Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 175. Sitzung / 37

Abgeordneter Andreas Wabl (Grüne): Herr Bundesminister! Ist das Ihr Beitrag zum "Jahr des Sports", daß Sie nun ausrangierte Scharfschützengewehre auf den internationalen Spotmärkten anbieten?

Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Bundesminister, bitte.

Bundesminister für Landesverteidigung Dr. Werner Fasslabend: Mein Beitrag zum "Jahr des Sports" ist es, daß ich mich persönlich an die Spitze dieser Initiative gestellt habe. Ich laufe jeden Tag morgens drei Kilometer, wenn Ihnen das als Information dazu, was mein persönlicher Beitrag ist, behilflich ist. Aber auch die Spitzenmilitärs tun so etwas. Der Generaltruppeninspektor etwa hat das ÖSTA in seinem 65. Lebensjahr abgelegt und hat damit ein Beispiel für viele andere gegeben.

Das, was wir tun, ist, keine Gelegenheit auszulassen, die jungen Menschen, aber auch die Kaderleute aufzufordern, etwas für ihre Gesundheit zu tun, denn ich meine, daß es notwendig ist, für den Sport einzutreten und die Jugend von den Drogen wegzubringen, Herr Abgeordneter! Unser Ziel ist es, sie weg von den Drogen und hin zum Sport, hin zu einer körperlichen Betätigung zu bringen! (Lebhafter Beifall bei der ÖVP.  Abg. Wabl  in Richtung ÖVP : Lieber schießen statt Drogen?)

Präsident Dr. Heinz Fischer: Zusatzfrage?  Herr Abgeordneter Dr. Grollitsch, bitte.

Abgeordneter Mag. Dr. Udo Grollitsch (Freiheitliche): Herr Bundesminister! Ihren letzten Satz unterstützen wir wärmstens! Nicht unbeträchtliche Mittel des schmalen österreichischen Sportbudgets fließen, das muß man zugeben, in den Leistungssport.

Ich frage Sie, Herr Bundesminister, ob auf der Gehaltsliste des Bundesheeres auch Profisportler mit millionenschweren Sponsorverträgen und ebensolchen Siegesprämien stehen und welche davon den Mittelpunkt ihres Sportlerlebens im Ausland und bei ausländischen Vereinen haben.

Präsident Dr. Heinz Fischer: Bitte, Herr Bundesminister.

Bundesminister für Landesverteidigung Dr. Werner Fasslabend: Man muß sagen, daß die Zugehörigkeit zum österreichischen Bundesheer selbstverständlich auch für Leistungssportler Restriktionen und schwierige Aufgabenstellungen mit sich bringt, sodaß die Entscheidung, ob einer diese Berufskarriere wählt, zweifellos üblicherweise gründlich durchdacht ist. Wenn Sportler dann besonders erfolgreich sind, dann passiert es immer wieder, daß sie von der Wirtschaft Sponsorverträge angeboten bekommen. Das ist allerdings immer nur für einen relativ kleinen Teil von absoluten Spitzensportlern der Fall. Verallgemeinern kann man das nicht. Ich kann Ihnen aber jetzt nicht sagen, wie viele von unseren Spitzensportlern einen derartigen Vertrag haben.

Ich jedenfalls habe ein Interesse daran, daß sie Spitzenstellungen einnehmen, und zwar dann, wenn sie auch ihre Leistungen beim Bundesheer entsprechend erfüllen, weil durchaus eine Vorbildwirkung damit verbunden ist.

Wir sind ja stolz darauf, daß gerade die größten Erfolge bei der heurigen Olympiade in der Ramsau von Sportlern des österreichischen Bundesheeres erzielt wurden. Wenn ich nur etwa an Stadlober, der ganz an der Spitze gestanden ist, denke, aber auch an Hoffmann und andere, dann muß ich sagen, ich habe durchaus ein Interesse daran, daß diese Sportler selbst dann, wenn sie etwa einen zusätzlichen Sponsorvertrag haben, eben diese Vorbildwirkung und diese Tätigkeit im Rahmen des österreichischen Bundesheeres erfüllen können. (Beifall bei der ÖVP.)

Präsident Dr. Heinz Fischer: Danke, Herr Bundesminister.

Die Fragestunde ist damit beendet.


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