Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 159. Sitzung / 72

Das ist sehr interessant, und da sollten wir eigentlich ansetzen, meine Damen und Herren, anstatt jetzt wieder  zugegeben: ein laues Lüfterl hereinlassend  neue Bürokratien zu schaffen.

Zuletzt werden wir in diesem Schreiben der erwähnten Steuerberaterin aufgefordert  ich zitiere , nicht dem Schwachsinn unsere Stimme zu geben, ein Berufsbild in zwei Kammern zu verankern  ich kann Ihnen schon prophezeien, einem solchen Schwachsinn werden wir Freiheitlichen natürlich nicht zustimmen, meine Damen und Herren (Beifall bei den Freiheitlichen) , nicht die Verantwortung zu übernehmen und die Kostenbelastung der Wirtschaft dort zu bekämpfen, wo sie entsteht, nämlich bei der Gesetzgebung.  Ende des Zitats.

Das sollte man eigentlich tun, anstatt jetzt wieder Tünche drüberzugeben und zu sagen: Wir, die Regierung, sind die großen Liberalisierer und drücken damit die Kosten herunter! Mit dieser Einzelmaßnahme werden Sie nur in Teilbereichen fündig werden, meine Damen und Herren.

Helmut Peter, es ist nahezu grotesk, mit welchem "Kampfesmut" du dich für diese alten Zöpfe auf die Schienen geworfen hast. Da hast du wieder einmal den richtigen Wind zu erwischen gemeint und in bewährter Form deine Fahne nach dem Wind gehängt. Aber damit sollst du selber fertig werden, das ist nicht mein Problem.

Ein Offenbarungseid und Eiertanz ist auch der sogenannte Präsidiumsbrief der Kammer der Wirtschaftstreuhänder vom Feber 1999. Also so etwa "Batzweiches" wie in diesem Brief ist mir schon lange nicht untergekommen. Das ist ja nur mehr zum Wiehern, was uns da der Herr Hübner schreibt, nämlich: In jüngster Zeit ist eine Kompromißvariante ernsthaft zur Diskussion gestellt worden, die unserer Meinung nach schlicht unsinnig ist. Es soll einen gewerblichen Buchhalter in der Wirtschaftskammer und einen selbständigen in der Kammer der Wirtschaftstreuhänder geben. Und dann schreibt er weiter: Wenn sie unvermeidbar ist  nämlich diese Zweiteilung , kann die Bilanzierungsbefugnis nur in der Kammer der Wirtschaftstreuhänder verankert werden.

Also im Endeffekt ist es ihm Wurscht, Hauptsache, er bekommt ein paar Kammerzwangsmitglieder mehr, meine Damen und Herren.

Damit ist es auf dem Tisch: Gebt dem Reiche Leo Maderthaners, was des Maderthaners ist! Das sind auch wieder ein paar Mitglieder. Dann haben wir wieder neue Selbständige, und Sie können wieder mit Ihren Statistiken hausieren gehen und sagen, daß die Regierung jetzt neue Selbständige "geboren" hätte. Und dem illustren Zirkel des Herrn Hübner geben wir dann auch noch ein paar Zwangsmitglieder, meine Damen und Herren.

Und das wollen wir nicht, Helmut Peter! Wir wollen ein System, wie es zum Beispiel in der Schweiz derzeit in Diskussion ist: Controller 2000, vom Institut für Rechnungswesen und Controlling der Uni Zürich auf fünf Seiten vorgeschlagen: Berufsbild, Prüfungsfächer, Prüfungskonzept.  Das ist zackig, klar ersichtlich und modernst: Controller 2000, Fachausweis für Finanz- und Rechnungswesen, Controller 2000, Diplomexperte für Rechnungslegung und Controlling. Ohne Kammerzwang, meine Damen und Herren! Der darf das alles. Und das wäre ein nachahmenswertes Schweizer Beispiel für uns. So stellen wir Freiheitliche uns moderne Buchhaltung und Dienstleistung vor! (Beifall bei den Freiheitlichen.)

Das Ganze gäbe es, Helmut Peter und Herr Präsident Maderthaner, ohne Kammerzwangsmitgliedschaft, wäre automatisch billiger, es gäbe keine Einverleibungsgebühr  aber dagegen seid ihr ja auch, habe ich irgendwann einmal gehört, und jetzt stimmst du wieder für die Einverleibungsgebühr; es ist ja zum Wiehern mit dir! , keine KU 1, keine KU 2 und keine Grundumlage. All das führst du heute mit deiner Zustimmung ein, Kollege Peter! Aber damit sollst du selber fertig werden. Ich sage nur: Fahne nach dem Wind. (Beifall des Abg. Mag. Schweitzer.)

Meine Damen und Herren! Es war auch ganz interessant, zu hören, was der Abgesandte des Herrn Justizministers im Ausschuß zu einem anderen Thema gesagt hat; Kollege Hofmann wird


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