Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 90. Sitzung / Seite 83

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geht ja oftmals sehr still über die Bühne, und gerade darum ist es notwendig, daß man sich den Betrieb, der dahintersteht, ein bißchen genauer anschaut.

Worum geht es?  Die "Dachstein" Fremdenverkehrs-Aktiengesellschaft hat eigentlich eine historische Entwicklung. Die Standorte dieses Betriebes befinden sich in einer eher strukturschwachen Region  im Innersten des Salzkammergutes. Das war auch letztlich der Grund, warum Bund und Land schon vor geraumer Zeit  es war 1947, es ist also schon länger als 50 Jahre her  mitgeholfen haben, diese Wirtschaftsinitiative zu starten. Und es hat sich herausgestellt, daß dieser Wirtschaftsanstoß tatsächlich funktioniert. Die Überlegungen, die damals dahintergestanden sind, sind wirklich aufgegangen.

Die DAG operiert im wesentlichen an drei Standorten: in Oberösterreich  Obertraun und Gosau  und in der Steiermark in der Ramsau. Das Konzept, das dahintersteht, hat sich bewährt. Die Unternehmensphilosophie ist eine Art Drei-Säulen-Theorie: für den Sommertourismus die Rieseneishöhlen, für den Wintertourismus Krippenstein und Gosau und für den Sommerschilauf den bekannten Dachsteingletscher in der Ramsau in der Steiermark. Gerade das Zusammenspiel dieser Aktivitäten hat ein langfristiges und vernünftiges Wirtschaften gesichert. Auch die Ergebnisse können sich sehen lassen. Sie waren und sind gut!

Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist daher enorm wichtig, daß sich die ÖIAG, die ja den Verkauf operativ vorbereitet, genau anschaut, wie die zukünftigen Eigentümer ihre Strategie anlegen werden, wobei als wichtigste Voraussetzung gilt, daß die Gesamtheit des Unternehmens gewährleistet bleiben muß.

Es darf kein Zerstückeln oder Filetieren geben; das wäre für dieses Unternehmen fatal.  Herr Dr. Haselsteiner kommt nun herein! Wenn es um Seilbahnen geht, hört er besonders gut zu. (Abg. Schwarzenberger: Er verkauft sie ja um 1 S!) Im Salzkammergut gibt es keine Seilbahn um 1 S. Das möchte ich hier gesagt haben.

Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die "Dachstein" Fremdenverkehrs-AG ist für die gesamte Region ein eminenter Wirtschaftsfaktor. In den letzten Jahren wurden enorme Steuerleistungen erbracht. 116 Arbeitnehmer verdienen in diesem Unternehmen ihren Lebensunterhalt, noch dazu in einer Region, die mit Arbeitsplätzen wahrlich nicht gesegnet ist. Wie es eben meistens vor Eigentümerwechseln passiert, macht sich innerhalb der Belegschaft große Unsicherheit breit. Die dort arbeitenden Menschen sind verunsichert. Sie haben einfach Angst um ihren Arbeitsplatz.

Verstärkt wird diese Unsicherheit dadurch, daß  wie ich einmal behaupten möchte  die zuständigen Organe nicht immer eine glückliche Hand bewiesen haben, insbesondere als es darum gegangen ist, verantwortliche Vorstände für dieses Unternehmen zu bestellen. Es ist nämlich eindeutig zu wenig, ein Dienstleistungsunternehmen in dieser Größenordnung nur zu verwalten. Das ist wirklich zu wenig. Da wäre oftmals mehr Innovation, mehr Flexibilität und mehr Engagement gefragt gewesen.

Ich bringe Ihnen noch ganz kurz ein Beispiel: Es ist in 30 Jahren nicht gelungen, die Verwaltung und das Management vor Ort zu bekommen. Die Zentrale hat heute noch ihren Sitz in Linz, 130 Kilometer vom Ort des Geschehens entfernt. Das ist wirklich ein wenig kurios. Ich meine, daß das eine schlechte Lösung ist. Die Verwaltung gehört zum Ort des Geschehens. Sie gehört dorthin, wo gearbeitet wird; die Unternehmensleitung gehört dorthin, wo Dienstleistungen erbracht werden.

Darum bin ich auch der Ansicht, daß durch diese Privatisierung, durch diesen Anteilsverkauf nun ein wenig Bewegung  vor allem ins Management  hineinkommt. Und das kann überhaupt nicht schaden.

Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich meine, daß sich mit der Privatisierung der "Dachstein" Fremdenverkehrs-AG auch große Chancen ergeben können, weil die Möglichkeit besteht, vielleicht einmal alle Tourismusangebote in dieser Region unter ein Dach zu bekommen. Voraussetzung dafür ist natürlich, daß dieser Verkauf nicht ausschließlich durch die finan


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