Nationalrat, XXII.GP Stenographisches Protokoll 103. Sitzung / Seite 97

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Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächste Rednerin zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Haidlmayr. – Bitte.

 


14.01.03

Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Herr Präsident! Meine Herren Staatssek­retäre! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es hat sich gezeigt, dass durch die Zersplitterung der ÖBB in vielen Bereichen Chaos ausgebrochen ist. Und das, Herr Staatssekretär Kukacka, geht auf Ihr Konto! Dieses Chaos gibt es – und es war ein solches auch zu erwarten. (Der auf der Regierungsbank sitzende Staatssekretär Mag. Kukacka blättert in schriftlichen Unterlagen.) – Herr Staatssekretär, vielleicht können Sie mir jetzt ein bisschen zuhören und dann die Akten unterschreiben (Zwi­schenbemerkung von Staatssekretär Mag. Kukacka), denn das sind Dinge, mit denen Sie sich auseinander setzen sollten! (Abg. Sburny: Ich glaube, er zeichnet nur nervös!) Wenn Sie schon Pfusch bauen, dann haben Sie auch die Pflicht, diesen wieder rück­gängig zu machen! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)

Ich muss gestehen, meine Damen und Herren, ich weiß noch nicht, wie viele Einzel­firmen es in dieser Holding gibt, aber bei jenen, von denen ich bis jetzt erfahren habe, kann ich nur sagen: Das ist ganz einfach ein Witz, Herr Staatssekretär! Und ich erzähle Ihnen jetzt einmal eine Geschichte.

Vor kurzem wollte ich mit dem Zug nach Hause fahren, nach Steyr eben. Ich bin auf den Bahnhof gekommen – und da ist gerade ein ÖBB-Bediensteter mit einem Funk­gerät vorbeigekommen, zu dem ich gesagt habe: Sie, ich muss jetzt in den Zug hinein, aber da ist kein entsprechender Waggon dabei, wie geht denn das jetzt? – Sagt er drauf: Fragen S’ mi net; i bin net zuständig; i bin vom Netz!

Darauf ich: Von wo Sie san, is ma Wurscht; Sie san doch a ÖBBler, das seh’ ich an Ihrer Jacke – und Sie sagen mir das jetzt bitte! – Hat er gesagt: Nein, denn er sei eigentlich verpflichtet worden, keine Auskünfte zu geben, sondern die Leute stehen zu lassen; die sollen selber schauen, wie sie sich z’rechtfinden. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)

Da hat dieser ÖBB-Bedienstete bei mir natürlich Pech gehabt; das war klar. Nur: Das hat er nicht gewusst. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Dann sind wir gemeinsam in die Fahrdienstleitung: Ich bin gerollt, er ist marschiert. Dort angekommen, habe ich gefragt: Sie, was tan ma jetzt?, und habe meine Sachen niedergestellt. – Darauf er: Sie, i bin net zuständig, ich bin vom ...! Ich weiß nicht mehr, was er gesagt hat! – Habe ich gesagt: Des is ma a Wurscht, denn i will da jetzt mitfahren! Wie tua i denn do jetzt?

Jedenfalls: Keiner hat auf diesem Bahnhof etwas gewusst. Daraufhin habe ich gesagt: Sie, wenn Sie nichts wissen, dann gebe ich Ihnen eine Alternative: Ich fahre mit einem anderen Zug, und Sie lassen den in St. Valentin stoppen, damit ich aussteigen kann! Jedenfalls hatte ich keine Lust, nach Linz zu fahren, dort eine Stunde lang am Bahnhof herumzustehen, um dann wieder nach Steyr zurückfahren zu müssen. – Darauf hat er gefragt: Warum wissen S’ denn des? – Habe ich gesagt: Na ja, weil ich mich auch ein wenig auskenn’ im Fahrplan! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich glaube, diese Geschichte kennen wir schon! Diese Geschichte haben Sie schon einmal erzählt!) – So wurde es dann auch gemacht. – Das war die eine Sache.

Ich traue mich schon zu sagen, dass ich teilweise mehr ÖBB-Expertin bin als so man­cher, der da vielleicht 20, 30 Jahre lang dort sitzt, na ja gut, vielleicht noch nicht so lan­ge. Also die Kunden am Bahnhof könnte ich sicherlich besser betreuen als so mancher anderer, der dort jetzt herumsteht. Das traue ich mir ganz einfach zu. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)

 


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