Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 90. Sitzung / Seite 87

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15.14

Abgeordneter Hermann Kröll (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Zum Bericht des Finanzausschusses über die Regierungsvorlage 848 der Beilagen, nämlich eben diese Veräußerung der Bundesanteile an der "Dachstein" Fremdenverkehrs-AG, habe ich mich als regionaler Abgeordneter zu Wort gemeldet und möchte hiezu einige Bemerkungen machen.

Nach dem positiven Beschluß des Finanzausschusses soll der Bundesminister für Finanzen ermächtigt werden, den Aktienanteil des Bundes an der DAG um ein Nominale von rund 25,9 Millionen Schilling bestmöglichst zu veräußern.

Die Beteiligung des Bundes am Grundkapital der "Dachstein" Fremdenverkehrs-AG im Wert von insgesamt 190 Millionen beträgt mit eben diesen 25,9 Millionen Schilling immerhin 50,48 Prozent, also die Mehrheit. Mitaktionäre sind  darauf wurde schon von meinem Kollegen Wimmer hingewiesen  aus traditionellen regionalen Gründen das Land Oberösterreich mit 36,023 Prozent, das Land Steiermark mit 12,632 Prozent sowie die Gemeinden Obertraun und Ramsau am Dachstein und Privataktionäre mit insgesamt 0,862 Prozent.

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Hohes Haus! In dieser Beteiligungsstruktur kommt der hohe Stellenwert der DAG in regionalpolitischer und strukturpolitischer Hinsicht klar zum Ausdruck. War es ursprünglich so, daß mit Initiative des Landes Oberösterreich und Initiatoren aus dem inneren Salzkammergut das Land und der Bund in der ersten Phase zu dieser Mehrheitsbildung fanden und später die Steiermark durch die Erschließung im Süden mit der Gletscherbahn dazukam, so geht es nunmehr darum, einerseits zu privatisieren oder zu veräußern und andererseits aber den Geist und die Struktur aufrechtzuerhalten, auch in Zukunft ein regionales Leitprojekt zu haben.

Wenn nun nach diesem Gesetz sowie den Rahmenbedingungen der EU-Kommission im Wege der ÖIAG die Privatisierung beziehungsweise der Verkauf der Bundesaktien erfolgen sollen, ist  zumindest aus meiner regionalen Sicht  insbesondere auf die bestehenden Tourismusseilbahnen und -strukturen sowohl in der Steiermark als auch in Oberösterreich besonderes Augenmerk zu legen. Die "Dachstein" Fremdenverkehrs-Aktiengesellschaft als touristischer Leitbetrieb für das Salzkammergut in Oberösterreich im Norden und Nordwesten bis hinüber in das angrenzende Salzburgische und in die Steiermark ist durch die Gletscherbahn mit 1 000 Meter an Höhenüberwindung, nämlich von 1 700 auf 2 700 Höhenmeter, und mit der Erschließung des Dachsteingletschers für alle Regionen rund um den Dachstein unverzichtbar und von eminenter Bedeutung. (Beifall bei der ÖVP.)

Diese Leitfunktion soll und muß beibehalten werden. Das hat neben den wirtschaftlichen Aspekten dieser Privatisierung, des Verkaufs der Bundesanteile einen weiteren eminent wichtigen Wert. Im Norden handelt es sich eben um die Standorte Obertraun und Gosau, die schon angesprochen wurden, sowie in besonderer Weise die Dachsteinhöhlen mit ihrem wesentlichen touristischen Ambiente und ihrer Infrastruktur. Im Süden ist es diese einzigartige Gletscherbahn, die immerhin die östlichste Alpengletscherbahn schlechthin ist.

Im Süden liegt auch die Dachstein-Tauernregion mit mehr als 20 000 Gästebetten. Frau Kollegin Rossmann hat schon darauf hingewiesen, daß schließlich in der Ramsau die Nordische Schi-WM 1999 stattfinden wird, wo von steirischer Seite die Erschließung dieses Dachsteingletschers mit seinen vielfältigen Trainingsmöglichkeiten für den nordischen Bereich  aber auch für den schiläuferischen Tourismus insgesamt  eine unverzichtbare Einheit bietet. Das kommt ja auch durch die Beteiligung zum Ausdruck.

Im Südwesten, Herr Minister, ist aber auch die Sportregion Amadé mit Filzmoos und dem Pongau angeschlossen, die ebenfalls über eine Kapazität in der Größenordnung von zirka 20 000 Gästebetten südlich und südwestlich des Dachsteins verfügt. Es ist daher verständlich und begrüßenswert, daß sich schon derzeit  Sie kennen Aussagen und Zeitungsmeldungen hiezu, aber auch persönliche Gespräche, die geführt werden  im Salzkammergut auf oberösterreichischer Seite und auch im steirischen Salzkammergut diese Gruppierung für die


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