Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 83. Sitzung / Seite 132

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Heute sind die letzten Naturvölker  es handelt sich um 4,8 Prozent der Weltbevölkerung  in ihrer Existenz bedroht, und ihre Lebensgrundlagen werden zerstört. Dies geht bis zu Vertreibung und Völkermord. Die Lebensgrundlagen werden durch Abholzung, Bergbau oder durch Atomtests zerstört. Man kann in diesem Zusammenhang die Yanomami in Brasilien, deren Gebiete die Goldgräber besiedeln, die Penan in Malaysia, die von den Holzfällern und von der Regierung vertrieben werden, oder die Ogoni in Nigeria nennen, wo der internationale Konzern "Shell" Interessen hat. Und ich könnte diese Liste noch lange fortsetzen. Wenn man von Globalisierung spricht, dann muß man auch miteinbeziehen, daß die westlichen Industriestaaten Interesse an den Rohstoffen haben, die zum Teil nur mehr in diesen abgelegenen Gebieten zu finden sind.

Die ILO-Konvention ist ein wesentliches Rechtsinstrument zur Durchsetzung der entsprechenden Rechte. Es geht vor allem darum, die Landrechte der indigenen Völker zu sichern und die Rechte dieser Völker festzuschreiben, damit es nicht zu Vertreibungen kommen kann. Für uns bedeutet das, daß auch wir uns im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit sehr stark der Probleme und Bedürfnisse dieser Völker annehmen. Dabei geht es nicht um irgendwelche romantischen oder idealistischen Vorstellungen, sondern es geht um Forderungen, die von Indianerorganisationen selbst formuliert werden.

Ich erwähne in diesem Zusammenhang zum Beispiel unser Interesse an der Erhaltung des Regenwaldes. Der Regenwald wird nur dann überleben, wenn ihn die Menschen, die ihn seit Jahrtausenden besiedeln, so bewirtschaften, daß Mensch und Natur gemeinsam leben können. Nur dann wird dieser Regenwald auch für uns erhalten bleiben! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)

Das ist besonders wichtig für den Klimaschutz. Auf allen internationalen Kongressen wird immer wieder darauf hingewiesen. In Österreich wurde insbesondere mit dem Klimabündnis die Möglichkeit einer neuen partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit den Regenwaldvölkern geschaffen.

Ich meine, daß nun wirklich neue Ziele gesetzt worden sind. Von Nichtregierungsorganisationen und auch von Mitgliedern des Parlaments werden gemeinsam Forderungen bei internationalen Konferenzen und Tagungen gestellt werden, damit diese Regenwaldvölker auch in Zukunft die Möglichkeit haben, zu überleben.  Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)

17.12

Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Ing. Tychtl. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 5 Minuten.  Bitte, Herr Abgeordneter.

17.12

Abgeordneter Ing. Gerald Tychtl (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Werte Kolleginnen und Kollegen! Zuerst möchte ich in wenigen Worten zum Abkommen zwischen der Republik Österreich und den Vereinten Nationen über den Amtssitz der Organisation der Vereinten Nationen für Industrielle Entwicklung in Wien Stellung nehmen.

Ich glaube, diese Organisationen sind ein sehr wesentlicher Faktor für das Internationale Zentrum in Wien, finden doch über 4 300 Beschäftigte dort Arbeit, wovon ein Drittel Österreicher sind. Das ist für mich ein wesentlicher Punkt.

Darüber hinaus ist gerade die UNIDO eine Organisation, die weit über ihre tatsächliche Aufgabe hinaus wirkt, zumal die UNIDO im Jahr 1995 ihr 30jähriges Bestandsjubiläum feierte. In Anbetracht dessen war es nur recht und billig, daß gerade im Jahr 1995 das Abkommen aus dem Jahre 1985, mit welchem aus der UNIDO eine unabhängige Organisation mit eigener Rechtspersönlichkeit wurde, umzuwandeln, um deren Weiterbestand zu sichern. Ich glaube, dieser Weiterbestand ist nicht nur für Wien, sondern für die gesamte UNO und damit für die Bevölkerung der Welt wichtig und notwendig.

Zweitens möchte ich einen Zusatzantrag einbringen:


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