zerpflückt und letztendlich gesagt, daß der Inhalt, der von Hovorka ausgearbeiteten Studie ein ziemlicher Blödsinn ist. Das war interessant für mich.
Herr Bundesminister! Ich darf Sie aus gegebenen Anlaß schon fragen: Was hat Sie bewogen, diese Studie bei Hovorka in Auftrag zu geben, wenn alles ohnehin nur Topfen sein soll, was die beiden Gegengutachter dann attestiert haben? Das frage ich mich wirklich. Was hat Sie bewogen, zuerst diesen Weg zu gehen? Weil es letztlich inhaltlich nicht gepaßt hat, hat man gesagt, jetzt muß korrigierend eingegriffen werden: Schweigepflicht nach außen, der große Vorhang des Schweigens. Schwarzböck hat es gewußt, glaube ich, weil einer seiner Sekretäre ein bißchen herumgewachelt hat mit dieser Studie.
Was steht da drinnen? – Ganz knallhart einige Sachen, die ich hier zusammenfassen möchte: Bei der großen Differenzierung nach Hauptproduktionsregionen ist die Aussage enthalten, daß die Förderhöhen – verglichen zwischen Betrieben mit jeweils durchschnittlicher Betriebsgröße – sehr stark divergieren, konkret: das Fünffache an absoluter Förderhöhe für den durchschnittlich vergleichbaren Betrieb in der Nordostregion, also Marchfeld, gegenüber einem alpenländischen Betrieb. Es ist das also ein Vergleich zwischen Betrieben in Gunstlage und jenen in Ungunstlage. Es wurden alle möglichen Förderarten addiert. Man kann darüber streiten, ob das seriös ist oder nicht – aber diese Grundaussage steht einmal.
Die zweite Sache, die ich nur kurz herausgreifen möchte: degressive Ausgleichszahlungen, Gemeinsame Agrarpolitik, Flächenzahlung. Insgesamt werden beide Förderarten zusammen für den Durchschnitt der Betriebe mit mehr als 100 Hektar Ackerfläche, das sind 325 an der Zahl, eine Summe von durchschnittlich 1,7 Millionen Schilling bringen. Die Betriebe in der Größenklasse fünf bis zehn Hektar, wo also eine gewisse Massierung auftritt, die einen Anteil von 60 bis 70 Prozent darstellen, erhalten dagegen 42 000 S. Also 1,7 Millionen Schilling gegenüber 42 000 S! (Abg. Dipl.-Ing. Kaiser: Sie wissen schon, daß das demagogisch ist!) Das ist nicht demagogisch, Herr Kollege. Nein!
Ich möchte auf etwas Bestimmtes hinweisen. Pudeln Sie sich nicht jetzt schon auf! Sie werden noch einiges darüber hören.
Als Konsequenz hat der Autor, dieser Hovorka, gefordert... (Abg. Schwarzenberger: Sie wissen schon, daß 100 Hektar mehr sind als fünf Hektar?!) Natürlich weiß ich das alles, Kollege! Aber setzen Sie einmal die Relationen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger .) Ich will etwas Bestimmtes damit zum Ausdruck bringen. Hören Sie mir jetzt nur zu – und dann können Sie noch einmal zum Rednerpult gehen, das alles entkräften und sagen, daß alles Blödsinn ist, was ich hier gesagt habe. Jetzt lassen Sie mich aber einmal ausreden!
Der Autor dieser Studie fordert also eine Degression der Direktzahlungen, gestaffelt nach der Betriebsgröße, Herr Bundesminister, also keine starren Obergrenzen, wie das einmal von der SPÖ gefordert wurde, sondern Einschleifregelungen, die meiner Meinung nach richtig sind und die auch von anderen wissenschaftlichen Gutachtern als richtiger und vernünftiger Weg für die Zukunft bezeichnet wurden. Jetzt gebe ich offen zu, Herr Bundesminister, daß diese Studie grob vereinfacht. Aber Sie haben sie ja in Auftrag gegeben, sie wurde ja auch aus der Sicht bergbäuerlicher Betriebe erstellt. Es kann daher auch nicht alles eins zu eins übertragen werden.
Man darf das System der Direktzahlungen sicherlich auch nicht mit Sozialbeihilfen vergleichen. Man kann es aber sehr wohl mit der Wirtschaftsförderung vergleichen. Denn auch in einem gewerblichen Betrieb gibt es variable Einschleifregelungen, und zwar bei fast allen Förderarten. Wir sagen ja immer, daß der Bauer ein Unternehmer ist und auch als solcher betrachtet werden sollte. Daher ist, glaube ich, der Vergleich mit der Wirtschaftsförderung durchaus zulässig. (Abg. Schwarzböck: Aber wirklich nicht, Herr Kollege!) Und in diesem Zusammenhang gibt es auch diese Einschleifregelungen, gegen die Sie sich wehren, Herr Kollege Schwarzböck! Wir haben schon etliche Debatten gehabt. Da haben Sie gesagt: Das kommt nicht in Frage, das ist kommunistisch, die Liberalen lassen sich in diesem Fall von den Sozialisten vereinnahmen. All das haben wir gehört.