bei uns lang, zum Beispiel stehen 40 Prozent der heimischen Farn- und Blütenpflanzen und 36 Prozent der Vögel auf diesen Roten Listen. Etwa die Hälfte der 488 in Österreich vorkommenden Biotoptypen ist gefährdet oder stark gefährdet.
Es ist also hoffentlich nicht nur unserer Ansicht nach Zeit, zu handeln, höchste Zeit, gegenzusteuern. Das ist auch möglich – das ist die gute Botschaft. Viele negative Entwicklungen – es sei denn, Arten sind bereits ausgestorben, da gibt es kein Zurück mehr – können umgedreht werden, Systeme können sich erholen, wenn entsprechende Maßnahmen gesetzt werden.
Gerade gestern wurde dazu der Entwurf einer österreichischen Biodiversitätsstrategie 2030, die übrigens in einem langen partizipativen Prozess erarbeitet wurde – dazu wird die Frau Ministerin sicher etwas sagen –, an die österreichische Biodiversitätskommission übergeben und durchläuft damit jetzt die nächsten Prozessschritte, Verhandlungsschritte.
Wichtige Zielsetzungen in diesem Papier sind zum Beispiel: Es soll etwa ein Drittel der gefährdeten heimischen Arten und Lebensräume wieder in einen guten Zustand gebracht werden, wenigstens bis 2030. Man kann jetzt sagen, dass das noch zu wenig ambitioniert ist, aber auch schon das wird eine große Herausforderung sein.
30 Prozent der Fläche Österreichs sollen auf die eine oder andere Art unter Schutz gestellt werden. Das ist ganz wichtig, damit Lebensräume für Tiere und Pflanzen gesichert werden und damit eine Vernetzung zwischen den Lebensräumen stattfinden kann. Auch das ist für die Biodiversität ganz essenziell, weil natürlich viele Tiere wandern.
Hauptursache für den Verlust der Biodiversität ist der Flächenverbrauch, deshalb ist eine massive Reduktion desselben wichtig. Der Bodenverbrauch soll von derzeit – man glaubt es ja fast nicht – 13 Hektar pro Tag – 13 Hektar pro Tag! – bis 2030 auf 2,5 Hektar reduziert werden; das steht im Regierungsprogramm. Das ist schon sehr massiv, und das verlangt natürlich entsprechende Maßnahmen.
Offensichtlich ist, dass Biodiversität nicht allein Naturschutzaufgabe ist. Das ist, glaube ich, ein wichtiger Punkt, den wir erkennen müssen. Vielmehr müssen alle Sektoren unserer Wirtschaft und der Gesellschaft ihre Beiträge dazu leisten und das als gemeinsame Aufgabe verstehen.
Wir setzen mit der Biodiversitätsstrategie einen wichtigen Rahmen dafür und hoffen, dass sie mit der nötigen Ambition auch zu einem breit getragenen Beschluss führt. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei BundesrätInnen der ÖVP.)
11.05
Vizepräsident Günther Novak: Danke, Herr Bundesrat.
Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Bundesrätin Elisabeth Wolff. Ich erteile ihr dieses.
Bundesrätin Elisabeth Wolff, BA (ÖVP, Wien): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Werte Kolleginnen und Kollegen, aber vor allem werte Zuseherinnen und Zuseher! Wenn ich an das Artensterben denke, kommen mir im Kopf immer gleich Bilder von Eisbären, Tigern oder Korallenriffen. Dass dieses Artensterben aber direkt vor der eigenen Haustüre stattfindet, ist den wenigsten bewusst.
Ich denke dabei an das Edelweiß, das eine Seltenheit bei einer Wanderung geworden ist, an die Eschen, die durch einen besonderen Pilz bedroht sind, oder an das Rebhuhn, das in vielen Regionen Österreichs einfach nicht mehr aufzufinden ist. Die Liste der bedrohten Tier- und Pflanzenarten kann man wahrscheinlich lange weiterführen. Gleichzeitig
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