natürlich eine der teuersten Einrichtungen ist, die wir im Gesundheitssystem vorhalten können, und zum Zweiten – und das ist ja eigentlich noch das viel Schlimmere –, weil es natürlich ein Krankenhaus ist, wo man sich mit ansteckenden Krankheiten infizieren kann, und das ist ja etwas, was nicht sein müsste.
Ich persönlich habe immer gesagt, dass die Frage nach der Versorgung alter Menschen eine der zentralen Fragen ist, auf die wir in der Politik Antworten finden müssen.
Wie schaut die Istsituation aus? – Es gibt im Augenblick rund 466 000 Menschen in Österreich, die Pflegegeld beziehen. Das bedeutet, dass 466 000 Menschen in Österreich leben, die auf irgendeine Art und Weise Hilfe brauchen, um ihren Alltag bewältigen zu können. Das ist ein Bedarf, der natürlich steigen wird, das wird nicht weniger werden. Gleichzeitig haben wir knapp unter einer Million Menschen, die ihre (Bundesrätin Steiner-Wieser: Ihre Angehörigen!) Angehörigen zu Hause pflegen, betreuen und sich liebevoll um sie kümmern.
Sehr geehrte Damen und Herren, Sie wissen das selber sicherlich aus Ihrem Umfeld, aus Gesprächen, und das sagen eigentlich alle Studien und Umfragen: Was ist denn der größte Wunsch eines älter werdenden Menschen? – So lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu bleiben und nach Möglichkeit auch zu Hause betreut und gepflegt zu werden, in der eigenen gewohnten Umgebung. Und da gibt es schon viel, was vor allem die Länder da auf den Weg gebracht haben, da starten wir Gott sei Dank nicht bei null. Warum ist das so? – Weil – und das wissen Sie, denke ich – die Zuständigkeit für Sachleistungen in der Pflege ja schon sehr lange bei uns Bundesländern liegt und die Länder eben, wie ich schon erwähnt habe, da schon tolle, innovative Projekte auf den Weg gebracht haben.
Ich habe ein Beispiel aus meinem eigenen Bundesland mitgebracht, aus der Steiermark, ein Beispiel, auf das wir zu Recht stolz sein können, nämlich die sogenannte Pflegedrehscheibe. Das ist eine ganz wunderbare Einrichtung, in der Expertinnen und Experten in jeder Bezirkshauptmannschaft des Landes jeden Tag zugegen sind, um betroffene Angehörige zu beraten – in Fragen der Pflege, beim Ausfüllen von Formularen, bei der Bewältigung des Alltags.
Das ist eine wirklich großartige Einrichtung, und erst jetzt hat unsere Gesundheitslandesrätin verkündet, dass da weiter Personal aufgestockt werden soll, weil der Bedarf eben so groß ist. Mit der Änderung dieses Bundespflegegeldgesetzes, die wir heute beschließen wollen, schaffen wir eine weitere Möglichkeit für solch innovative Projekte.
Kollegin Hauschildt-Buschberger hat es bereits erwähnt: Die Communitynurses können, werden und sollen genau so etwas sein, nämlich keine Konkurrenz zu bestehenden Modellen, sondern eine sinnvolle Erweiterung und Ergänzung zur bedarfsorientierten, wohnortnahen und niederschwelligen Versorgung. Das ist schon einiges an Geld: Wir reden da immerhin von 54 Millionen Euro aus EU-Mitteln, die jetzt in einer ersten Stufe zur Verfügung gestellt werden sollen, damit dieses Pilotprojekt im Herbst flächendeckend in ganz Österreich starten kann.
Diese Communitynurses sollen in erster Linie Ansprechpartner sein, der erste Ansprechpartner, wenn es um Fragen der Versorgung geht. Sie sollen eine Koordinierungsfunktion wahrnehmen, sie sollen abwägen und einschätzen: Welcher Bedarf ist denn gegeben? Welche Form der Versorgung ist denn für die Jeweilige oder den Jeweiligen die richtige?
Noch eine Aufgabe, wie ich finde, sollten Communitynurses vermehrt wahrnehmen – Sie alle kennen den Spruch: Vorbeugen ist besser als heulen und heilen! –, nämlich die Prävention. Da müssen wir massiv ansetzen und da müssen wir Maßnahmen setzen,
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