Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 81. Sitzung / Seite 148

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wenn es um die Sicherheit unserer Soldaten, unserer Staatsbürger geht, dann muß Sicherheit eine oberste Prämisse sein. Ich glaube daher, daß die Debatte trotz aller Problematik gut ist.

Herr Bundesminister, Sie haben zwar ausgeführt, daß Vorsorge getroffen wurde, und das steht auch in der Beantwortung dieser Anfrage, weiters wird aber von der Möglichkeit von "verstärkenden Elementen zum Schutze des Abzuges" gesprochen.  Mich würde interessieren, was man darunter zu verstehen hat.

Wir haben grundsätzlich drei Möglichkeiten, unsere Truppen aus dem Krisengebiet Albanien zurückzubringen: den Landweg, den Seeweg und den Luftweg. Der Landweg ist ja wohl auszuschließen, weil man davon ausgehen muß, daß man so durch ein zweites Krisengebiet käme und sicherlich Probleme hätte. Bleiben also de facto zwei übrig: der Seeweg und der Luftweg. Der Luftweg, da wir ja selbst keine eigene Transportkapazität haben, scheidet wohl aus  es sei denn, es gelänge uns, im Ernstfall einen Staat zu ersuchen, uns dabei zu unterstützen. Wie Sie, Herr Bundesminister, ja selbst angedeutet haben, könnte das unter Umständen durch die NATO  oder wen immer  geschehen.

Auf dem Seeweg ist es das gleiche Dilemma: Österreich hat keine eigene Flotte; bliebe also nur, auf jenes Land zu hoffen, das dort das Oberkommando hat, nämlich Italien. Das zeigt grundsätzlich auf, daß wir Probleme haben, wenn wir Truppen in das Ausland entsenden. Daher glaube ich, daß es recht, billig und notwendig ist, rechtzeitig Vorsorge für solche Krisenfälle zu treffen, damit wir auch sicher sein können, daß unsere Leute wieder gut nach Hause kommen.

Folgendes möchte ich nicht verabsäumen zu sagen  Sie haben es schon kurz angedeutet , nämlich daß wiederum bewiesen wurde, daß Österreich auch kurzfristig in der Lage ist, sich vor Ort tatkräftig für den Frieden einzusetzen. Unsere Soldaten sind gut vorbereitet, sie haben eine schwierige Situation vorgefunden, aber sie haben es trotzdem in sehr kurzer Zeit bewerkstelligt, diese Situation zu bewältigen und dazu beizutragen, daß nicht nur Wahlen abgehalten werden konnten, sondern daß sich die Lage in Albanien auch stabilisiert hat.

Ich möchte in diesem Zusammenhang dem OSZE-Sonderbeauftragten Dr. Vranitzky von dieser Stelle aus dafür danken, daß mit seiner Hilfe und in Fortsetzung dieses Weges, der durch die Truppen aufbereitet wurde, Wahlen in Albanien durchgeführt werden konnten. Allen, die dazu beigetragen haben, möchte ich namens meiner Fraktion sehr herzlich für diesen Einsatz danken. Es war das wieder ein Beitrag Österreichs für den Frieden, ein Beispiel dafür, wie Österreich dies handhabt. Ich glaube, wir können stolz darauf sein, und ich hoffe nur, daß unsere Truppen einen guten Abschluß bewerkstelligen und ohne größere Probleme wieder in die Heimat zurückkehren können. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Tichy-Schreder. )

17.57

Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Sauer.  Bitte.

17.57

Abgeordneter Willi Sauer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Wenn wir von einem Friedenseinsatz unseres Bundesheeres in Albanien reden, dann reden wir von 115 Österreichern, die bereit waren, sich freiwillig für eine gute Sache zur Verfügung zu stellen. Wir reden von 115 österreichischen Offizieren und Soldaten, die sehr wesentlich dazu beigetragen haben, eine stabile Ordnung in einem Land wiederherzustellen, die wesentlich dazu beigetragen haben, daß diese Krise derart bewältigt wurde, daß freie Wahlen abgehalten werden konnten und die Menschen Albaniens in ihrem Land bleiben können.

Ich weiß nicht, was geschehen wäre, wenn diese friedenssichernde Aktion, an der österreichische Soldaten sehr wesentlich mitgewirkt haben, nicht stattgefunden hätte, ob wir nicht mit einem Flüchtlingsstrom aus diesem Land rechnen hätten müssen. Ich glaube, daß wir Österreicher diesen 115 Freiwilligen zu Dank verpflichtet sind.

Ich habe vorhin mit Herrn Oberst Meran ein Gespräch geführt, der bei einer Inspektion vor Ort war, und er hat mir gesagt, daß die österreichischen Soldaten sehr positiv von der albanischen Bevölkerung aufgenommen werden, weil unsere Soldaten nicht nur die Friedenssicherung der


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