Nationalrat, XXII.GP Stenographisches Protokoll 89. Sitzung / Seite 190

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Da hier der Eindruck zu erwecken versucht wurde, Selbstbehalte, das gehe so nicht, das wäre nicht ganz sozial: Meine Damen und Herren, gestatten Sie mir, dass ich Fol­gendes sage: Ich habe, bevor ich hierher gefahren bin, noch mit der Servicestelle des Magistrats Wien telefoniert. Ich weiß schon, die Dinge sind nicht immer leicht ver­gleichbar. Aber wenn man in Wien für einen Kindergartenplatz im Monat 260 € quasi als Selbstbehalt, als Eigenleistung bezahlt, dann muss ich Ihnen sagen, dieses Paket ist wirklich ein Paket mit Augenmaß, das die Ausfinanzierung der Sozialversicherung und der Krankenanstalten weitgehend sicherstellt, damit eine gute Investition in die Gesundheit der Patienten und damit auch ein Paket, das man gemeinsam verantwor­ten können sollte. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Bucher.)

Ich glaube, dass wichtige Fragen von Maria Rauch-Kallat angegangen worden sind. Ich möchte nur einige Punkte, die wir auch im Ausschuss diskutiert haben, stichwortar­tig ansprechen, an denen man sieht, dass wir – und deswegen ist dieses Strukturpaket so wichtig, dass man diese Themen auch angeht – schon eine Menge ganz wichtiger offener Fragen und Probleme haben, die man gerade im Spitalswesen angehen muss.

Meine Damen und Herren! Anhand von Daten des Hauptverbandes darf ich hier einige Beispiele geben. Wir hatten im Jahr 2003 in Österreich eine Bettenauslastung von 76,6 Prozent. Das heißt anders gesagt: Jedes vierte Spitalsbett steht zurzeit leer.

Wenn man gleichzeitig weiß, dass zum Beispiel im orthopädischen Bereich Wartezei­ten auf eine Hüftoperation von sechs bis neun Monaten bestehen, dann zeigt das, dass in der Organisation offensichtlich sehr deutliche Verbesserungen notwendig sind. Da diese Debatten von uns allen auch in den Ländern geführt werden und man gleichzeitig weiß, wie schwierig Veränderungen bei den Krankenanstalten sind, dann meine ich, dass wir am Ende des Tages über Qualität reden.

In der Operationsgruppe Wirbelsäule/Rückenmark sind im letzten Jahr 17 499 Opera­tionen durchgeführt worden. In 32 Krankenhäusern lag dabei die Frequenz bei unter zehn Operationen pro Jahr, in 14 davon hat es nur eine Operation in dieser Gruppe Wirbelsäule/Rückenmark pro Jahr gegeben. Ich bin mir sicher, dass sich niemand von uns in eines dieser Krankenhäuser legen will, denn das ist eine Frage der Qualität. (Abg. Dr. Matznetter: Nein! Das haben Sie falsch verstanden!) Ich denke, dass es Sinn macht, dass man hier über Schwerpunktsetzungen diskutiert und sagt, die Quali­tät und die Gesundheit unserer Patienten haben für uns oberste Priorität. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)

Letztes Beispiel, das ich Ihnen im Gesundheitsbereich geben will. Ich glaube, es be­steht wahrscheinlich einhelliger Konsens darüber, dass wir wollen, dass das Geld, das eingesetzt wird, zu den Patienten kommt, dass es tatsächlich der Gesundheit dient. Wir haben uns die Personalkosten heraussuchen lassen, also ausschließlich den Verwal­tungsanteil, der bei den Krankenanstalten pro Patient im Jahr 2002 eingesetzt wurde. Das waren 150,22 € pro Patient an reinen Verwaltungskosten.

Wir hatten demgegenüber im Jahr 2003 in der Krankenversicherung Verwaltungskos­ten pro Versicherten von etwa 60 € – also 60 € einerseits, 150 € andererseits –, wobei man einfach klar sagen muss, es ist eine gemeinsame Aufgabe, dass wir uns das, was wir im Gesundheitsbereich bei den Sozialversicherungen an Reduktion der Verwal­tungskosten – und auch da ist noch Spielraum vorhanden – geschafft haben, auch bei den Krankenanstalten zur Zielsetzung machen, weil es wichtig ist, dass das Geld effi­zient eingesetzt wird und dass das Geld tatsächlich zu den Patienten kommt.

Meine Damen und Herren! Drittes Beispiel, wo wir beim Finanzausgleich eine Struktur­veränderung geschafft haben: die Landeslehrer. Das ist ein Thema, das zurzeit mit der PISA-Studie natürlich omnipräsent ist. Ich glaube, dass wir auch hier die Probleme, die wir sehen und die auch die Finanzausgleichspartner gesehen haben, in Angriff ge-


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