Wir brauchen nicht nur den Regenwald, wir brauchen nicht nur die europäischen Wälder, wir brauchen alle Wälder. Ich bin froh, wenn Sie sich auf EU-Ebene für die Erhaltung der Wälder einsetzen. Es macht mich aber schon nachdenklich und stimmt mich etwas kritisch, wenn zugleich Landwirtschaftsministerin Köstinger schon vorher bekannt gibt, dass sie sich dagegenstellen wird. So werden wir nicht weiterkommen! Wir werden auch nicht mit schönen Worten weiterkommen, sondern wir werden nur mit Handeln weiterkommen!
Kollege Schreuder hat vorhin gesagt, es ist gut, dass wir in der Pandemie Leben gerettet haben. Auch bei diesem Thema geht es darum, Leben zu retten. Auch da müssen wir damit rechnen, dass es Geld kosten wird – das ist so! Es wird auch Einsatz und Kompromisse benötigen. Wir müssen das gemeinsam angehen! Ich ersuche Sie und auch das grüne Ministerium wirklich darum. Ein Koalitionskuschelkurs ist dabei nicht gefragt! – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei BundesrätInnen der FPÖ.)
12.03
Vizepräsidentin Mag. Christine Schwarz-Fuchs: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Bundesrat Andreas Arthur Spanring. Ich erteile ihm dieses.
Bundesrat Andreas Arthur Spanring (FPÖ, Niederösterreich): Frau Vorsitzende! Frau Minister! Kollegen im Bundesrat! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Galerie und vor den Bildschirmen! Mit dem Titel dieser Aktuellen Stunde treffen Sie genau in mein Herz, das seit Kindheitstagen für Tier-, Natur- und auch Umweltschutz schlägt: „Unser Kampf gegen das Artensterben“.
„Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“: Der einzige Kampf, den die Grünen in Österreich führen, ist leider nicht jener für den Erhalt der Artenvielfalt von Flora und Fauna, sondern das Einzige, wofür die Grünen derzeit tatsächlich kämpfen, ist der Verbleib der grünen Partei in der Regierung (Beifall bei der FPÖ) – und das um jeden Preis, denn die Grünen wissen, dass nach der nächsten Wahl sie es sind, die zumindest politisch vom Aussterben bedroht sind. (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.)
Ein weiterer Kampf, den die Grünen seit Jahrzehnten führen, ist der Kampf gegen die Autofahrer. Das war bisher nicht so gefährlich, weil sie keinen echten Schaden anrichten konnten. Jetzt ist es leider so, dass die ÖVP vieles mitträgt und die Grauslichkeiten samt Abzocke gegenüber jenen, die privat und beruflich auf ein Fahrzeug angewiesen sind, unterstützt und leider auch gutheißt.
Zurück zum Titel dieser Aktuellen Stunde: Ich kann gleich anhand eines Beispiels den angeblichen Kampf der Grünen gegen das Artensterben und den tatsächlichen Kampf gegen die Pendler aufzeigen. Der Bezirk Gänserndorf braucht eine ordentliche Anbindung und gleichzeitig eine Verkehrsentlastung in Form der S 8. Diese Marchfeld-Schnellstraße kann aber nicht gebaut werden, da dort angeblich ein einzigartiger Vogel brütet, nämlich der Triel. Es brüten angeblich bis zu zwei Trielpärchen im östlichen Marchfeld. Der Triel ist ursprünglich ja gar nicht dort heimisch, sondern hat sich erst durch die künstlich entstandenen Schottergruben, gegen die sich die Grünen auch aussprechen, angesiedelt. Es ist der Triel, der in Südeuropa – zum Beispiel in Italien – nach wie vor bejagt wird und hier zwar seit Ewigkeiten nicht mehr gesichtet, aber angeblich gehört wurde. Dieser angebliche Kampf der Grünen gegen das Sterben dieses Vogels ist nur ein Beispiel, wie die Grünen in Wahrheit den Kampf gegen die Autofahrer fortführen. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwei angebliche Trielpärchen sind ihnen wichtig, die Sicherheit und auch die Lebensqualität Zigtausender Gänserndorfer, die tagtäglich stundenlang im Stau stehen und
HomeGesamtes ProtokollVorherige SeiteNächste Seite