Nationalrat, XXII.GP Stenographisches Protokoll 86. Sitzung / Seite 113

Home Seite 1 Vorherige Seite Nächste Seite

meinsam mit dem Stabilitätspakt und dem Finanzausgleich durch den Ministerrat zu bringen.

Neben der geplanten Erarbeitung von Qualitätsvorgaben und einer Leistungsange­botsplanung als Rahmen für die Erbringung von Gesundheitsdienstleistungen so wie eines Nahtstellenmanagements zwischen den beiden Sektoren und der vorgesehenen transparenten Darstellung der Mittelflüsse – das ist deswegen so wichtig, weil bisher diese Transparenz nicht gegeben war – als Steuerungsinstrument für die beiden heute getrennten Sektoren ist vor allem der Kooperationsbereich, der Reformpool zu nennen.

Hinsichtlich dieses Reformpools vereinbarten die Länder, dass für Projekte, die Ver­schiebungen vom intra- in den extramuralen Bereich oder umgekehrt vorsehen – ich gehe aber davon aus, dass es vermehrt Verschiebungen vom intra- in den extramura­len Bereich geben wird –, Geld vorzusehen ist, und zwar in den Jahren 2005 und 2006 mindestens ein Prozent der Gesamtmittel, in den Folgejahren mindestens 2 Prozent der Gesamtmittel; das ist also eine nicht unerhebliche Summe, die dafür zur Verfügung steht.

Durch die neue Gesundheitsagentur und die neuen Gesundheitsplattformen auf Län­derebene erwarte ich mir die Vermeidung von Doppelgleisigkeiten sowie die Schlie­ßung allfälliger Versorgungslücken und eine Steigerung der Effizienz im österreichi­schen Gesundheitswesen. Insbesondere soll durch ein funktionierendes Nahtstellen­management der Übergang zwischen den einzelnen Sektoren für die Patientinnen und Patienten reibungslos funktionieren und daher nicht mehr wahrnehmbar sein, was ins­besondere für ältere Menschen, für Personen ohne Angehörige von besonderer Wich­tigkeit ist.

Weiters soll durch die Nutzung von Synergieeffekten und Effizienzpotenzialen der Mit­teleinsatz unter Sicherstellung einer möglichst gleichmäßigen regionalen Versorgung so effizient wie möglich erfolgen.

Welche Vorteile bringt das jetzt für die Patientinnen und Patienten? – Ein funktionie­rendes Nahtstellenmanagement wird dazu führen, dass die Patientinnen und Patienten ohne unnötige Verzögerung zur richtigen Versorgungseinrichtung, nämlich zum prakti­schen Arzt oder zur praktischen Ärztin, zum Facharzt oder zur Fachärztin der Kran­kenanstalt, zur Rehabilitation gelangen und dass damit Wartezeiten wesentlich verrin­gert werden.

Durch die Vermeidung von Doppelgleisigkeiten werden unnötige Ausgaben der Patien­tinnen und Patienten verhindert, und insbesondere dort, wo Menschen zu Hause dann nicht die notwendige familiäre Versorgung vorfinden, wird dieses Nahtstellenmanage­ment sicherstellen, dass von Organisationen, Sozialorganisationen, Hilfseinrichtungen, angefangen von der Hauskrankenpflege bis hin zur Heimhilfe und zu Essen auf Rä­dern, alles organisiert wird, und zwar bevor die Patientin oder der Patient das Spital verlässt.

Im Bereich der Gesundheitstelematik wird es vor allem durch den Einsatz von moder­nen Informations- und Kommunikationstechnologien möglich sein, den Patientinnen und Patienten sowie den LeistungsanbieterInnen die notwendigen Informationen wie Befunde, Verschreibungen und Ähnliches, selbstverständlich unter Wahrung des Da­tenschutzes, der Privatsphäre zukommen zu lassen.

Wir werden damit ebenfalls sicherstellen, dass Doppelgleisigkeiten vermieden werden können, und wir werden vor allem Möglichkeiten schaffen, dass auch ein Allgemein­mediziner/eine Allgemeinmedizinerin in einer entlegenen Region Österreichs durch die Gesundheitstelematik, durch die Telemedizin bei einem Facharzt/einer Fachärztin einer Universitätsklinik oder eines Schwerpunktkrankenhauses eine zweite Meinung


Home Seite 1 Vorherige Seite Nächste Seite