Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 179. Sitzung / 193

Drittens ist es uns mit diesen Bundessportheimausgliederungen gelungen, zu einer subjektbezogenen Förderung im Sportbereich zu kommen. Die Sportvereine, die sich nunmehr in Bundessportheimen einquartieren, erhalten für diesen Aufenthalt eine Förderung, sodaß der Tarif nicht dem marktüblichen Tarif, der dort verlangt wird, entspricht, sondern durch eine Subvention abgefedert wird. Diese Subvention des Bundes für den Aufenthalt kommt aber nur dem Sportverein direkt beziehungsweise dem Spitzensportler zugute. Das heißt, es hört sich die Förderung jener auf, die nicht dem Sport verpflichtet sind, sich aber trotzdem in den Bundessportheimen aufhalten. Die Förderung ist nur mehr subjektbezogen.

Der Anmerkung des Abgeordneten Grollitsch zu dem eingebrachten Entschließungsantrag können wir von seiten der Bundesregierung nur beipflichten. Hinsichtlich der von ihm aufgeworfenen Frage der Verankerung des Sports auf europäischer Ebene darf ich für die Präsidentschaft Österreichs im Jahre 1998 in Anspruch nehmen, daß Österreich erwirken konnte, daß in den Schlußfolgerungen von Wien hinsichtlich des Sports ein Auftrag an die Europäische Kommission ergangen ist, bis zum Gipfel von Amsterdam eine Möglichkeit zu ermitteln, wie der Sport im europäischen Regelwerk verankert werden könnte. Das heißt, dies beruht auf einer Initiative Österreichs beziehungsweise auf einer Initiative unseres Bundeskanzlers beim Gipfel von Wien.

Über die Äußerungen von Frau Abgeordneter Haidlmayr bin ich etwas überrascht. Denn ich muß sagen, daß wir bei jeder neuen Sportanlage, welche die öffentliche Hand mitfinanziert, selbstverständlich Wert darauf legen, daß sie auch behindertengerecht ist. Wir haben auch in die alten Sportanlagen mehr als 30 Millionen Schilling investiert, um sie zugänglicher zu machen. Natürlich ist das noch nicht perfekt, aber ich glaube, daß wir so weitermachen müssen. Ich möchte jedoch die Behauptung, daß nichts geschieht, hier ganz entschieden zurückweisen, weil das nicht stimmt!

Ich meine, daß wir sehr viel Wert auf den Behindertensport legen. Wir haben ein Paralympisches Komitee, das die Beschickung der Paralympics finanziert, ins Leben gerufen. Wir investieren 4,8 Millionen Schilling in den Behindertensport, und wir legen auch ganz großen Wert darauf, daß die Behindertensportler gemeinsam mit den anderen Sportlern ausgezeichnet werden, und das geschieht auch. Außerdem werde ich die Anregung, auch die mentalen Behindertensportler einzuladen, gerne aufnehmen.

Es gäbe dazu noch viel zu sagen.  Ich meine jedenfalls, daß dieser Sportbericht im wesentlichen umfassend gestaltet ist. Wir werden an diesen Strukturen oder diesen Vorgaben arbeiten müssen, damit wir auch weiterhin österreichische Sportler von hoher Qualität hervorbringen können, denn diese sind letztendlich unsere Botschafter in der ganzen Welt! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)

20.51

Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Vielen Dank, Herr Staatssekretär.

Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Fuchs. 3 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung.  Bitte.

20.51

Abgeordnete Brunhilde Fuchs (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geschätzter Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Ich möchte gerne einige Worte zum Kapitel "Frauen im Sport" sagen, weil ich sehr erfreut zur Kenntnis genommen habe, daß dieses Kapitel wieder in den Sportbericht aufgenommen wurde. Sehr erfreulich ist auch, daß die Plattform "Frauen im Sport", die zur Verbesserung der Situation der betroffenen Frauen dienen soll, einen so starken Zuspruch und ein ebensolches mediales Echo erfahren hat.

Trotz dieser positiven Entwicklungsansätze ist es aber dennoch notwendig, die damit verbundenen Probleme laufend und öffentlich zu thematisieren.

Meine Damen und Herren! Wie in anderen Ländern auch, betreiben in Österreich die Frauen mehr Sport als die Männer. Trotzdem sind in den Spitzenfunktionen im Sport wenig Frauen anzutreffen. In Anbetracht dessen stellt sich die Frage: Sind die Frauen zu wenig engagiert, oder


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