Nationalrat, XXII.GP Stenographisches Protokoll 41. Sitzung / Seite 31

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Eder, Kollege Broukal, Kollege Verzetnitsch und auch der Gewerkschaftsvorsitzende der Österreichischen Bundesbahnen, Haberzett, haben mit Vizekanzler Gorbach und mit Abgeordneten der Regierungsfraktionen intensiv ein Kompromisspapier ausver­handelt.

Meine Damen und Herren! Es waren sieben Punkte, die Sie gefordert haben, und dar­über ist diskutiert worden, und zwar diskutiert worden über etwas, was eigentlich zu­mindest hier von der Debatte außer Streit gestellt worden ist. Sie wissen ganz genau, nach den Streiks gab es auch einen Kompromissvorschlag, ein Kompromissangebot durch Vizekanzler Gorbach, der gesagt hat, er möchte ein Angebot machen: Wir dis­kutieren über das Dienstrecht – das ist das besondere Anliegen der Gewerkschaft – später, wir nehmen das aus dieser Gesamtreform heraus, aber dafür wird die Struktur­reform so wie geplant hier im Parlament besprochen und auch beschlossen.

Da gab es Konsens. Dann hat es den Wunsch von Ihnen, meine Damen und Herren von der SPÖ, gegeben, auch noch einmal über die Strukturreform zu diskutieren, und den Versuch, einen Konsens zu finden. Wir waren selbstverständlich dazu bereit, und Ihre Abgeordneten haben gut verhandelt: sieben Punkte, und man hat sich geeinigt!

Man hat sich darauf geeinigt, einen Abänderungsantrag für das Gesetz auszuarbeiten und insgesamt drei Ausschussfeststellungen zu machen, um weitestgehend Ihren Wünschen nachzukommen. Da gab es Konsens, und man muss das wirklich loben. Da waren die Experten aus Ihren Reihen am Werk, denen die Österreichischen Bundes­bahnen wirklich ein Anliegen gewesen ist. Sie wollten, so wie wir, den Konsens – schade, dass er nicht zustande gekommen ist.

Warum ist er nicht zustande gekommen? – Vielleicht wäre es besser gewesen, Sie wären noch ein paar Tage in Amerika geblieben. Aber kaum waren Sie wieder in Österreich, haben Sie anscheinend – ich weiß nicht, ob Sie es selbst dekretiert haben, Herr Abgeordneter Gusenbauer ... (Abg. Dr. Gusenbauer erhebt sich von seinem Platz und schickt sich an, den Sitzungssaal zu verlassen.) – Das ist Ihnen unangenehm, Herr Abgeordneter Gusenbauer, das verstehe ich schon.

Entweder haben Sie das selbst dekretiert, oder es ist wirklich so, wie wir gehört haben, dass es einige mächtige Landeschefs der Sozialdemokratie gewesen sind, nämlich Herr Haider in Oberösterreich und Herr Häupl in Wien, die ihr Veto eingelegt haben gegen einen Konsens hier im Parlament. (Abg. Mag. Molterer: Das ist die Wahrheit!)

Meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie! War es so? (Ja-Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Wollten Sie, aber durften Sie nicht dieser sinnvollen Strukturreform zustimmen? Meine Damen und Herren! Und wenn es so ist, dann sagen Sie hier nicht, Ihnen gehe es um die Bahn. – Nein! Ihnen geht es um Parteitaktik, denn Sie wollten sich dieses Argument nicht nehmen lassen, dass die österreichische Bun­desregierung und die Regierungsparteien die Bahn zerschlagen. Sie wollten weiterhin dieses wichtige Unternehmen politisch für Ihre Wahlbewegungen missbrauchen! Das ist der Hintergrund Ihrer Agitation: Angstmache, Panikmache, politische Agitation! (Bei­fall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)

Meine Damen und Herren! Wir sehen ja, worum es geht. (Abg. Dr. Matznetter: Hub­schrauber!) – Kollege Matznetter, ich will jetzt nicht schon wieder auf das aufmerksam machen, was Sie eigentlich alles aufzuarbeiten hätten. Aber in den letzten und vor­letzten Reihen wird dauernd dazwischengebrüllt, weil man halt in der Sozialdemokratie nicht nach vor kommen darf. Aber, meine Damen und Herren, worum geht es denn hier? – Ein reines Politikum! Ja, Sie (in Richtung des Abg. Broukal) dürfen zwar jetzt in der zweiten Reihe sitzen, aber den Konsens, den Sie mit vorbereitet haben, durften Sie nicht abschließen. Das ist natürlich auch ein Problem, mit dem Sie sich auseinander zu setzen haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)

 


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