dungsabschluss eine weitere Chance auf eine weiterführende Bildung geben. Wo rechnen Sie die 7 000 Jugendlichen, die die Berufsreifeprüfung machen, dazu? Rechnen Sie die den Hauptschülern zu?
Was soll der Vergleich zwischen Hauptschülern und AHS-Unterstufe? – Jeder hat die Chance, in eine weiterführende Schule zu gehen! (Abg. Öllinger: Nur mit Umwegen!) Ich stelle ganz ernsthaft die Frage: Ist Chancengerechtigkeit in einem Land erst dann gegeben, wenn alle Matura machen?
Ich habe Hochachtung vor jungen Menschen, die eine Lehre machen (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen), vor jungen Menschen, die als Facharbeiter in wichtigen Bereichen der österreichischen Industrie und in österreichischen Betrieben arbeiten, die sich weiterbilden. Ich habe Hochachtung vor Menschen, die früh ins Berufsleben einsteigen und sich vielleicht später weiterbilden. – Ich möchte also festhalten: Chancengerechtigkeit heißt für mich: Jeder hat die Chance, jede Schule zu besuchen. In Österreich sind die weiterführenden Schulen dermaßen dicht über das Land verteilt, dass jeder Jugendliche, der an eine weiterführende Schule gehen möchte, auch diese Chance hat.
Wir haben in den letzten Jahren 30 000 zusätzliche Plätze an den weiterführenden Schulen in Österreich geschaffen, wir haben den jungen Leuten aber auch die Chance gegeben, neue Lehrberufe zu erlernen und somit in neue Berufsfelder einzusteigen. – Ich bitte, die Chancengerechtigkeit so zu sehen, dass wir jedem die Chance geben, dass sich aber schlussendlich auch jeder frei für ein Berufsfeld entscheiden darf. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Ich sage Ihnen noch einmal, wie Schwarz-Blau die Bildungslandschaft verändert hat. Wir haben also 30 000 Plätze mehr an weiterführenden Schulen für Jugendliche geschaffen. Wir haben für die Förderung zusätzliche Stunden frei gemacht, und zwar gerade im Pflichtschulbereich durch die von Ihnen so viel geschmähte Stundenentlastung!
Mit der Stundenentlastung ist es genauso wie mit der Abschaffung der Zweidrittelmehrheit: Zuerst haben sie alle gefordert, als man es dann gemacht hat, waren alle dagegen. Zuerst hat man gesagt, die Schüler seien so sehr belastet – ganz schrecklich! –, als dann die Stundenentlastung gekommen ist, hat es das große Wehgeschrei gegeben, dass die armen Kinder auf Grund der 32-Stunden-Woche zum Beispiel in der Gymnasium-Oberstufe zu wenig Unterricht haben.
Auf Grund dieser Stundenentlastung gibt es, weil die Stunden an den Schulen verblieben sind, mehr Möglichkeiten für Schwerpunktsetzung, für zusätzliche Angebote und für Förderstunden. Derzeit haben wir an den Volksschulen 36 Förderstunden jedes Jahr in jeder Klasse, dazu kommen noch 18 Stunden aus der Stundenentlastung. Das heißt, es kann, genau wie Sie gesagt haben, für kleine Gruppen die Förderung angeboten werden, und das soll auch so gemacht werden.
Zuerst haben Sie kritisiert, dass man diese Förderstunden auf das ganze Jahr über die Stundentafel verteilt, jetzt wird kritisiert, dass man sie kursmäßig in Blöcken anbietet.
Ich denke mir, man sollte sich immer überlegen: Was ist das Beste für die Kinder? – Es ist sicher das Beste für die Kinder, wenn man diese Förderung konzentriert über Wochen kursmäßig anbietet. Wenn noch zusätzliche Förderung gebraucht wird, kann auch das angeboten werden. Doktrinen finde ich falsch, indem man sagt: Nur eine Stunde pro Woche ist das Richtige, denn die armen Kinder sind sonst so müde!, oder: Es muss aber zusammen sein, denn sonst ist das über das ganze Jahr verteilt und wirkt nicht. – All diese Doktrinen halte ich für falsch und für verkehrt. (Abg. Brosz: Wer
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