Nationalrat, XXI.GP Stenographisches Protokoll 24. Sitzung / Seite 15

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20. Mai eine Schlussberatung dazu geben , und wir werden dann anschließend mit allen Beteiligten in einen Dialog eintreten. Und ich bin jenen Organisationen, die diesen Dialog jetzt schon konstruktiv führen, dankbar.

In einer neuen Freiheit lehren und forschen, in nachvollziehbaren Verwaltungsstrukturen Verantwortung übernehmen, Studienschwerpunkte setzen können: Das ist das Reformpaket, das ist das Reformziel der Österreichischen Volkspartei! Dazu gehören auch die Autonomie der Forschungsfonds sowie eine sensible, aber effizienzorientierte Forschungsschwerpunktberatung, die im Wesentlichen dem künftigen Rat für Forschung und Technologieentwicklung obliegt. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir diese gesetzlichen Maßnahmen noch in den nächsten Wochen treffen können. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)

Meine Damen und Herren! In Ihrem Applaus sehe ich Unterstützung. Ich hoffe, dass diese Unterstützung auch von den anderen Fraktionen kommen wird.

Hohe Schulen und Forschungseinrichtungen sind heuer für die Erfüllung dieser Aufgaben, für die Durchführung dieses Programms ganz gut mit finanziellen Mitteln ausgestattet. Ganz gut heißt natürlich nicht sehr gut, aber wir knüpfen an die Bedingungen an, unter denen wir vor Jahren gestartet sind.

Der bisher höchste je erreichte Anteil am Budget wurde für das Wissenschaftsbudget erreicht. Das darf doch einmal gesagt werden: der bisher höchste Anteil! Es gibt eine Erhöhung um insgesamt 4,64 Prozent, beim Personal sogar um 11,14 Prozent. Der kleine Wermutstropfen, bei den Sachausgaben mit einer Verringerung von 0,61 Prozent leben zu müssen, zwingt natürlich zur Schwerpunktsetzung. Ich denke aber, dass die Universitäten, bei denen es in diesem Bereich in den letzten Jahren große Investitionen gegeben hat, über diese erste Durststrecke mit Schwerpunktsetzungen kommen werden.

Meine Damen und Herren! Schließlich möchte ich sieben kleine Punkte nennen, die ich zur Weiterentwicklung der Universität unter den gegenwärtigen Bedingungen für wichtig halte.

Erstens: Internationale Mobilität und Kooperation mit ausländischen Wissenschaftern sind gefordert, das Rad soll gemeinsam erfunden werden, damit Ressourcen gespart und Kontakte geknüpft werden können.

Zweitens: Ausbau der Beratung der Studierenden.  Wir wissen, dass gut beratenen Studierenden eine geringe Drop-out-Rate entspricht und die Zahl der unüberlegt gewählten Studien geringer ist. Die Trefferquote ist bei guter Beratung am höchsten, und so wird mit der Lebenszeit junger Menschen gut umgegangen.

Drittens: Erschließung neuer Arbeitsfelder.  Es wird im Hochschulbericht darauf hingewiesen, dass die wesentlichen Arbeitsfelder gegenwärtig in engen Bereichen des Dienstleistungssektors liegen. Das kann nicht das Berufsziel von Universitätsabgängern sein.

Viertens: Die Motivation, sich technisch-naturwissenschaftlichen und technologischen Studien zu widmen, muss verstärkt werden.  Da sehe ich eine Motivationsaufgabe, die wir insbesondere Mädchen gegenüber zu leisten haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)

Fünftens: Die "Selbstzerfleischungsmittel" absolut offen gelegter Evaluation sind zu unterlassen.  Die SPÖ fordert absolut und unter jeder Bedingung offenzulegende Evaluationsergebnisse. Das ist nicht zu befürworten. Der bessere Weg sind Coaching, Mitarbeitergespräche, Karriereentwicklungsmethoden und natürlich auch Evaluation, die aber zuerst im Inner Circle der Scientific Community beraten werden soll. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)

Sechstens: keine Angst vor einer Ausdifferenzierung des Studienangebotes. Pluralität darf nicht Angst machen. Konkurrenz ist ein wesentliches Motivationsmittel.


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