Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 78. Sitzung / Seite 67

Home Seite 1 Vorherige Seite Nächste Seite

Ich sehe als Interessenvertreter und Abgeordneter, als Bürger dieses Landes, der Interessen in diesem Bereich hat  no na!, möchte ich sagen , diese Entwicklung sehr positiv. Diese neue Gewerbeordnung ist ein sehr starker Impulsgeber für den Wirtschaftsstandort Österreich, für die Weiterentwicklung unserer Wirtschaft, für die Arbeitsplatzsicherung. Ich freue mich sehr, daß diese neue Gewerbeordnung auch besonders starke Impulse im ländlichen Raum, in strukturschwachen Regionen unseres Landes, wo wir diese sehr dringend brauchen, ermöglichen. Wir schaffen neue Kooperationsmöglichkeiten zwischen Gewerbetreibenden und Bauern in der Lohnverarbeitung und eine viel engere Zusammenarbeit, wie wir sie ja täglich draußen erleben, wo entsprechende Erwartungen bestehen.

Wir spüren, daß sich gerade in der Lebensmittelwirtschaft angesichts einer sehr starken Entwicklung der Markenartikelindustrie, der Konzentration im Lebensmittelhandel  wir haben den höchsten Konzentrationsgrad in Europa , eine ständig steigende Nachfrage für Bäuerlichkeit, Ursprünglichkeit, Regionalität und Frische in bezug auf Produkte ergibt. Wir können nun mit diesen Rahmenbedingungen dieser sich im Grunde genommen im Gegenzug zur Konzentration und zur Markenartikelindustrie entwickelnden Nachfrage stärker Rechnung tragen  nicht in Konfrontation, sondern in Partnerschaft mit Handel und Gewerbe und allen Bereichen der Lebensmittelwirtschaft.

Wir können im Grunde genommen  vor allem auch im Zusammenhang mit der starken Entwicklung des biologischen Landbaus  vielen Bauern die Möglichkeit geben, ihre Rohproduktion viel stärker in die Be- und Verarbeitung miteinzubeziehen, da die Unterverordnung gefallen ist. Es sind betreffend Zukauf neue Entwicklungsmöglichkeiten gegeben, und ich sehe in den allgemeinen Entwicklungen des Teilgewerbes auch viele Chancen im ländlichen Raum, wo viele mit der dualen Ausbildung die Möglichkeiten des Teilgewerbes nutzen können.

Meine Damen und Herren! Es liegt meiner Ansicht nach in der Natur der Sache und in der des politischen Lebens, daß es bei derartigen Gesetzen und Novellierungen Konfrontationen in Fragen des Steuer- und Anlagenrechtes oder in anderen Punkten gibt. Ich halte es aber für ein sehr schönes Zeichen einer funktionierenden Politik, daß wir heute ein Ergebnis präsentieren können, das im Grunde genommen davon geprägt ist, daß man die verschiedenen Standpunkte überwunden und sich in der Mitte getroffen hat.

In dieser Woche kann die Regierungskoalition Gesetzesinitiativen vorlegen und verabschieden, die nicht nur in den nächsten Wochen und Monaten weitreichende Auswirkungen haben, sondern die Weiterentwicklung unseres gesamten Wirtschafts- und Gesellschaftslebens positiv beeinflussen werden.

Meine Damen und Herren! Ich freue mich, daß wir mit dieser Gewerbeordnung Rahmenbedingungen schaffen, die viele junge, unternehmerisch Interessierte für ihre bestehende oder für den leichteren Aufbau zukünftiger Selbständigkeit nützen werden. Wir benötigen das auch angesichts der internationalen Entwicklungen und des Drucks auf den österreichischen Arbeitsmarkt. In vielen Bereichen können wir nur gegensteuern, wenn es uns gelingt, die Zahl der Selbständigen in diesem Land zu erhöhen.

Kollege Kaufmann! Ich persönlich glaube, daß wir durchaus offensiv an diese Fragen herangehen können. Es liegt in der Natur der Sache, daß Sie als Arbeitnehmervertreter Ängste äußern, Entwicklungen der amerikanischen Wirtschaftsordnung könnten sich unter Umständen auch auf Österreich auswirken.

Aber ich sage Ihnen ganz offen: Angesichts unserer jetzigen Arbeitsplatz- und Arbeitsmarktsituation gehe ich davon aus, daß auch die von Ihnen angesprochenen mobilen Arbeitsplätze sowie die Arbeitsplätze im unteren Dienstleistungsbereich, deren Zahl gerade in der amerikanischen Wirtschaft stark angestiegen ist, in einer florierenden, wachsenden Wirtschaft Betroffenen im Grunde genommen mehr Möglichkeiten bieten, als es Schutzelemente in diesem Bereich des Arbeitsmarktes tun können. (Abg. Dr. Fekter: Freisetzen!) Letztere tragen unter Umständen dazu bei, daß wir die Möglichkeit solcher Arbeitsplätze nicht nutzen können und das mit Arbeitslosenunterstützungen kompensieren müssen.


Home Seite 1 Vorherige Seite Nächste Seite