Nationalrat, XXII.GP Stenographisches Protokoll 17. Sitzung / Seite 38

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Ausschuss schon zugegeben, Herr Bundesminister! Selbstverständlich kommt dieses Miet­verfahren teurer. Ja glauben Sie, es schenkt uns irgendjemand etwas in dieser Sache? – Sollte dies der Fall sein, dann gratuliere ich Ihnen wirklich recht herzlich dazu, aber darauf warte ich noch. (Abg. Scheibner: Wir sollten es mieten! – Abg. Dr. Trinkl: Gusenbauer hat gesagt, wir sollten es mieten!)

Jetzt sind wir beim nächsten Kostenexplosionsfaktor: den Betriebskosten. (Abg. Scheibner: Die SPÖ hat gesagt, wir sollen es mieten, das kommt billiger!) Das trifft sich gut, dass der Herr Finanzminister da ist. Er soll uns endlich einmal erklären, in welchem ominösen Budgetposten die Betriebskosten dann verbucht werden, wenn sie nicht im Verteidigungsbudget verbucht werden. Natürlich haben die Militärs Recht gehabt, wenn sie sagen, das kostet ein Vielfaches vom Drakenflugbetriebssystem. Das muss jemand anderer zahlen, wenn uns der Eurofighter aufs Auge gedrückt wird. Das war nämlich eine politische und keine militärische Entscheidung.

Jetzt erklären Sie uns einmal, Herr Bundesminister, was das bedeutet, dass die Betriebskosten oder zumindest Teile davon nicht mehr im Verteidigungsbudget ausgewiesen werden. Was ist das für eine Budgetpolitik? Wo ist da die Budgettransparenz? Was ist das für eine wundersame Geldvermehrung? Wird jetzt doch plötzlich die Wirtschaftsplattform des Herrn Bundeskanzlers schlagend? Gibt es doch irgendwo ein Geld? Woher kommt es? Klären Sie uns bitte auf, und verschicken Sie nicht nur Trägerraketen, aus denen nichts hervorgeht.

Sie sind nämlich nicht einmal in der Lage, den Kaufpreis in Ihre Anträge einzutragen. Es ist von Anträgen, die dem Parlament zugehen, gesprochen worden. Mitnichten: xx Millionen €, das ist der Stand der Debatte. Und deshalb haben wir, so glaube ich, völlig zu Recht diesen un­sinnigen – in dieser Form unsinnigen – Budgetausschuss unterbrochen, bis Sie von der Regierung endlich einmal in der Lage sind, die relevanten Anträge auf den Tisch zu legen. Sie wissen bis heute nicht, was das kostet! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)

Ihre Kosten-Nutzen-Analyse, von der hier dauernd gesprochen wurde, und das objektive Be­wertungsverfahren, das kann man nur zurückweisen. Es gibt maßgebliche Militärs, die sinn­vollerweise folgende Einsichtsbemerkung in ihren Akten gemacht haben: dass auf Grund der geringeren Anschaffungs- und Betriebskosten einem anderen Produkt der Vorzug zu geben wäre. – Das verschweigen Sie! Sie haben damit auch Recht, weil der Vorsprung des Eurofighter-Angebots überhaupt nur deswegen zu Stande gekommen ist, weil Sie eine neunjährige Finanzierungsform vorgeben. Es gibt überhaupt keinen Bestbieter Eurofighter! Es gibt eine Finanzierungsform, mit der Sie die Vergabeentscheidung meines Erachtens zu Un­recht beeinflusst haben.

Und jetzt stellt sich heraus, dass EADS inseriert, dass ein ganz anderer Finanzierungsplan ins Auge gefasst ist: Ab 2006 soll bezahlt werden. Aber Sie erklären uns dauernd, ab 2007 wird bezahlt. Wie passt das zusammen? Sie haben gesagt, der Vertrag ist abgeschlossen.

Herr Minister! Es riecht nach Schwindel. Klären Sie das bitte auf (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ), und kommen Sie mir nicht mehr mit den Gegengeschäften – sollte Kollege Bartenstein hier jetzt irgendwelche Anstalten machen, wieder von einer Internet-Platt­form zu reden! Er soll die alten Gegengeschäfte (Abg. Dr. Trinkl: Sie fürchten sich vor der Wahrheit!), die angeblich schon seit 15 Jahren existieren, einmal ins Internet stellen, bevor der nächste Schmäh aufgetischt wird. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)

Der Bundeskanzler täte gut daran, seinen Wahlkampfgag – ich will ja nicht sagen, Wahl­kampflüge; in Deutschland würde wegen so etwas ein Untersuchungsausschuss abgehalten werden – einmal klarzustellen und zu sagen, was dies bedeuten soll. Das existiert nicht, und die Gegengeschäfte, die angekündigt werden, werden in dieser Form auch nicht existieren. Das dient nur dazu, der Bevölkerung Sand in die Augen zu streuen. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)

Jener Bevölkerung – das ist mein Schlusssatz – wollen wir einen Entschließungsantrag mit zur Kenntnis bringen, nämlich jenen, der dafür sorgt, dass ihre Unterschriften nicht umsonst waren.

 


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