Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 113. Sitzung / Seite 164

Home Seite 1 Vorherige Seite Nächste Seite

lich äußerst begrüßenswert ist: 1996 verzeichnete die Österreichische Galerie um eine halbe Million mehr Besucher als im Jahr davor. Das ist eine gewaltige Steigerung, und es zeigt sich, daß gelungene Ausstellungen, wie etwa die Claude-Monet-Ausstellung, das Publikum ansprechen.

Ich glaube, daß der Aufbau einer publikumsfreundlichen Infrastruktur und die Steigerung der Attraktivität des Bildungsangebotes essentiell sind, um eine Verbesserung des Zugangs der Bürger und Bürgerinnen zur Kultur zu erreichen. Nur so kann ein Museum auch seinen Bildungsauftrag erfüllen. Bezüglich der Erfüllung des Bildungsauftrages erscheint es mir von großer Bedeutung, sich den Möglichkeiten der modernen Kommunikationstechnologien nicht zu verschließen. Auch da sind gegenwärtige Marketingstrategien äußerst notwendig.

Ziel muß es sein, diese Möglichkeiten durch eine Präsenz der Museen im Internet auszubauen und pädagogisch wertvolle Unterrichts- und Bildungsvarianten zu kreieren, um den umfassenden Veränderungen im Bildungswesen zu begegnen und dem Bildungsauftrag in Zukunft gerecht zu werden. Schwerpunkte für die Zukunft müssen daher ein weiterer Ausbau der Didaktik und des Service sein sowie die vermehrte Verwendung, aber auch Anwendung elektronischer Medien.

Ich halte es für sinnvoll  man kann das gar nicht oft genug betonen , den Museumsdirektoren und Führungskräften im Kulturbereich mehr Spielraum und Handlungsfreiheit einzuräumen, damit sie sich auch die nötigen finanziellen Mittel erwirtschaften können. Kultur ist auch ein Teil der Kreativität, und Kreativität braucht auch einen großen Teil einer gewissen Freiheit. Gerade verantwortliche Leute sollen sich in ihrer kreativen Tätigkeit auch frei bewegen können, wenn es darum geht, Effizienz zu erwirtschaften, um auch künftig die Menschen stärker in Richtung Kultur  zum Beispiel für Besuche in den Museen  zu motivieren. Ich halte es für unrealistisch, in Zukunft das normale Staatsbudget über Gebühr zu belasten. Dies ist ein Faktum, das es zu bedenken gilt, weshalb wir ernstlich und möglichst rasch die Umwandlung der Bundesmuseen zur vollen Rechtsfähigkeit vorantreiben sollten.

Die Zahlen sprechen diesbezüglich meines Erachtens eine eindeutige Sprache. Im Rahmen der Teilrechtsfähigkeit gelang es dem Kunsthistorischen Museum und der Österreichischen Galerie, wesentliche finanzielle Mittel selbst zu erwirtschaften. Das Kunsthistorische Museum steigerte die Einnahmen von 1995 auf 1996 um 25 Prozent auf fast 64 Millionen Schilling. Die Österreichische Galerie brachte es auf den oben erwähnten Quantensprung von 365 Prozent. Das ist meiner Meinung nach fast sensationell, nicht nur für Österreich, sondern auch innerhalb Europas. Diesen Häusern ist es zu allererst zu verdanken, daß die Einnahmen insgesamt um 81 Prozent gesteigert werden konnten.

Da die Kunst und die Museen ohne finanzielle Basis überhaupt nicht existieren können, halte ich die Diskussion und Auseinandersetzung mit dem Thema "Finanzierung der Museen" für äußerst wichtig und möchte auf die rasche Verwirklichung der sogenannten Vollrechtsfähigkeit drängen.

Ich möchte mich in diesem Zusammenhang auch bei Frau Ministerin Gehrer und ihrem Team für die Arbeit bedanken. Ihre Vorschläge sind ausgezeichnet, wie auch der Kulturbericht bestätigt. Ich gratuliere den Leuten um Frau Ministerin Gehrer zu ihrem scharfen und sehr verantwortungsvollem Blick und wünsche auch für die Zukunft alles Gute. (Beifall bei der ÖVP.)

19.40

Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Stippel. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 5 Minuten.  Bitte.

19.40

Abgeordneter Dr. Johann Stippel (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! In der Debatte über den Kulturbericht haben wir uns jetzt stundenlang über die verschiedensten Institutionen der österreichischen Kulturlandschaft unterhalten, insbesondere und schwerpunktmäßig über die Bundesmuseen. Dabei gibt es eine Reihe anderer Institutionen, die ebenfalls einen Teil der nationalen Identität darstellen, die überhaupt


Home Seite 1 Vorherige Seite Nächste Seite