Nationalrat, XXII.GP Stenographisches Protokoll 24. Sitzung / Seite 63

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also, als Auftrag an Sie, Herr Minister, und als Appell an Ihre Kooperationsbereitschaft an Sie, meine Kolleginnen und Kollegen.

Erstens: Herr Minister, Sie sind uns bis heute die Antwort schuldig geblieben, was jetzt mit den Kompetenzzentren passiert im Biolandbau, die Strategie Bio-Austria. Das wäre eine Zukunftsschiene, wo wir marktmäßig vorankämen, wo wir EU-mäßig punkten wür­den, wo wir genau im Konzept der Agrarreform liegen, die Fischler auf den Tisch legt, und wo wir vor allem auch den KonsumentInnen ein breiteres, gesünderes Angebot ermöglichen könnten. Bitte, geben Sie uns eine Antwort! (Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das ist alles auf dem Tisch!)

Auch unser Antrag geht ja in diese Richtung, und eigentlich müsste er, so wie Sie ar­gumentiert haben, meine Kollegen von der ÖVP, von Ihnen massiv mitgetragen wer­den können. – Das ist die eine Seite.

Die zweite Seite, die angesprochen worden ist, und der zweite Aspekt, der wichtig ist: Gerade für die Konsumenten ist die Frage der Lebensmittelsicherheit, die eng gekop­pelt ist mit der Frage der Lebensmittelkontrolle, wichtig. Herr Minister, Sie sind auch mit in der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit. Auch Ihr Ressort gibt 31 Mil­lionen für diese wichtige Kontrollaufgabe aus. Nur – Sie wissen das wahrschein­lich besser als ich –: Das ist viel zu wenig! Sie wissen wahrscheinlich, dass die Studie ROI einen viel höheren Finanzbedarf für eine effiziente Lebensmittelkontrolle veran­schlagt hat. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Lebensmittelkontrolle ist Ländersache!) Wenn es nämlich so weitergeht, wie es hier gesetzlich beschlossen worden ist – gegen unsere Stimmen! –, dann müssen Sie 500 von 1 200 Mitarbeitern sozusagen auf der Stelle entlassen, und dann haben wir mit 700 Mitarbeitern für diesen wichtigen Bereich der landwirtschaftlichen Futtermittelkontrolle und der Lebensmittelkontrolle einen viel zu niedrigen Standard. Dann können wir praktisch zusperren, und die Agentur wird ein Konkursfall. Das wollen wir nicht! (Beifall bei den Grünen.)

Herr Minister! In dieser Richtung müssen Sie sich viel, viel mehr einsetzen, damit hier aufgestockt wird, die erforderlichen finanziellen Rücklagen gebildet und Mittel zur Ver­fügung gestellt werden.

Abschließend zum Lebensmittelgesetz. Sie sagen immer, Sie brauchen die Konsumen­tInnen als PartnerInnen. Jawohl! Sie brauchen auch das Vertrauen der KonsumentIn­nen, keine Frage. Ihre Produkte sollen ja gekauft werden. (Zwischenruf des Abg. Gril­litsch.)

Der Einsatz von Tierarzneimitteln ist eine sehr heikle Sache. Da haben wir zwar eine gesetzliche Änderung gemacht, aber diese greift nicht. Und Sie werden es merken: In 14 Tagen kann ich Ihnen einen Fall nennen, wo es wieder massive Verstöße gibt und wo wieder schwarze Schafe in Ihren Reihen illegale Importe vornehmen, und das Gan­ze geht dann zu Lasten Ihrer (zu Abg. Grillitsch gewandt) Branche und zu Lasten unse­res Konsums im Lebensmittelbereich. Dann wird deutlich werden, dass es nach wie vor Vollzugsdefizite beim Lebensmittelgesetz gibt. Und Sie, Herr Minister, sollten sich auch stark machen, denn ich werde Ihnen diese Fälle in 14 Tagen auf den Tisch legen. (Bei­fall bei den Grünen. – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: In 14 Tagen? Wenn Sie es jetzt schon wissen? – Da legen Sie es auf den Tisch in 14 Tagen?)

 


Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Minister, bitte nicht von der Regierungsbank!

 


Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (fortsetzend): Zum Schluss noch das große Plä­doyer: Klinken Sie sich ein bei der Novellierung des Lebensmittelgesetzes, damit der Vollzug effizienter wird und Ihre Qualitätsprodukte nicht von schwarzen Schafen ge­stört werden! (Abg. Grillitsch: Diese Verdachtsäußerung werden wir genau beobach-


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