Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 178. Sitzung / 76

gepflegtem Äußeren gesucht. Sie sind idealerweise im Alter zwischen 22 und 30 Jahren, kundenfreundlich und bringen Verkaufserfahrung mit.

Was wird von diesen Frauen erwartet?  Daß sie in der Zeiteinteilung flexibel, von Montag bis Samstag sowohl vormittags als auch nachmittags, zwischen 6.30 Uhr und 19.30 Uhr, einsatzbereit sind. Geboten wird eine Teilzeitbeschäftigung im Ausmaß von 15 Stunden pro Woche!  Diesbezüglich ist die Wirtschaft, sind die Unternehmen gefordert. Auch das LIF ist gefordert, daran mitzuarbeiten, daß sich in dieser Frage vieles ändert. (Beifall bei der SPÖ.  Abg. Scheibner: Aber diese Teilzeitarbeit haben Sie geschaffen, darauf sind Sie ja sehr stolz!)

Sie beklagen in Ihrer Dringlichen Anfrage, daß bundesweit lediglich 18 800 Kinderbetreuungseinrichtungen geschaffen wurden. All jene Frauen aber, die dadurch einen Kinderbetreuungsplatz bekommen haben, sind froh darüber. Und sie sind ebenfalls froh darüber, daß es auch in Zukunft 1,2 Milliarden Schilling geben wird. Während das Liberale Forum immer nur fordert, und zwar von Maßnahmen gegen Gewalt in der Familie und bis hin zur Schaffung einer Tagesmütterausbildung, haben wir im Parlament bereits gehandelt: Österreich hat ein weltweit vorbildliches Gesetz zum Schutz vor Gewalt in der Familie, Österreich hat auch in Kooperation mit anderen EU-Ländern eine Ausbildungsstelle für Frauen zur Tagesmutter eingerichtet.

Liebe Frau Kollegin Schaffenrath! Angesichts dessen, daß Sie am 25. September 1998 in einer Presseaussendung mehr Unterstützung für Gründerinnen gefordert haben, muß ich Sie daran erinnern, daß schon die Vorgängerin der jetzigen Frau Minister ein solches Gründerzentrum, ein Business-Center gegründet hat. Dazu gibt es in Graz auch eine Nebenstelle. (Abg. Schaffenrath: Ich versuche, das zu erhalten!) Bei uns sind die Frauen sehr froh darüber, daß sie sich dorthin wenden und dort Unterstützung bekommen können. Meiner Ansicht nach könnte man außerdem auch den Wirtschaftsminister daran erinnern, diese Frauen mehr zu unterstützen. (Beifall bei der SPÖ.)

Wir haben viele Wünsche, und das Programm der SPÖ und speziell der SPÖ-Frauen ist richtungsweisend. Ich denke, das sind auch genau jene Sorgen, die die Frauen plagen. Wir wollen das Recht auf Teilzeitarbeit und natürlich auch eine Behaltefrist von 26 Wochen. Daß Alleinerzieherinnen zwei Jahre lang Karenzgeld bekommen sollen, ist doch selbstverständlich, denn leider haben manche Frauen dann, wenn das Kind geboren ist, keinen Mann mehr. Dann sollen sie aber zumindest finanzielle Unterstützung bekommen.  Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)

18.26

Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Dr. Brinek. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 4 Minuten, Gesamtredezeit für den ÖVP-Klub: 6 Minuten.  Bitte.

18.26

Abgeordnete Dr. Gertrude Brinek (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Gleichstellung beginnt im Kopf, das ist heute schon einmal angesprochen worden.  Dem stimme ich zu. Die Umsetzung ist allerdings komplexer, als wir uns das im ersten Moment wünschen. Das ist aber bei anderen Gesetzen auch so. Daß diese Umsetzung beziehungsweise die Maßnahmen zur Umsetzung die jeweiligen ideologischen Facetten und Vorstellungen über Mannsbild/Frauenbild widerspiegeln, ist ja in einer Demokratie ein wohl zulässiges Unterfangen. Es darf also im Zusammenhang mit so einer Debatte auch gezeigt werden, daß die Parteien jeweils unterschiedliche Zugänge zu einem Problem haben.

Erfreulich ist natürlich, daß in der Geschlechterpolitik trotzdem weit mehr weitergebracht werden konnte, als es manche gerne haben wollen, um es dann selbst jeweils ausnützen und interpretieren zu können. Ich weise auf ein paar solcher Erfolge hin, die zum Teil schon angesprochen wurden, nämlich erstens  entsprechend dem Motto "Frauenpolitik beginnt im Kopf"  in der Bildung.

Es war die Volkspartei, die mehr Information für Mädchen in bezug auf ihre Wahl des Ausbildungsschwerpunktes  etwa technisches oder textiles Werken  gewünscht und gefordert hat. Zum Teil wird diese Information, dank unserer Initiative, schon jetzt besser und öfter durchgeführt. Es war die Volkspartei, die mehr Berufs- und Studienwahlorientierung verlangt hat, um


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