Aus dem aktuellen österreichischen
Sozialbericht 2003-2004 geht eindeutig hervor, dass in den letzten fünf Jahren
die Armut in Österreich dramatisch gestiegen ist.
Die Regierungspolitik seit dem Jahr 2000
ist dafür verantwortlich, dass um 170.000 mehr Menschen akut arm und 114.000
mehr armutsgefährdet sind als noch vor fünf Jahren. Somit leidet jeder achte
unter Armut.
Wenn man sich nun den Bericht durch die
„Geschlechterbrille“ anschaut, wird eines ganz klar deutlich: Frauen sind von
Armut viel stärker betroffen als Männer. Dies lässt sich durch Zahlen eindeutig
belegen:
571.000 Frauen sind armutsgefährdet, das
sind 55% aller armutsgefährdeten Menschen, das heißt jede 7. Frau in
Österreich muss mit weniger als 785 Euro im Monat auskommen. Frauen haben mit
14% auch ein deutlich höheres Armutsrisiko als Männer mit 12,3%.
In der Unterscheidung nach
Haupteinkommensquelle wird in diesem Bericht eindeutig ersichtlich, dass Frauen
nicht nur bei den Pensionen weniger abgesichert sind als Männer, auch bei einer
Gliederung nach hauptsächlichem Erwerbseinkommen oder hauptsächlichen
Sozialleistungen ist das Risiko bei Frauen immer höher als bei Männern.
Der Bericht beweist auch einen klaren
Zusammenhang zwischen mangelnder externer Kinderbetreuung und Armut: Die geringe
Einbindung von Müttern mit kleinen Kindern in den Arbeitsmarkt spiegelt sich in
einer überdurchschnittlichen Armutsgefährdung wieder.
Besonders dramatisch ist die Situation für
Alleinerzieherinnen. Denn auch mit Erwerbstätigkeit sind 28% der Alleinerzieherinnen
armutsgefährdet. Bestehende Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern
haben demnach einen besonderen Nachteil für allein erziehende erwerbstätige
Frauen.
Alleinerziehende, eine zunehmende
Lebensform, bedürfen im besonderen Maße flexibler Kinderbetreuung und
familienadäquater Arbeitszeiten.
Durch die „Armutsfalle“ Pensionsreform
sind 230.000 PensionistInnen auf eine Ausgleichszulage angewiesen. 104.000
Frauen müssen mit einer Pension in Höhe des Ausgleichszulagenrichtsatzes auskommen,
der unter der Armutsschwelle liegt, das entspricht einer Armutsgefährdung von
26%.
Pensionen
Bei den Pensionen schreibt die
Bundesregierung ihr konservatives Weltbild fest und wirbt in Inseraten mit dem
Slogan "Hausfrauen und Mütter sind die Gewinnerinnen". Die Mehrheit
der berufstätigen Frauen verliert aber auch hier. Die Bewertung der Kindererziehungszeiten
macht die Pensionsverluste bei weitem nicht wett. Der längere
Durchrechnungszeitraum bringt massive Verluste. Weil die gesamte Lebensarbeitszeit
für die Pension herangezogen wird und nicht mehr nur die "besten 15
Jahre", verlieren Frauen massiv. Teilzeiten und alle sonstigen
"Karrierenachteile" werden bei der Berechnung voll erfasst.
Expertinnen und Experten sprechen bereits von beträchtlichen Kürzungen im
künftigen Pensionskonto bei Frauenpensionen.
Weitere Nachteile:
Frauen sind von der Korridorpension noch
lange ausgeschlossen
die Bewertung der Kindererziehungszeiten
ist nicht ausreichend
die Schwerarbeiterregelung sperrt Frauen
faktisch aus