Nationalrat, XXII.GP Stenographisches Protokoll 122. Sitzung / Seite 131

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rad, schätze ich, muss es haben, sonst ist es ein bisschen schwierig mit der Verkehrs­ordnung. – Ansonsten ist mir das alles nicht wichtig. Wissen Sie, was mir besonders wichtig ist? Besonders wichtig ist, ich möchte zahlen, ich liebe es zu zahlen, und zwar regelmäßig, ohne Ende, immer wieder. Jede Rate, die mein Geldbörsel verlässt, macht mich glücklich!

So einen Käufer müssen Sie einmal treffen, der mit dieser Geisteshaltung an das her­angeht.

Was anderes ist die Frage – und da scheint es einen Mentalitätsunterschied zu ge­ben –: Ist es mein eigenes Geld oder ist es das Geld der Steuerzahler? – Das ist im Übrigen das, womit Sie jahrelang auf uns losgegangen sind und gesagt haben, unver­antwortlicher Umgang mit Steuergeldern. Aber das haben Sie in dieser Frage wirklich praktiziert. Dann kam eben die Zahl 18 Eurofighter und selbst die waren noch teurer, als Sie es ursprünglich bei den 24 Eurofightern der Öffentlichkeit gesagt haben.

Die 24 Eurofighter waren natürlich splitterfasernackte Eurofighter – fast unanständig, so nackt waren die. (Abg. Scheibner: Das täte dir so passen!) Die haben Sie damals der Öffentlichkeit vorgestellt, gerade dass sie noch Flügel hatten. Das waren Ihre 24 Eurofighter.

Jedenfalls kamen dann 18 Eurofighter. Welch eine schlaue, strategische, luftpolitische Überlegung es war, dass man gesagt hat, mit 18 kann man viel mehr erreichen als mit 24, weiß ich nicht. Aber das wird jemand aus der Gruppe der Experten hier sicherlich noch sagen können.

Dann ist bekannt geworden, dass die Briten Eurofighter der Tranche 1, das Stück um 62 Millionen €, bekommen haben. Wir bekommen das Stück um 110 Millionen €. Da muss ein ganz toller Unterschied zwischen den beiden bestehen. Ein ganz toller Unter­schied muss da bestehen, wenn der Unterschied 50 Millionen € ausmacht!

Das ist der Moment, an dem ich mir die Aussendung des Herrn Murauer zu Gemüte führen muss. Herr Murauer, wenn Sie die Aussendung selbst geschrieben haben, kann ich Ihnen nur gratulieren, denn Sie sagen darin, es gebe zwischen der Tranche 1 und der Tranche 2 faktisch keinen Unterschied. (Zwischenruf des Abg. Gaál.)

Quasi: Regt euch nicht auf, ob das die Einser-Tranche oder die Zweier-Tranche ist, das ist doch völlig Wurscht! Und wenn sie die Zweier-Tranche nicht liefern können, wie wir es sowieso schon die ganze Zeit vermutet haben, dann nehmt eben sechs Flug­zeuge von der Einser-Tranche. Weil die Schweizer Flieger, die wir uns um 75 Millio­nen € ausgeborgt haben, haben auch schon Probleme. Vor kurzem ist einer mit einem Motor hinuntergegangen, weil der zweite nicht mehr gegangen ist, Herr Murauer. (Abg. Fauland: Triebwerk!) Apropos Sicherheit der Piloten und Sicherheit der Heeresange­hörigen: Das ist Ihnen anscheinend nicht wirklich so ein Anliegen, wie Sie hier immer vorgeben.

Aber wissen Sie was? Sie sagen hier, um uns alle zu beruhigen, zu „valiumisieren“, der Unterschied zwischen den Flugzeugen der Tranche 1 und der Tranche 2 – sage ich jetzt kommentierend dazu, vereinfacht ausgedrückt – liege lediglich im Austausch eines Rechners.

Herr Abgeordneter Murauer, welcher Rechner? (Abg. Großruck: Taschenrechner!) Der ist doch 50 Millionen € wert. Das muss ja ein unfassbar tolles High-Tech-Gerät sein, wo man sagt: Wenn ich diesen süßen kleinen Rechner habe, für den ich bereit bin, 50 Millionen € dazuzulegen ... (Abg. Murauer: Das geht über einen Taschenrech­ner hinaus!) – Schauen Sie, wenn Sie mit Pi mal Pi arbeiten, dann rate ich Ihnen: Hal­ten Sie nie wieder Vorträge über die Vergeudung von Steuergeldern oder über Schul­denpolitik! Nie wieder! Einfach nie wieder! (Beifall bei der SPÖ.)

 


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