zu besprechen und zu beurteilen: Wie wird etwa die Klimakrise Wirtschaft und Arbeit in den Regionen verändern? Wie umweltfreundlich produziert unsere Industrie in Zukunft und welche Rahmenbedingungen braucht sie dafür? Welche Produkte werden in Sachen Klimaneutralität künftig gefragt sein? Wer wird diese Produkte wo unter welchen Bedingungen erzeugen? – Für all diese Fragen brauchen wir einen Plan für den Tag nach der Krise, wann auch immer dieser kommen mag.
Die Bekämpfung der Klimakrise ist aber nicht nur ein politischer Imperativ, der als Bürde gesehen werden muss, diese Generationenaufgabe birgt jede Menge Chancen, die wir für uns nützen müssen. Mit Themen wie Klimaschutz und Energieeffizienz steht und fällt zukünftig die Qualität unserer Wirtschaftsstandorte. Grüne Technologien sollen uns nicht nur vor der drohenden Klimakatastrophe bewahren, sie können auch neue, nachhaltige Jobs schaffen. Wenn wir das richtig angehen, werden Wirtschaft und Arbeitsmarkt davon profitieren.
Das daraus generierte Wachstum ist auch notwendig, gerade im Hinblick auf die immensen Summen, die in Form von Wirtschaftshilfen in den vergangenen zwei Jahren ausgeschüttet wurden. Klimaschutz und Wachstum müssen Hand in Hand gehen, um den anstehenden Herausforderungen gerecht zu werden.
Eine weitere Herausforderung birgt die Situation von Frauen auf dem Arbeitsmarkt, die es ohne Wenn und Aber zu verbessern gilt. Hierbei steht das oft unzureichende Angebot an Kinderbetreuung nicht nur dem Wunsch vieler junger Frauen, Familie und Beruf zu vereinbaren, im Wege, es führt auch dazu, dass sich viele junge Familien gezwungen sehen, aus den ländlichen in die städtischen Gebiete abzuwandern. Diese Entwicklung ist weder im Interesse der ländlichen Regionen noch in jenem junger Familien. Wir brauchen daher mehr Angebote für die Betreuung auch der Jüngsten unserer Kinder sowie längere Öffnungszeiten solcher Kinderbetreuungseinrichtungen, damit sowohl Mütter als auch Väter ihre Berufe ausüben können. Auch wenn sich der Mangel solcher Angebote mehr auf dem Land bemerkbar macht, schließt das die Städte natürlich nicht aus.
Dies bewahrheitet sich insbesondere im Hinblick auf so viele Konsequenzen, die sich oftmals erst Jahre später bemerkbar machen. Hier sticht vor allem die in Österreich vergleichsweise hohe Altersarmut unter Frauen, besonders unter Witwen und Geschiedenen, ins Auge. Es steht völlig außer Zweifel, dass durch die unzureichende Integration von Frauen auf dem Arbeitsmarkt nicht nur die Frauen selbst benachteiligt werden, sondern unsere gesamte Wirtschaft und Gesellschaft sehr viel an Erfahrung, Engagement und Expertise verliert. Wir haben nämlich einerseits sehr viele gut ausgebildete Frauen und andererseits in zahlreichen Branchen einen eklatanten Fachkräfte- und Arbeitskräftemangel.
Und sollten diese Argumente noch nicht schwer genug wiegen, bitte ich, Folgendes zu beachten: Denken Sie an all die Chancen, die wir den heranwachsenden Generationen bieten, wenn sie frühkindliche Bildung genießen dürfen, während ihre Eltern gleichzeitig einer Arbeit nachgehen können. Es gibt Studien, die zeigen, dass jeder Euro, der heute richtig in Elementarpädagogik investiert wird, in Zukunft mehrfach wieder zurückkommt. Diese Kinder von heute haben später durch eine bessere Grundausbildung bessere Chancen am Arbeitsmarkt, laufen weniger Gefahr, arbeitslos zu werden, und belasten auch nachweislich weniger unser Gesundheitssystem.
Ein weiterer Eckpfeiler für adäquate Bedingungen unserer Wirtschaft ist die konstruktive Zusammenarbeit von Bund und Ländern. In der Pressekonferenz zur Übernahme des Ländervorsitzes wurde von gleichberechtigten Partnern gesprochen, die auf Augenhöhe einzubinden sind. Die Partnerschaft von Bund und Ländern, von Städten und ländlichen Regionen ist nicht nur ein Grundpfeiler dieser zweiten Kammer des Parlaments und somit unser Staatswesen, sie ist auch Ausdruck eines gelebten Subsidiaritätsprinzips,
HomeGesamtes ProtokollVorherige SeiteNächste Seite