Ja! – Bundesrat Steiner: Mit dem Zug bin ich gestern durchgefahren!) Falls ja, dann haben Sie vielleicht gemerkt, was für ein Leben jetzt herrscht, wie sich die Stadt anfühlt, dass die Touristinnen und Touristen wiederkommen und welche Vorfreude auf die kommenden 101. Salzburger Festspiele in der Stadt herrscht.

Der Domplatz wurde abgesperrt, um die „Jedermann“-Bühne aufzubauen, am Kapitelplatz gleich gegenüber werden für die Siemens-Festspielnächte das Gastronomiezelt und die große Bühne aufgebaut. Das ist übrigens eine sehr, sehr günstige Möglichkeit, Hochkultur zu erleben. Das gibt es in der Stadt Salzburg schon seit fast zwei Jahrzehnten und ist nur zu empfehlen. Da werden jeden Abend hochkarätige Aufführungen der Salzburger Festspiele – auch aktuelle – gezeigt. Das Programm ist jederzeit einsehbar. Sie sind wird wirklich sehr, sehr gut besucht, gerade von den Salzburgern und Salzburgerinnen. Wenn man durch den Mirabellgarten geht, hört man durch die offenen Fenster des Mozarteum die Sängerinnen und Sänger proben. Das ist wirklich ein sehr, sehr schönes Gefühl nach diesen letzten schwierigen Monaten, gerade für den Kunst- und Kulturbereich.

Um noch ein bisschen Werbung für die Salzburger Festspiele zu machen: Wir beginnen am Samstag, am 17.7., mit der Premiere des „Jedermann“. (Bundesrätin Schumann: Gibt es noch Karten?) – Ja, natürlich gibt es Karten. (Bundesrätin Schumann: Für die Premiere vom „Jedermann“?) – Für die Premiere gibt es keine mehr, aber für die anderen Vorstellungen schon. Das ist sehr niederschwellig, die Salzburger Festspiele bemühen sich da: Von 35 Euro aufwärts bis 400 Euro gibt es Karten für Jederfrau und Jedermann; es gibt auch Karten für StudentInnen. Ich kann nur empfehlen, dass Sie hinkommen.

Am Sonntag, am 18.7., gibt es noch das große Fest zur Festspieleröffnung. Da wird auch immer viel geboten – von Künstlerbegegnungen über Aufführungen et cetera. Das ist also wirklich ein tolles Programm.

Hinweisen möchte ich auch noch auf die Nachwuchsförderung der Salzburger Festspiele. Da gibt es das Young Singers Project und den Young Conductors Award. Außerdem gibt es ein Kinder- und Jungendprogramm. Das ist vielleicht nicht so bekannt – das gibt es seit gut zwei Jahren – und da wird mit Kultureinrichtungen am Land, zum Beispiel dem K.u.l.t. in Hof oder der Bachschmiede in Wals, und mit Schulen zusammengearbeitet. Produktionen der Festspiele werden direkt dort aufgeführt, wie zum Beispiel: „Gold!“ nach dem Märchen „Vom Fischer und seiner Frau“ oder „1000 Kraniche“. Dann gibt es auch noch die Kinderoper „Vom Stern, der nicht leuchten konnte“ in der Universitätsaula, für alle ab sechs Jahren. Ich möchte einfach zeigen, wie bunt dieses Programm ist – gerade jetzt –, und es ist ja so unmittelbar bevorstehend.

Wie Kollege Schreuder gesagt hat, hat die Coronazeit gerade im Bereich Kunst und Kultur Spuren hinterlassen, und daher sind diese laufenden Unterstützungen, die wir gemeinsam auf den Weg gebracht haben – das hat Kollege Schreuder auch schon erwähnt –, sehr, sehr wichtig und notwendig. Heute beschließen wir eine weitere Erhöhung um 10 Millionen Euro, damit wird der Überbrückungsfonds auf 150 Millionen Euro aufgestockt. Wir haben im Ausschuss gehört, das gilt für das dritte Quartal. Es sind ja noch nicht alle Veranstaltungen so auf den Weg gebracht, wie es in der Zeit vor Corona war, darum bedarf es gerade in diesem Bereich einer neuerlichen Hilfe und Unterstützung. Kollege Schreuder hat auch bereits erwähnt, es wurden schon ungefähr 129 Millionen Euro einbezahlt. Weil der Fonds inzwischen fast ausgeschöpft ist, war es ja notwendig, dass wir ihn noch weiter verlängern. 57 000 Anträge wurden bereits bewilligt: dafür ein herzliches Danke an alle, die bei der Abwicklung, bei dieser unbürokratischen Hilfestellung, geholfen haben! Wir haben immer gehört, es hat sehr, sehr gut funktioniert, also vielen Dank an alle, die da mitgeholfen haben. (Beifall bei ÖVP und Grünen sowie des Bundesrates Arlamovsky.)

Kollege Schreuder hat mir auch das schon vorweggenommen (Bundesrat Schreuder: Sorry!): Wie gesagt, ich bin sehr froh, dass wir jetzt wieder Kunst und Kultur erleben können, und daher auch von meiner Seite der Appell an Sie, an euch alle: Bitte nehmt diese tolle Vielfalt im kulturellen Bereich wahr, die Österreich, die jedes Bundesland zu bieten hat! Gehen Sie hin, besuchen Sie Theateraufführungen, Festivals, kaufen Sie Abos! Damit unterstützen Sie die Künstlerinnen und Künstler, und die brauchen das sehr dringend. Sie brauchen das Publikum, sie brauchen die Nachfrage, sie brauchen den Applaus. So können wir zusätzlich zu den Unterstützungsmaßnahmen der Bundesregierung auch noch einiges an Begeisterung beitragen. Das ist wichtig und notwendig, denn ich bin der Meinung, Kunst und Kultur sind Nahrung für die Seele, die brauchen wir alle, gerade jetzt nach dieser so schwierigen Zeit. Bitte gehen Sie hin! (Beifall bei ÖVP und Grünen sowie des Bundesrates Arlamovsky.)

9.37

Präsident Dr. Peter Raggl: Vielen Dank.

Als Nächste zu Wort gemeldet ist Bundesrätin Eva Prischl. Ich erteile ihr dieses. – Bitte.