Nationalrat, XXI.GP Stenographisches Protokoll 25. Sitzung / Seite 44

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nicht zu!) Notwendig für dieses Paket sind gesetzliche Regelungen, Kontrollen und Überwachung, Strafen, Aufklärung, Information und Bewusstseinsbildung. (Abg. Parnigoni: Der Minister schwätzt! Den Minister interessiert die Verkehrssicherheit nicht!)

Ist er abhanden gekommen?  Ach ja, spannend. Gut. Meine Damen und Herren! (Abg. Parnigoni: Diesen Minister interessiert die Verkehrssicherheit überhaupt nicht! Das sieht man! Er quatscht in den Reihen der Blauen, statt zuzuhören! Unglaublich!  Abg. Haigermoser: Er unterhält sich im Klub!  Weitere Zwischenrufe.) Der Herr Minister will anscheinend keine positiven Aspekte für die Zukunft hören. (Beifall bei der SPÖ.)

Was sind die Risken im Straßenverkehr, im öffentlichen Verkehr, meine Damen und Herren? (Abg. Parnigoni: Er dreht den Rücken! Unhöflich!)   Herr Minister! 30 Tote in der Osterferienwoche sprechen eine klare Sprache. Die Bilanz ... (Abg. Parnigoni: Wie sich der Minister benimmt, das ist eine Schande!  Abg. Leikam: Ungeheuerlich! Das ist ja kein Wirtshaus!)

Herr Minister! Es geht um die Risken im Straßenverkehr und im öffentlichen Verkehr. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit hat eine Bilanz gezogen. (Abg. Dr. Mertel: Nur Vollidioten interessieren sich dafür! Ja, das ist in der Zeitung gestanden: Nur Vollidioten interessieren sich dafür!) Welche Risken finden wir?

Zum einen das Risiko Alkohol: Aufklärung und Kontrolle sind nach wie vor wichtig und notwendig. Trinkende Autofahrer, meine Damen und Herren, sind absolut nicht zu akzeptieren! Einige Zahlen dazu: 0,5 Promille verdoppeln die Unfallgefahr, 0,8 Promille vervierfachen sie, und 1,2 Promille verzwölffachen das Unfallrisiko im Vergleich zum nüchternen Zustand. Ein EU-weiter Report des Europäischen Verkehrssicherheitsrates kam zu dem Ergebnis, es gäbe durch mehr Kontrolle eine EU-weite Reduzierung der Unfälle um die Hälfte.

Ein weiteres Risiko unter dem Titel "Auf einer Spur ins Verderben" sind die einspurig Motorisierten. Sie sind nach wie vor hoch gefährdete StraßenbenützerInnen.

Risiko "Kinder im Straßenverkehr": 1999 wurden 37 Kinder im Straßenverkehr getötet. 21 Kinder waren Mitfahrer in PKWs. 30 Prozent dieser getöteten Kinder waren ungesichert im PKW unterwegs.

Risikogruppe Senioren: 1999 wurden 182 FußgängerInnen getötet. Die Hälfte dieser getöteten Fußgänger war 65 Jahre alt und älter. Es gab 68 tödlich verletzte RadfahrerInnen. Ich denke, in diesem Zusammenhang müssen wir uns die Frage stellen, ob diese Gruppe Freiwild auf der Straße ist.

Auch ein Todesfaktor ist das Tempo. Drei Viertel der Getöteten ließen ihr Leben im Freiland, mehr als die Hälfte der getöteten Kinder waren PKW-MitfahrerInnen. Meine Damen und Herren, 38,3 Prozent der tödlichen Unfälle hatten den Temporausch zur Ursache. Eine Aussage des Kuratoriums für Verkehrssicherheit dazu: Straßenverkehr darf nicht zur Arena der Aggressionen werden, darf nicht die Arena der Aggressionen sein. (Beifall bei der SPÖ.)

Die Risikogruppe "Verzicht auf Sicherheitsgurt": Das Risiko für nichtangeschnallte PKW-Fahrer ist neunmal höher als für angeschnallte. Von allen getöteten PKW-Fahrern oder -Insassen waren 50 Prozent ungesichert unterwegs.

Was ist aber für verstärkte Verkehrssicherheit noch notwendig?  Laut ARBÖ zum Beispiel der Bau von zweiröhrigen Straßentunnels, die Fahrprüfung und die Ausbildung der Lenker von Leichtfahrzeugen. Eine Ferienreiseverordnung ist unbedingt notwendig, auch Pannenstreifen auf allen Autobahnen sowie mehr Kontrolle der LKW-Fahrer und des LKW-Verkehrs.

Auch die Risikogruppe Inline-Skater möchte ich erwähnen. Es gibt dort das Motto "No risk but fun"; 12 000 Verletzte pro Jahr sprechen ihre Sprache. Schulung und Training sind unbedingt erforderlich und wichtig.


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