Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 94. Sitzung / Seite 143

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burger Modell oder die Wohnbauförderung, wie wir sie in Österreich im klassischen Sinne haben.

Zum zweiten möchte ich einige Bemerkungen insofern machen, als ich meine, daß das, was wir heute hier beschließen, deshalb sehr gut ist, weil  und das wurde noch nicht so deutlich gesagt  vor allem in den Ballungszentren, in den Städten, das Geld für Bausparverträge aufgebracht wird. Und Kollege Stummvoll hat völlig recht: Wir haben rund 5 Millionen Bausparverträge, aber davon stammen rund 3,5 bis 4 Millionen aus den Städten und der Rest aus dem ländlichen Raum. Bisher war es so, daß schwerpunktmäßig im ländlichen Raum mit diesen Krediten Ein- oder Mehrfamilienhäuser, Reihenhausanlagen finanziert wurden, und nunmehr  und das halte ich an diesem Gesetz, das wir heute diskutieren, für eminent wichtig  wird die Möglichkeit eröffnet, daß vor allem auch im Bereich des Mietwohnbaues, des gemeinnützigen Wohnbaues, für Reparaturen, für Mietwohnungen im Altbestand Bausparkredite in Anspruch genommen werden können.

Alle anderen Daten und Zahlen wurden hier schon genannt. Ich bin auch sehr froh darüber, daß die Novelle in dieser Form über die Bühne geht, und ich freue mich, daß ein gemeinsamer Antrag, der im Bautenausschuß auf Anregung der größeren Oppositionspartei zustande kam, zu einer gemeinsamen Lösung und zu einer gemeinsamen Annahme führen wird. Das freut mich wirklich.  Ich danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)

18.55

Präsident Dr. Heinrich Neisser: Zu Wort gemeldet ist nunmehr Herr Abgeordneter Dr. Höchtl. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 5 Minuten.  Bitte.

18.56

Abgeordneter Mag. Dr. Josef Höchtl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Geschichte des Bausparens wurde als Erfolgsgeschichte bezeichnet. Ich glaube, wir werden in wenigen Wochen, wahrscheinlich im Dezember, ein historisches Ereignis erleben können, nämlich daß die einmillionste Wohneinheit in Österreich mit Hilfe dieser Bausparmittel mit finanziert werden wird. Das ist ein Ergebnis, das aufgrund jahrelanger Tätigkeit zustande kam, aber es ist ein beachtliches Ergebnis, das man zweifellos auch als besonderen Erfolg in der gesamten Baugeschichte Österreichs bezeichnen muß.

Ich habe mir die bisherigen Ergebnisse des Jahres 1997 herausgesucht, um zu zeigen, wie die Entwicklung auf diesem Gebiet allein in den ersten neun Monaten dieses Jahres gewesen ist. Es wurden schon in den ersten neun Monaten des Jahres 1997 561 000 neue Bausparverträge abgeschlossen. Das ist eine gewaltige Zahl an neuen Verträgen. Es wurden allein in diesem Jahr bereits an die 30 000 Wohneinheiten über die fünf vorhandenen Bausparinstitute mit finanziert.

Kollege Stummvoll hat darauf hingewiesen, daß Bausparen die beliebteste Sparform geworden ist. Es ist wirklich beachtenswert, daß Bausparen wesentlich intensiver als Sparform genützt wird als Lebensversicherungen, als Sparbücher, als Anleihen, als Investitionsfonds et cetera. Das heißt, all diejenigen, die im Laufe der Jahre immer wieder gesagt haben, man könnte diese Sparform eventuell abschaffen, befinden sich mit ihrer Meinung zweifellos im Gegensatz zur überwiegenden Mehrheit der Österreicher.

Wenn heute alle fünf Parteien einen Abänderungsantrag einbringen und beschließen werden, nehme ich das als Bekenntnis dafür, daß nun alle fünf Fraktionen wirklich ohne Vorbehalte für das Bausparen eintreten. Für mich ist die Geschichte des Bausparens ein Bekenntnis zum Eigentum, ein Bekenntnis zweifellos zur Freude, sich ein eigenes Heim, eine eigene Wohnung zu schaffen. Es handelt sich um eine sehr menschenfreundliche Lösung, und es ist ganz einfach ein Anreiz für Menschen, wenn das Sparen für ein bestimmtes Ziel unterstützt wird. Wenn wir das mit dieser Novelle noch weiter fördern können, glaube ich, dann haben wir einen gemeinsamen positiven Schritt gesetzt. Die Erfolgsstory Bausparen soll auch im nächsten Jahrtausend eine Erfolgsstory bleiben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)

18.59


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