Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 179. Sitzung / 136

nicht verletzen." Nibelungentreue drei Tage vor dem Ende der Legislaturperiode! (Abg. Koppler: Das ist ein Christlicher!) Ganz christlich! Es gibt Gelächter bei der SPÖ, das ist ja auch zum Lachen, denn das ist der Treueschwur: Wir machen es auch in der nächsten Periode. Wir haben beide über den jeweils anderen so viel in den Schubladen, daß wir gar nicht anders können. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Und vielleicht sind diese Ordner, die in den Reihen der ÖVP aufgetürmt sind, schon ein Hinweis, ein Wink mit dem Zaunpfahl: Wenn ihr da irgend etwas macht, dann kommen wir auch!

Es zeigt ein Sittenbild dieser Republik, und es ist sehr eindeutig, daß der Balkan geographisch nicht irgendwo in fernen Landen angesiedelt ist. (Zwischenrufe des Abg. Brix.  Gegenrufe bei der ÖVP.)

Meine Damen und Herren! Da hinten bei der ÖVP fallen interessante Worte, ich habe in der Gegend des Abgeordneten Lukesch gehört, daß, als Abgeordneter Van der Bellen vom "40-Millionen-Ding" des "Euroteam" gesprochen hat, von den Abzockern gesprochen wurde. Offenbar ist das eine Koalition der Abzocker, und die gibt es auf beiden Seiten. Sie ist sehr traurig, diese Koalition der Abzocker! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)

Wir konnten das sogar hier einmal hören, es war sehr deutlich zu hören  und es lebt sich ja wunderbar ungeniert auf Regimentsunkosten : Als wir ein "böses Ding" diese Reichshälfte betreffend (in Richtung ÖVP) angesprochen haben, nämlich den Verkauf von Sturmgewehren, hat Klubobmann Khol mehrmals sehr deutlich zur SPÖ hinübergeschrien: Wenn ihr da kritisiert, dann bekommt ihr einen Omofuma-Ausschuß!  Also solche Deals in Sachen Kontrolle, diese Basar-Kontrollmethoden kennen wir schon, und das setzt sich heute nahtlos fort. Wir sind es gewöhnt.

Sie, Frau Bundesministerin, sagen, die Stundenabrechnung stehe im Zusammenhang mit EU-Erfordernissen. Wir wissen aber bis heute nicht wirklich, was das war, diese merkwürdigen Beratungsleistungen, diese 349 Stunden! Personenstunden waren es nicht. Es sei eine statistische Größe, wird gesagt. Frau Bundesministerin! Hätten Sie vielleicht die Güte, uns zu verraten, was denn die Basis dieser Statistik ist? Das Körpergewicht des Rechtsanwaltes in Pfund vielleicht berechnet? Damit könnten wir vielleicht eher weiterkommen.

Ich denke mir, Frau Cresson hat etwas dreist und vielleicht etwas unüberlegt ihren Zahnarzt angestellt. Die SPÖ und die ÖVP haben mehr "Zahnärzte", die da kräftig aus dem Vollen zulangen können und so irgendwie statistische Größen vortäuschen. (Beifall bei den Grünen.  Abg. Dr. Gredler: Die Zahnärzte sind unschuldig!)

Frau Bundesministerin! Wenn man schon sagt, daß es sich hier um merkwürdige statistische Größen handelt, bei denen man nicht weiß, ob sie Wurstsemmeln oder das Körpergewicht des Anwalts oder ich weiß nicht was sind, vielleicht die Quadratmeteranzahl des Büros ...

Präsident Dr. Heinz Fischer: Frau Abgeordnete Dr. Petrovic! Frau Abgeordnete Dr. Gredler protestiert heftig, wenn man Zahnärzte angreift.

Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (fortsetzend): Das war ja nur der von Frau Cresson, hier haben wir ja andere Abzocker.

Aber die statistische Größe, auf die das Ganze Bezug nimmt, wäre sehr interessant. Frau Bundesministerin! Ganz einfache Gesetze der Arithmetik sollten sich diejenigen, die solche statistischen Größen vorgeben, ein bißchen zu Gemüte führen. Es ist nämlich ganz schwierig: Wenn man will, daß es besonders unauffällig ausschaut, nimmt man lieber ganz unrunde Zahlen. Aber wenn man dann Zahlen nimmt wie eben 349 und blöderweise von 25 Abrechnungen ein Drittel Primzahlen erwischt, dann geht sich das mit überhaupt keiner Multiplikation aus. Es ist nämlich das Wesen von Primzahlen, daß sie sich nicht als Produkt von anderen Zahlen ergeben. Das ist halt so ganz blöd dabei passiert. Also es ist auch nicht das Körpergewicht des Rechtsanwaltes. (Abg. Schieder: Das stimmt mathematisch nicht! Durch eins sind sie teilbar und durch sich selbst auch!)


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