Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 166. Sitzung / 25

den anderen Organisationen sehr viele gibt, die einen wesentlichen und wichtigen karitativen Beitrag leisten.

Wegen der Gleichbehandlung erschien es mir richtig, daß auch die Rot-Kreuz-Organisationen einen Beitrag leisten. Dieser Beitrag ist im Vergleich zu vielen anderen denkbar gering, hat aber natürlich für die Rot-Kreuz-Organisationen gewisse finanzielle Mehrbelastungen gebracht. Andererseits wieder kommt die Kritik von mancher Seite in diesem Haus, die der Meinung ist, daß Zivildiener bei Blaulichtorganisationen zum Teil Arbeiten versehen, die private Krankentransporte auch versehen könnten.

Präsident Dr. Heinz Fischer: Zusatzfrage?  Frau Abgeordnete Haidlmayr, bitte.

Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Herr Minister! Ich habe voriges Jahr schon einmal die Frage an Sie gestellt, ob es nicht möglich wäre, statt drei vier bis sechs Zuweisungstermine für Zivildiener vorzusehen, um einerseits eine gleichmäßige Auslastung in den Einrichtungen zu garantieren und andererseits auch die Möglichkeit zu schaffen, in Ihrem Ministerium die Arbeitsaufteilung für die Zuweisung regelmäßiger und gleichmäßiger zu gestalten.

Meine Frage an Sie: Wird es in Zukunft möglich sein, und speziell ab wann, daß es nicht nur drei, sondern vier bis sechs Zuweisungstermine gibt?

Präsident Dr. Heinz Fischer: Bitte, Herr Minister.

Bundesminister für Inneres Mag. Karl Schlögl: Frau Abgeordnete! Derzeit erscheint es nicht sinnvoll, die Zahl der Zuweisungstermine deutlich zu erhöhen. Ich schließe aber nicht aus, daß wir ab dem Jahre 2000 vier Zuweisungstermine haben werden.

Präsident Dr. Heinz Fischer: Zusatzfrage?  Herr Abgeordneter Moser, bitte.

Abgeordneter Hans Helmut Moser (Liberales Forum): Herr Bundesminister! Es ist bekannt, daß die Auslastung der Zivildienstplätze bei etwa 75 bis 85 Prozent liegt, trotzdem gibt es immer wieder Klagen über zu lange Wartezeiten und auch Klagen seitens einzelner Organisationen, daß zu wenige Zivildiener zur Verfügung stehen.

Was werden Sie tun, um zu einer besseren Auslastung der Zivildienstplätze zu gelangen?

Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Minister, bitte.

Bundesminister für Inneres Mag. Karl Schlögl: Vom Finanzminister mehr Geld dafür verlangen. Das ist die kurze Antwort darauf.

Tatsache ist, Herr Abgeordneter, daß wir uns sozusagen in verschiedenen Scheren bewegen. Die eine Problematik ist, daß die Zahl der zivildiensteinrichtenden Organisationen stetig steigt. Das andere Faktum ist, daß es dabei sehr viele Organisationen gibt, die in der Vergangenheit sehr stark von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gelebt haben. Wir alle wissen, daß diese Ehrenamtlichkeit in vielen Bereichen nicht mehr in diesem Ausmaß gegeben ist, wie das in der Vergangenheit der Fall gewesen ist.

Viele Organisationen, auch Blaulichtorganisationen, haben Probleme, ehrenamtliche, freiwillige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden. Deshalb hat immer mehr der Zivildiener diese Rolle übernommen. Dadurch ist der Bedarf an Zivildienern, vor allem von Rotem Kreuz, Samariterbund, und wie all diese Organisationen heißen, in den letzten Jahren immer deutlicher gestiegen.

Mein Ziel ist es, alles daranzusetzen, um erstens die Wünsche dieser Organisationen zu befriedigen und zweitens zu erreichen, daß der "Rückstau", den wir an Zivildienstleistenden haben, so gering wie möglich ist. Das geht nur dadurch, daß ich entsprechende Geldmittel zur Verfügung gestellt bekomme. Alleine im heurigen Jahr habe ich einen finanziellen Mehrbedarf in der Höhe von 83 Millionen Schilling, um die geplanten 7 200 Zivildiener auch tatsächlich ihren Dienst


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