Nationalrat, XXI.GP Stenographisches Protokoll 27. Sitzung / Seite 95

Home Seite 1 Vorherige Seite Nächste Seite

Ich möchte zuerst einmal auf Frau Partik-Pablé zurückkommen und ein paar Richtigstellungen machen, weil ich glaube, Frau Partik-Pablé, dass Sie vielleicht, was die medizinische Seite betrifft, relativ wenig oder gar keine Ahnung haben. (Abg. Dr. Partik-Pablé: O ja! Ich habe einmal Medizin studiert!) Ich kenne mich auch nicht so gut aus, aber ich kann Ihnen zum Beispiel sagen (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich habe Medizin studiert!)   horchen Sie zu, da können Sie jetzt noch etwas dazulernen! , dass die Handwurzelknochen-Untersuchungen, die das Alter eines Menschen aufzeigen sollen  gerade, wenn es um Minderjährigkeit geht , nicht die Möglichkeit bieten, das auf Monate genau abzuschätzen, sondern dass es nur ungefähr auf Jahre abgeschätzt werden kann. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Da geht es ja um Jahre!) Bei diesen Menschen aber geht es teilweise um Monate, wenn festgestellt werden soll, ob sie volljährig oder minderjährig sind. (Beifall bei den Grünen.)

Frau Abgeordnete Partik-Pablé! Ich kann Ihnen, wenn Sie einen Beleg dafür haben wollen, sehr gern auch den Befund meiner Handwurzelknochen-Untersuchung bringen! Stellen Sie sich vor: Nach diesem Befund würde ich wahrscheinlich die Pension für 15 Jahre nachbezahlt bekommen, ich habe nämlich eine Knochendichte wie eine Achtzigjährige! Das ist die Realität! Tun Sie also nicht so, als ob Sie sich im medizinischen Bereich auskennen würden, denn das ist ganz einfach nicht der Fall! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ Zwischenruf des Abg. Jung. )

Ich kann Ihnen aber auch Unterlagen von nicht behinderten Menschen bringen, die mit sechzig oder mit siebzig Jahren wieder für zehn bis 15 Jahre arbeiten hätten gehen müssen, wenn sie aufgrund der Handwurzelknochen-Untersuchung für die Pension eingestuft worden wären Aber das nur am Rande. Ich möchte Ihnen nur sagen, Frau Partik-Pablé  und das wissen Sie mindestens genauso gut wie ich , dass es nicht nur um die Handwurzelknochen-Untersuchung geht, sondern dass bei Menschen, egal wie alt sie sind, speziell bei Ausländerinnen, auch Schamhaarwachs-Untersuchungen beziehungsweise Schädelvermessungen gemacht werden und dass sie auf Grund ihrer Gestalt und ihrer Körpergröße geschätzt werden. (Abg. Jung: In Summe gibt es 70 Merkmale!) Auf diese Weise können Sie über die Zukunft oder Nicht-Zukunft eines Menschen wesentlich bestimmen, und ich meine, das darf in Österreich nicht mehr gemacht werden, dagegen müssen wir uns ganz eindeutig verwahren! (Beifall bei den Grünen Abg. Dr. Partik-Pablé: Wie soll man es dann bestimmen, Frau Abgeordnete?)

Jetzt möchte ich aber zu einem anderen Punkt kommen, und in diesem Zusammenhang muss ich mich leider wieder an Frau Partik-Pablé wenden. (Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé. ) Frau Partik-Pablé! Ich höre Sie jetzt nicht, denn ich habe mein Hörgerät ausgeschaltet, und das mit gutem Grund! Ich höre Ihre Zurufe jetzt nicht, und ich weiß, warum ich das Hörgerät ausschalte! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.) Als Beweis dafür lege ich es jetzt hier auf das Pult, dann können Sie sich Ihre Zwischenruferei sparen!

Jetzt zum nächsten Bereich: Frau Partik-Pablé! Sie unterscheiden auch nicht zwischen Friedensdienst und Gedenkdienst: Beim außerordentlichen Zivildienst geht es nicht um den Friedensdienst, sondern ausschließlich um den Gedenkdienst. Halten Sie das gefälligst einmal auseinander! Für den Friedensdienst werden keine Zivildiener zur Verfügung gestellt, sondern ausschließlich für den Gedenkdienst im In- und im Ausland, und den haben wir in Zeiten wie diesen mehr als notwendig! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ Zwischenruf der Abg. Steibl. )

Ich möchte Ihnen noch etwas sagen, Frau Partik-Pablé, denn ich habe bei Ihrer Rede fleißig mitgeschrieben: Sie haben kritisiert, dass das Rote Kreuz nur 1 228 S pro Monat und Zivildiener bezahlen muss, andere Einrichtungen hingegen bis zu 7 800 S. . (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das hat der Minister gesagt!) Frau Partik-Pablé! Der ÖVP ist fast die Luft weggeblieben, denn die ÖVP war jene Partei, die dafür gesorgt hat, dass die Rot-Kreuz-Organisationen  ob das berechtigt ist oder nicht, will ich hier gar nicht diskutieren  nur 1 228 S zahlen müssen. Sie sollten sich besser mit Ihrem Koalitionspartner absprechen, bevor Sie solche Meldungen machen! Aber ich gebe Ihnen eine Chance: Ich werde einen Antrag einbringen, nach welchem alle Organisationen in Zukunft denselben Kostenbeitrag zahlen sollen. Diesbezüglich bin ich ganz bei Ihnen! Aber sprechen Sie sich mit Ihrem Regierungspartner ab! Denen ist nämlich wirklich


Home Seite 1 Vorherige Seite Nächste Seite