Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 78. Sitzung / Seite 23

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Wir hatten im Jahr 1993 Exporte in der Höhe von 467,2 Milliarden Schilling. Diese sind im Jahr 1996 auf 612 Milliarden Schilling gestiegen. Das ist ein Wachstum von 31 Prozent. Unsere Exporte haben sich in wenigen Jahren um fast ein Drittel gesteigert. Wir ersehen aus allen Indizien, die wir von den Einkommensergebnissen der Mehrwertsteuer und von Firmenprognosen her haben, daß diese Entwicklung weiter voranschreitet.

Wir hatten zwar in den ersten Monaten dieses Jahres einige Schwierigkeiten das hängt aber mit atypischen Verlagerungen innerhalb der EU zusammen , wir haben aber weiterhin eine Steigerungsrate des Exports. Wir gehen davon aus, daß wir heuer nominell Exportsteigerungen von etwa 7 Prozent haben werden.

Präsident Dr. Heinz Fischer: Zusatzfrage: Kollege Puttinger.

Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Puttinger (ÖVP): Herr Bundesminister! Die Handelsbilanzprobleme osteuropäischer Staaten veranlassen diese zunehmend zu Maßnahmen, um sich gegen Einfuhren abzuschotten. Österreich als Nachbar und, wie bekannt ist, als Drehscheibe zu Osteuropa muß das interessieren. Ich frage Sie daher: Existieren von Ihrer Seite aus Überlegungen, um den österreichischen Ostexporteuren in dieser Situation beizustehen?

Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Bundesminister, bitte.

Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten Dr. Hannes Farnleitner: Ich hatte vor zwei Wochen ein Treffen in Rust am See mit allen Wirtschaftsministern unserer östlichen Nachbarländer. Wir haben auch über diese Fragen gesprochen.

Ich darf noch einmal zu den Daten kommen. Österreich hat in den letzten zwei Jahren den Exportanteil in diese Länder von 13 auf über 15 Prozent gesteigert, und ich wage es, zu prognostizieren, daß wir in etwa fünf Jahren fast 20 Prozent Exportanteil in diese Länder haben werden.  Trotz aller Maßnahmen, die diese Länder ergreifen, steigen unsere Exporte.

In Gesprächen mit der heimischen Exportwirtschaft wurde mir von dieser mitgeteilt, daß etwa gegen die Erschwernisse, die Tschechien und die Slowakei eingeführt haben, im Prinzip nichts eingewendet wird, wenn sie nur ohne große Bürokratie und rasch über die Bühne gehen. Ich habe das im Einvernehmen mit einschlägigen Wirtschaftskreisen auch an die entsprechenden Minister herangetragen. Aber im Prinzip sind wir in jedem Fall auf der Gewinnerseite, was immer diese Länder momentan an Maßnahmen versuchen.

Präsident Dr. Heinz Fischer: Danke.  Zusatzfrage: Kollege Parnigoni.  Bitte.

Abgeordneter Rudolf Parnigoni (SPÖ): Herr Bundesminister! Wir alle wissen, daß der Export für unseren Wohlstand von besonderer Bedeutung ist. Wir verstehen unter Export immer den Export von Waren. Nun ist schon in einer Wortmeldung der Tourismus als ein wichtiger Teil unseres Exports hineinreklamiert worden. Ich möchte Sie aber fragen, Herr Bundesminister: Welche unterstützenden Maßnahmen können Sie sich für den Export von Dienstleistungen vorstellen?

Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Bundesminister.  Bitte.

Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten Dr. Hannes Farnleitner: Zum einen sehen wir, daß in sehr vielen Industriebetrieben heute ein, wie es heißt, Out-sourcing von Dienstleistungen stattfindet, das heißt, es werden ganze Abteilungen wie Wartung, Service, zum Teil auch Forschung ausgegliedert, aber umgekehrt in ihrer neuen Funktion auch auf den Auslandsmärkten angesiedelt.

Daraus ergibt sich auch ein relativ deutlicher Anstieg unseres Serviceanteils bei den Exportleistungen. Ich weise darauf hin, daß die zwei Hoffnungsmärkte in diesem Bereich vor allem im Bereich des Finanzierungsgeschäftes sind, im Bereich des Consultings, der Beratungstätigkeiten. Wir haben hier freilich ein Problem, nämlich daß unser größtes Hindernis für den Export dieser Dienstleistungen in der Höhe der österreichischen Preise besteht.


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