Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 89. Sitzung / Seite 31

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schehen. Denn nur Betriebe, meine Damen und Herren, schaffen und sichern Arbeitsplätze  nicht Verordnungen. (Beifall bei der ÖVP.)

Wir müssen natürlich auch die anstehenden Probleme lösen, das ist gar keine Frage, die gibt es. Aber wir dürfen unsere Aufmerksamkeit nicht nur auf die Gegenwartsprobleme fokussieren, sondern müssen natürlich auch die Zukunft im Auge haben. Welche Themenkreise stehen zur Diskussion? Auch das muß man sehr klar und deutlich sagen: Es ist die Sicherung der Pensionen in den letzten Wochen das Thema Nummer 1 für die Unter-40-Jährigen, aber noch viel mehr für die Jüngeren. Denn, meine Damen und Herren, ich möchte das hier sehr deutlich sagen, wir brauchen eine Harmonisierung im Leistungs- und Anspruchsrecht. Wir brauchen eine Harmonisierung der Durchrechnungszeiträume, das heißt die gleiche Regelung für alle Systeme, das ist dringend notwendig. Und wir brauchen eine Hinaufsetzung des gesetzlichen Pensionsanspruchsalters. Das heißt, wir brauchen eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit, um zusätzliche Arbeitsplätze schaffen zu können, wenn wir die Menschen länger beschäftigen wollen. (Beifall bei der ÖVP.)

Um die Dramatik hier zum Ausdruck zu bringen, möchte ich Ihnen folgendes sagen, meine Damen und Herren: Die heute 20jährigen könnten zwischen drei Möglichkeiten wählen, wenn wir jetzt nichts machten  aber wir werden dieses Problem sicher auch lösen : erste Möglichkeit: Die Pensionsbeiträge müßten von 22,8 auf 53 Prozent erhöht werden. Zweite Möglichkeit: Die Pensionshöhe müßte um 45 Prozent vermindert werden. Dritte Möglichkeit: Die Menschen müßten bis zum 76. Lebensjahr arbeiten.  Alle drei Varianten sind, glaube ich, kein erstrebenswertes Zukunftsziel, und daher wird es auch zu einer Lösung kommen. (Beifall bei der ÖVP.)

Ein weiterer Themenkreis ist die Jugendbeschäftigung. Es ist sicher, daß wir zurzeit Jugendliche haben, die noch einen Lehrplatz suchen. Ich möchte aber folgendes dazusagen, um beide Seiten zu beleuchten und der Wahrheit die Ehre zu geben: Wir haben mit Stichtag Ende September um 3 000 Lehrverträge mehr abgeschlossen als im Vorjahr. Das muß man schon einmal klar und deutlich sagen. (Beifall bei der ÖVP.  Zwischenruf der Abg. Schaffenrath. )

Den Grund dafür, daß es aber trotzdem noch Probleme gibt, darf ich Ihnen auch sagen, Frau Kollegin: weil heuer und im nächsten Jahr die geburtenstarken Jahrgänge auf den Arbeitsmarkt drängen  dieser Trend wird sich aber ein Jahr darauf wieder ändern.

Aber ich sage Ihnen noch etwas, was wir tun könnten, dann hätten wir nämlich überhaupt keine Probleme, alle Jugendlichen unterzubringen: Wir haben vor kurzem mit der neuen Gewerbeordnung die sogenannten Teilgewerbe geschaffen, und ich könnte mir durchaus vorstellen, daß wir analog dazu die sogenannte Teillehre einführen, nämlich für jene, die etwas minderqualifiziert sind, die etwas schwächer sind, um ihnen einen Teilberuf lernen zu lassen. Das wollen nämlich die Eltern und die Jugendlichen, und wir könnten damit die Jugendlichen aus dem Hilfsarbeiterstand herausholen. Das sollten Sie sich einmal wirklich überlegen. (Weiterer Beifall bei der ÖVP.  Abg. Koppler: Und was ist da der Hintergrund? Weil Sie nicht zahlen wollen!)

Lieber Freund Koppler! Es ist schade, daß wir darüber nicht reden können. Du siehst das nur von der anderen Seite. Darf ich dir sagen, daß es Minderqualifizierte gibt, die sehr froh wären, wenn sie nicht als Hilfsarbeiter gehen müßten, sondern einen Teilberuf erlernen könnten?! (Beifall bei der ÖVP.)

Ich sage dir noch etwas: Mit der Teillehre könnte man vielleicht auch erreichen, daß man sie zur Vollehre überführt, wenn ihnen in der Zwischenzeit unter Umständen der Knopf aufgegangen ist. All das muß man mit berücksichtigen, wenn man der Jugend helfen will. (Beifall bei der ÖVP.)

Meine Damen und Herren! Das nächste Thema, das uns zurzeit beschäftigt, ist der Euro. Auch dazu ein klares Wort, meine Damen und Herren: Es geht darum, daß sich die Europäische Union kraftvoll weiterentwickeln soll, und ich hoffe, daß wir alle daran interessiert sind. Der Wettbewerb der Zukunft wird nicht nur zwischen einzelnen Unternehmen ausgetragen und nicht nur zwischen einzelnen Ländern in Europa, zwischen Österreich und Deutschland oder Frankreich oder Italien, sondern der Wettbewerb der Zukunft wird zwischen Europa und Amerika beziehungsweise Europa und Asien ausgetragen werden, und daher ist es notwendig, daß sich


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