Nationalrat, XXII.GP Stenographisches Protokoll 97. Sitzung / Seite 39

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Hand und Fuß hat und das Österreich wirtschaftlich nach vorne bringen wird. (Neuer­licher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)

Herr Kollege Gusenbauer, wo ist denn Ihr Wirtschaftsprogramm? Sie haben ein halbes Jahr lang herumgerätselt, wir haben es immer wieder gefordert und darauf gewartet, aber es ist nie etwas gekommen. (Abg. Öllinger: Wo ist denn Ihr Programm?) Dann war die Rede davon: Das Nulldefizit muss in die Verfassung geschrieben werden. Dann haben wir von Ihren Wirtschaftsexperten gehört: 3 Prozent Defizit ist ja gar nicht so schlimm, das können wir uns noch leisten; in einer wichtigen Aufschwungphase der Wirtschaft müssen 3 Prozent drinnen sein. Das alles haben wir von Ihnen gehört. Wo ist denn da eine Geradlinigkeit im Wirtschafts- und Finanzkurs ersichtlich? – Für uns ist er nicht ersichtlich. Das ist ein Zickzackkurs, und die Einzigen, die wirklich in der Lage sind, das Regierungsschiff nach vorne zu bringen, ist diese Bundesregierung! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Öllinger: Die FPÖ spricht vom Zickzack­kurs!)

Die Signale stehen günstig, sie stehen auf Aufschwung, sie stehen in Richtung Hoffnung für die Wirtschaft und für die Arbeitnehmer in unserem Land. Die Steuer­reform, die mit 1. Jänner dieses Jahres in Gang gesetzt wurde, meine Damen und Herren, wird sich positiv auswirken (Abg. Öllinger: ... betreibt Voodoo-Ökonomie!), wird sich konjunkturell positiv auswirken, denn eine Entlastung von 3 Milliarden € jähr­lich ist eine Motivation für mehr Leistung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Sie ist eine Motivation für die Wirtschaft, mehr zu investieren, und das schafft wieder Arbeitsplätze und Wachstum. Meine Damen und Herren! Sie sehen auch an diesem Budgetprogramm, dass die Konjunkturpakete I und II, Wachstums-, Stabilitätspaket, dass die Investitionsoffensive, die Investitionszuwachsprämie, dass all diese Maß­nahmen wichtig waren in einer entscheidenden Situation, um Österreich wirtschaftlich nach vorne zu bringen.

Unsere Politik heißt: weniger Staat, weniger Steuern, mehr für die Bürgerinnen und Bürger! Meine Damen und Herren! Das stärkt die Massenkaufkraft, das sorgt wieder für mehr Wachstum, und das wird Österreich nach vorne bringen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)

Es kann nicht ein Rezept für mehr Wachstum sein, meine sehr geehrten Damen und Herren von der SPÖ, wenn Sie darüber philosophieren, dass die Vermögenssteuern erhöht werden müssen; ob das die Sparbuchsteuer, die Grundsteuer ist oder auch die Gewerbesteuer, die Sie wieder einführen wollen, um die kleinen und mittleren Unternehmen zu belasten. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Das kann ja nicht Ihr Ernst sein in einer Situation, in der rund um uns die Steuern nach unten gehen, die Wettbewerbssituation immer schärfer wird und die Unternehmen sich fragen, wo sie sich ansiedeln sollen, wo die günstigsten steuerlichen Rahmenbedingungen vorhanden sind. Es kann doch nicht Ihr Ernst sein, eine solche Wirtschaftspolitik hinauszu­plaudern, meine Damen und Herren! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ja unvorstell­bar!)

Ich würde dafür plädieren, dass Sie sich Ihrer Verantwortung bewusst sind, auch wenn Sie in der Opposition sind, denn das wird auch in den Zeitungen stehen (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wirtschaftliche Inkompetenz hat einen Namen!), und wir wollen nicht haben, dass ausländische Investoren solche Ansätze einer Wirtschaftspolitik zu lesen bekommen.

Meine Damen und Herren! Es kann nicht Ihr Ernst sein, so etwas zu machen!

Ich darf jetzt aus einem Buch von Herrn Bundesminister außer Dienst Caspar Einem zitieren: „Ein besseres Österreich – soziale Alternative“, in etwa so heißt es. In diesem


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